Die erste deutsche Auflage über den „Misthaus-Besitzer“ verkaufte sich so gut, dass nun eine zweite, intensiv überarbeitete Auflage erschien.

Die neuen Geschichten über Gustav Ginzel (1932-2008) wurden vom „Haus der deutsch-tschechischen Verständigung“ in Gablonz/Reinowitz (Jablonec nad Nisou/ Rýnovice) gesammelt und unter dem Titel „Gustav Ginzel: Globetrotter aus dem Misthaus“ herausgegeben.

Das tschechische Original „Podivín, který okrášlil svět“ erschien erstmals 2015 und nach nur einem Jahr in zweiter Auflage. Die 2020 erschienene, lang erwartete deutschsprachige Version „Ein Sonderling, der die Welt verschönerte“ wurde zum Renner. Das wundert nicht, wenn man weiß, wer im Mittelpunkt steht: der zur Legende gewordene Weltenbummler und Besitzer des Misthauses im nordböhmischen Klein Iser (Jizerka) Gustav Ginzel.

Es ist der Verdienst des heute 70-jährigen Journalisten und Schriftstellers Jan Šebelka, der Erinnerungen der unterschiedlichsten Menschen an diesen ungewöhnlichen, weit über die Grenzen seiner Heimat bekannten „Sonderling“ sammelte und so vor dem Vergessen bewahrte. „Natürlich wollte ich das Buch so schnell wie möglich auch den deutschen Besuchern des Misthauses anbieten können“, sagt Šebelka. „Aber da fehlten mir leider schriftliche Erinnerungen, obwohl diese bei Gustav immer in der Mehrzahl waren, bestimmt 90 Prozent.“ Als das Ganze dann schließlich spruchreif war, begann die Suche nach zuverlässigen Partnern. Dabei war Eigeninitiative gefragt, da sich kein deutscher Verlag fand. Das Buch hatte im vorigen Jahr das „Haus der deutsch-tschechischen Verständigung“ in Gablonz/Reinowitz herausgegeben. Dessen Partner in diesem Vorhaben war und ist die „Sächsische Zeitung“. Gefördert haben das Projekt der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds und der Bezirk Reichenberg (Liberecký kraj). „In dieser Hinsicht seien die fünf Jahre eine gar nicht so lange Zeit gewesen“, räumt Jan Šebelka ein.

Es war nicht anders zu erwarten: Auch diese deutsche Ausgabe entwickelte sich schnell zum Bestseller. So schnell, dass alle an der Herausgabe beteiligten Partner schon bald über eine zweite Auflage nachdachten. Dabei zeigte sich, dass inzwischen neue, interessante Zuschriften mit bisher unbekannten Details eingegangen waren. Besonders hatten sich nun auch weitere Oberlausitzer zu Wort gemeldet. Das wollte man „belohnen“. Und so entschloss man sich, einige Beiträge durch andere zu ersetzen. Das betraf auch die Auswahl der Fotos sowie die Gestaltung des Buches insgesamt. Was nun, unmittelbar vor dem Weihnachtsfest, im Buchhandel vorliegt, ist eine völlig andere, aber äußerst gelungene Variante.