Die Inflation in Tschechien ist zum Jahresbeginn so niedrig wie zuletzt vor knapp neun Jahren. Hauptgrund sind die deutlich gesunkenen Energiepreise.
Die Verbraucherpreise in Tschechien sind im Januar im Jahresvergleich nur noch um 1,6 Prozent gestiegen. Das ist die niedrigste Teuerungsrate seit November 2016, wie das Tschechische Statistikamt (CZSO) in einer vorläufigen Schätzung mitteilte. Im Dezember hatte die Inflation noch bei 2,1 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sich die Preise allerdings um 0,9 Prozent. Den größten Einfluss hatten sinkende Energiekosten: Sie lagen fast acht Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Dienstleistungen verteuerten sich hingegen um 4,7 Prozent, Lebensmittel um 1,3 Prozent. Ohne den Rückgang der Energiepreise wäre die Inflation im Januar auf drei Prozent gestiegen.
Niedrigere Energiepreise verlangsamen Inflation
Experten führen die Verlangsamung der Inflation vor allem auf die Entscheidung der Regierung zurück, Haushalte bei den Energiekosten zu entlasten. „Der Erlass der Gebühr für erneuerbare Energien spielte eine Schlüsselrolle“, erklärte David Marek, Chefökonom von Deloitte. Auch niedrigere Kraftstoffpreise hätten den Trend verstärkt. Problematisch bleibe jedoch die Preisentwicklung im Dienstleistungssektor. Besonders die Wohnungspreise zögen weiter an, sagte Petr Dufek von der Creditas Bank. Die hohe Nachfrage treffe hier auf ein begrenztes Angebot. Für die kommenden Monate rechnen Analysten damit, dass die Inflation unter dem Zwei-Prozent-Ziel der Tschechischen Nationalbank bleibt. Erst gegen Jahresende könnte sie wieder leicht steigen. Für 2026 wird im Schnitt eine Teuerungsrate von rund 1,8 Prozent erwartet.
Einzelhandel legt im Jahresvergleich zu
Parallel veröffentlichte das Statistikamt neue Zahlen zu den Umsätzen im Einzelhandel. Diese stiegen 2025 um 3,5 Prozent, nach 4,6 Prozent im Jahr zuvor. Im Dezember verlangsamte sich das Wachstum auf 1,8 Prozent. Am stärksten legten Kosmetik- und Drogeriegeschäfte sowie Apotheken zu. Rückgänge gab es dagegen bei Elektronik, Sportartikeln sowie Bekleidung. Für das Gesamtjahr 2025 trugen vor allem Internetverkäufe zum Aufschwung bei. Online- und Versandhändler meldeten ein Plus von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch Kraftstoffe und Non-Food-Produkte verzeichneten deutliche Zuwächse, während Lebensmittel nur leicht zulegten. Analysten bewerten die Perspektiven weiter positiv. Steigende Reallöhne und eine höhere Konsumbereitschaft dürften den privaten Verbrauch auch 2026 stützen. Der Einzelhandel bleibe damit ein wichtiger Motor des Wirtschaftswachstums, heißt es in der Schätzung.
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