Schhmidts Kater Loisl. Zeichnung: Jiří Bernard
Schhmidts Kater Loisl. Zeichnung: Jiří Bernard

Loisls Vorhaben für dieses Jahr werden von denen seines Butlers völlig in den Schatten gestellt. Dieser hat sich nämlich vorgenommen, mit dem Rauchen aufzuhören…

Čauky mňauky, allerseits! Und ein gutes neues Jahr wünsche ich Ihnen auch noch! Mögen Sie das ganze Jahr auf ihre Wegen nur nette Katzen treffen, die von rechts nach links laufen. Das bringt angeblich Glück. Aber das ist natürlich nur eine alberne Erfindung der Zweibeiner. Namentlich solcher, die in der Pharmaindustrie arbeiten und mit derlei unhaltbaren Parolen, Pillen und Pülverchen für Ihr teures Geld angeblich Ihr durcheinander geratenes Inneres wieder auf Vordermann bringen können – also, wenn eine Katze andersrum gelaufen kam. Nur die Ruhe! Das ist alles Quatsch! 

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Mein Butler, der Herr Schmidt, weiß, dass ich ihn auch dann überaus glücklich mache, wenn ich seinen Weg von links nach rechts kreuze. Das hängt damit zusammen, dass er nicht nur prinzipiell ein ausgesprochen gutes Verhältnis zu uns Katzen hat, sondern ganz speziell MICH regelrecht vergöttert. (In jedem Fall einen Tick mehr als Frau Merkel, die Katze, die in meiner Behausung auch ein gewisses Wohnrecht genießt, das ihr mein Butler eingeräumt hat, ohne mich zu fragen.)

Und nun kommt wieder die obligatorische Frage, was Sie sich fürs neue Jahr vorgenommen haben? Bei uns wird jedes meiner Vorhaben in diesem Jahr von einer besonderen Willensleistung meines Butlers in den Schatten gestellt. Der Herr Schmidt hat – ich erwähnte es kurz schon mal vor einem Monat – Ende November mit dem Rauchen aufgehört. Von heute auf morgen. Einfach so. Nach 55 Jahren fröhlichen Raucherlebens. 

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Leider war dieses Leben nicht wirklich gesund. Der Herr Schmidt hat die Untersuchungen, denen er sich bei diversen Ärzten um den Jahreswechsel herum unterzogen hat, auf seine eigene Art und Weise zusammengefasst: „Ich hätte besser schon vor 20 Jahren das Rauchen aufgeben sollen.“ Dass seine Lunge jetzt eine Ruine ist, ist keine besonders hübsche Diagnose, aber sie trifft nunmal zu. Immerhin geht es meinem Butler schon deutlich besser, seit Inhalationssprays dazu beitragen, dass er wieder durchatmen kann. Vorher war es so, dass er nach drei Schritten keine Luft mehr bekam und ich drauf und dran war, die schnelle medizinische Hilfe zu rufen. 

Das Interessante ist, dass mein Butler bei allen Leuten, die ihn kennen, jetzt als „wahrer Held“ gilt. Ich kann das nicht beurteilen, weil ich als echter Kater, der noch dazu als „Freigänger“ immer an der frischen Luft ist, noch nie auch nur eine Zigarette geraucht habe, geschweige denn gleich davon süchtig geworden wäre. So dämlich sind nur Zweibeiner. Ich werde im neuen Jahr auch nicht mit dem Rauchen anfangen. Und auch von Frau Merkel habe ich keine entsprechenden Signale aufgefangen. 

Dennoch will ich Ihnen, die Sie im neuen Jahr vielleicht wie mein Butler das Rauchen aufgeben wollen, alle Pfötchen drücken! Der Herr Schmidt war so ein leidenschaftlicher Raucher – er ist noch lange nicht darüber hinweg. Die einschlägige Fachliteratur sagt zwar, mit jedem Tag ohne den blauen Dunst werde es leichter, dem Rauchen zu entsagen. Aber mein Butler hat andere Erfahrungen. 

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Er hat beispielsweise gern drei bis fünf Zigaretten geraucht, während ich ihm an dieser Stelle meine monatlichen Gedanken diktiert habe. Das hängt damit zusammen, dass mein Butler in seiner Rolle als Journalist geübter ist als ich und dementsprechend seine Texte sehr viel schneller schreibt als ich ihm meine Texte diktieren kann. Logischerweise nervt es meinen Herrn Schmidt, wenn ich lange, teilweise sogar sehr lange überlegen muss, bis ich meine Gedanken so geordnet habe, dass sie zu Papier gebracht werden können. Aber da muss mein Butler durch. Wer damit weltberühmt werden will, was seinem Kater so einfällt, der muss auch ein bisschen leiden. 

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Und sonst so? Die Regierung hat zu Beginn des neuen Jahres beschlossen, dass künftig bei Wahlen auch eine Briefwahl möglich sein soll. Die Älteren unter ihnen kennen meine Einstellung zu Wahlen und zur Demokratie: Egal, wer auch immer an der Regierung ist – die Weltherrschaft haben eh wir Katzen. Das wird sich auch 2024 nicht ändern. Čauky mňauky!

🐾🐾 Schmidts Kater Loisl und sein Butler Hans-Jörg Schmidt 🐾🐾

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