Traditionell geht die Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern. Wir haben bei zwei Angehörigen der deutschen Minderheit nachgefragt, worauf sie während dieser Zeit verzichten. 

Die Fastenzeit, eine Zeit der Besinnung und Vorbereitung auf das Osterfest, ist eine Tradition, die von vielen Christen auf der ganzen Welt praktiziert wird. Für die katholische Gemeinschaft und andere christliche Konfessionen markiert sie eine Phase der Buße, des Gebets und der spirituellen Erneuerung. Während dieser 40-tägigen Periode, die am Aschermittwoch beginnt und bis zum Osterfest dauert, wird den Gläubigen die Gelegenheit geboten, sich intensiver mit ihrem Glauben auseinanderzusetzen und sich auf die Bedeutung von Ostern vorzubereiten.

Die Art und Weise, wie man die Fastenzeit begeht, unterscheidet sich dabei in den Regionen und manchmal sogar von Person zu Person. Auch viele Mitglieder der deutschen Minderheit beteiligen sich an der Fastenzeit. Daher haben wir nachgefragt, welche persönlichen Traditionen und Praktiken sie während der Fastenzeit haben: 

Irene Kunc im Begegnungszentrum Mährisch Trübau. Foto: Archiv

„Von unseren Landsleuten habe ich erfahren, dass man hier in der Region Schönhengstgau eher böhmisch-katholisch war. Das bedeutet, dass man alles nicht so streng genommen hat. Als ich klein war, erinnere ich mich, dass unsere Großmutter zwar nicht die gesamte Fastenzeit eingehalten hat, aber sie hat viel mehr mit Gemüse gekocht. Es gab Dillsoße, Gurkensoße, Kümmelsuppe, Krautsuppe, grüne Fisoln und Spinat mit Kartoffeln und Ei und manchmal Fisch. Und auch der Großvater musste etwas weniger Bier trinken.“ 

Irene Kunc

„Ich bin nicht besonders religiös. Daher ist Fasten für mich vor allem ein Weg, um etwas Gewicht zu verlieren. Dabei verzichte ich eigentlich auf so gut wie alles außer Wasser, am liebsten sprudelndes. Es ist nicht einfach, die Fastenzeit durchzuhalten, vor allem wenn zuhause die eine oder andere Versuchung lauert. Was wir essen, hängt immer davon ab, wer kocht. Die Gerichte variieren von Linsen und Erbsen bis hin zu Fisch und Reis. Das Fasten gibt mir sehr viel Kraft. Wenn die Zeit jedoch überstanden ist, freue ich mich am meisten auf das Eis.“

Richard Neugebauer

Richard Neugebauer. Foto: privat

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