Nach nur gut drei Monaten ist die neue internationale Zugverbindung von Frankfurt über Dresden und Prag bis ins polnische Przemyśl vorerst wieder Geschichte. Der tschechische Bahnanbieter Leo Express hat den Betrieb zum 5. Oktober eingestellt. Als Grund nennt das Unternehmen zahlreiche Baustellen und Streckensperrungen in Deutschland.

Erst Ende Juni hatte Leo Express die mehr als 1300 Kilometer lange Verbindung zwischen Deutschland, Tschechien und Polen aufgenommen. Nun zog das private tschechische Bahnunternehmen vorerst die Reißleine. Seit Montag, dem 5. Oktober, verkehren die Züge zwischen Frankfurt, Dresden, Prag, Ostrau (Ostrava) und Przemyśl nicht mehr.

Als Grund nennt Leo Express die anhaltenden Bauarbeiten sowie weitere geplante Streckensperrungen im deutschen Schienennetz. Diese würden die Stabilität des Fahrplans und den Betrieb der Verbindung erheblich beeinträchtigen. Ein Betrieb mit nahezu täglich wechselnden Fahrplänen, Umleitungen und Sperrungen sei langfristig nicht aufrechtzuerhalten, teilte das Unternehmen mit.

Zukunft der Verbindung offen

Ob die Verbindung im kommenden Jahr zurückkehrt, ist bislang offen. Leo Express spricht davon, den Betrieb auf der Strecke „in diesem Jahr“ nicht fortzusetzen. Zugleich führe das Unternehmen Gespräche mit der Deutschen Bahn über künftige Fahrplanlagen.

Fahrgäste, die bereits Tickets für Verbindungen nach dem 5. Oktober gekauft haben, sollen vom Kundenservice kontaktiert und nach den geltenden Bestimmungen entschädigt werden.

Die Verbindung war am 25. Juni gestartet und sollte Frankfurt über Erfurt, Leipzig und Dresden direkt mit Prag und anschließend über Olmütz (Olomouc), Ostrau, Krakau und weitere polnische Städte mit Przemyśl nahe der ukrainischen Grenze verbinden. Damit hatte Leo Express eine der längsten durchgehenden Bahnverbindungen Europas geschaffen. LandesEcho hatte Ende vergangenen Jahres über die damals angekündigte neue Verbindung berichtet.

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