In Mährisch Schönberg (Šumperk) sind bei der zweiten "Johnny"-Klein-Preisverleihung zwei erste Preise und ein Förderpreis vergeben worden. 

Bereits zum zweiten Mal wurde am Samstag in Mährisch Schönberg (Šumperk) der „Johnny“ Klein-Preis vergeben. Die zwei ersten Preise gingen an den ARD-Journalisten Jürgen Osterhage und den freien Hörfunkjournalisten Kilian Kirchgeßner. Osterhage gewann mit seiner TV-Reportage für die ARD-Anstalten „Heimat mit Hindernissen – die deutsche Minderheit in Tschechien.“ Kirchgeßners Beitrag „Das Vermächtnis“ über das gemeinsame Engagement von Sudetendeutschen und Tschechen zur Pflege des gemeinsamen Erbes wurde im Deutschlandfunk ausgestrahlt wurde. Den Nachwuchspreis nahm die freie Journalistin Lucie Römer entgegen, die für ihren Beitrag „Besser als aufs Handy zu starren“ in der Obdachlosenzeitung „Nový Prostor“ über Tschechen, die einen alten deutschen Friedhof im nordböhmischen Grenzgebiet ausgraben ausgezeichnet wurde.

Kilian Kirchgeßner, "Johnny"-Klein-Preisverleihung 2018 / Foto: Peggy LohseJürgen Osterhage, "Johnny"-Klein-Preisverleihung 2018 / Foto: Peggy Lohse

Die Gewinner wurden von einer achtköpfigen deutsch-tschechischen Jury aus knapp 30 Beiträgen aus Tschechien und Deutschland ausgewählt, die sich thematisch mit der Deutschen Minderheit und den deutsch-tschechischen Beziehungen befassen. Der Preis zeichnet sowohl herausragende journalistische als auch publizistische und populärwissenschaftliche Beiträge aus. Der deutsche Botschafter in Tschechien, Christoph Israng, der zugleich Mitglied der Jury ist, würdigte „die hohe Qualität aller eingesandten Beiträge. Sie zeigen uns die ganze Bandbreite und Vielfalt des deutsch-tschechischen Verhältnisses“.

Der Deutsche Botschafter Christoph Israng, "Johnny"-Klein-Preisverleihung 2018 / Foto: Peggy Lohse

Der ehemalige Bundesbeauftragte für Aussiedler und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk, hob „die wichtige Brückenfunktion der Aussiedler und deutschen Minderheiten in Europa zwischen der Bundesrepublik und den Heimatländern jener Deutschen“ hervor. „Dies haben die prämierten Beiträge in vorbildlicher Weise beschrieben.“

Der ehemalige Bundesbeauftragte für Aussiedler und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk, "Johnny"-Klein-Preisverleihung 2018 / Foto: Peggy Lohse

Der Preis ist nach dem früheren Sprecher der Bundesregierung und stellvertretenden Bundestagspräsidenten Hans „Johnny“ Klein benannt und wird in dessen Geburtsort Mährisch Schönberg vergeben. Sein Sohn und Laudator Alexander Klein erinnerte an den Leitspruch seines 1931 geborenen Vaters, der selbst lange als Journalist gearbeitet hat: „Alles ist formulierbar, vor allem die Wahrheit.“ Das gelte auch für die drei ausgezeichneten Beiträge.

Feierliche "Johnny"-Klein-Preisverleihung 2018 / Foto: Peggy Lohse

Der Preis soll das Lebenswerk von Hans Klein als Vermittler zwischen Deutschen und Tschechen würdigen. Und er soll nachhaltig wirken. „Dieses Ziel wurde in diesem Jahr eindrucksvoll erreicht“, sagt Hartmut Koschyk. „Mit den beiden Gewinnerbeiträgen über die deutsche Minderheit in Tschechien ist ihr Anliegen in den deutschen Leitmedien ARD und Deutschlandfunk angekommen.“

"Johnny"-Klein-Preisverleihung 2018 / Foto: Peggy Lohse


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