V.l.n.r.: ifa-Kulturmanager Ilyas Zivana und Šimon Šticha, Spieler des Teams der deutschen Minderheit in Tschechien, halten gemeinsam den Turnierschal der Europeada. Foto: Minderheiten-Kompetenz-Netzwerk, Leon Bosse
V.l.n.r.: ifa-Kulturmanager Ilyas Zivana und Šimon Šticha, Spieler des Teams der deutschen Minderheit in Tschechien, halten gemeinsam den Turnierschal der Europeada. Foto: Minderheiten-Kompetenz-Netzwerk, Leon Bosse

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte nimmt die deutsche Minderheit der Tschechischen Republik an der Fußball-Europameisterschaft der nationalen Minderheiten teil. 

Aus sportlicher Perspektive ist das Jahr 2024 ein besonderes. Bereits im Mai findet die Eishockey-Weltmeisterschaft in Tschechien statt, gefolgt von der Fußball-Europameisterschaft der Herren in Deutschland nur einen Monat später. Direkt im Anschluss werden dann auch noch die Olympischen Sommerspiele in Paris ausgetragen. Doch das sind nicht die einzigen sportlichen Großereignisse. Denn in Nord- und Südschleswig zwischen der Nord- und Ostsee findet in diesem Jahr vom 28. Juni bis 7.  Juli auch die Europeada statt, die Fußballeuropameisterschaft der nationalen Minderheiten. 

Aufbau eines Teams ist derzeit wichtigste Aufgabe

Insgesamt nehmen an diesem Turnier 27 Herren- und neun Frauenmannschaften teil, darunter auch die deutsche Minderheit aus Tschechien. Derzeit ist der ifa-Kulturmanager der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik, Ilyas Zivana, darum bemüht, ein Team zusammenzustellen. Dieses wird dann im Sommer die deutsche Minderheit aus Tschechien bei der Europeada auf dem Fußballplatz repräsentieren. „Wir schaffen es in diesem Jahr leider nur eine Herrenmannschaft anzumelden. Teilnehmen können daher alle, die männlich, zwischen 16 und 40 Jahre alt sind und sich der deutschen Minderheit zugehörig oder verbunden fühlen“, antwortete Zivana auf die Frage, wer alles Teil der Teams werden kann. Um sich auf das Turnier auch richtig vorzubereiten, möchte Zivana regelmäßige Trainings in Prag organisieren, bei denen die Teilnehmenden zu einem Team zusammenwachsen sollen. 

Bis es soweit ist, müssen aber noch einige Schwierigkeiten bewältigt werden. Insbesondere die Akquise von Spielern stellt derzeit noch ein Problem dar. „Die Teilnahme an der Europeada ist eine völlig neue Sache. Was den Aufbau des Teams angeht, profitieren wir also leider noch nicht von fest etablierten Strukturen, aus denen wir schöpfen können“, erklärt Zivana. 

Minderheiten präsentieren sich beim Tag der Kulturen

Der hauptsächliche Grund für die Teilnahme ist natürlich der Spaß am Fußballspiel. Dennoch handelt es sich bei der Veranstaltung um ein medienwirksames Ereignis, bei dem sich die nationalen Minderheiten aus Europa auch abseits des Fußballplatzes präsentieren können. So findet zur Hälfte des Turniers ein Tag der Kulturen statt, an dem sich die Minderheiten einer interessierten Öffentlichkeit vorstellen werden. 

„Mit unserer Teilnahme verfolgen wir gleich mehrere Ziele. Zum einen geht es darum, uns einem breiten Publikum zu zeigen, uns mit anderen Minderheiten in Europa zu vernetzen und natürlich wollen wir damit auch junge Menschen begeistern, sich in der deutschen Minderheit zu engagieren“, erklärt Zivana. 

Auf die Frage, wie denn die Erfolgsaussichten bei der Veranstaltung sind, zuckt Zivana mit den Schultern: „Das hängt vor allem von der Vorbereitung ab. Wir haben eine schwere Gruppe gezogen, aber am Ende ist im Fußball alles möglich.“ 

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