Alles wird digitaler, auch das wissenschaftliche Arbeiten. Das Projekt „Porta fontium“ unterstützt die geschichtswissenschaftliche Zusammenarbeit von Deutschland und Tschechien. Regelmäßig gibt es Vorträge, manchmal auch Workshops. Ein größeres Vorhaben läuft seit mehreren Jahren.

2014 wurde Porta fontium ins Leben gerufen. Es ist eine von der EU unterstützte Kooperation zwischen den Nachbarregionen Bayern und Tschechien. Gegründet wurde es vor allem, um die Archivbestände, die etwas zur deutsch-tschechischen Geschichte erzählen, zu digitalisieren. Dadurch werden die empfindlichen Dokumente geschützt, wenn man mit ihnen arbeiten möchte. Die historischen Zeugnisse werden durch die Digitalisierung auch frei der Öffentlichkeit zugänglich gemacht; für andere Forscher, Studenten oder Hobbyhistoriker. Zu den Objekten gehören unter anderem Urkunden, Chroniken, Zeitungen und Fotos.

Die deutsch-tschechische Geschichte ist unweigerlich mit der deutschsprachigen Bevölkerung der Länder der böhmischen Krone verknüpft. Einige Zeugnisse ihres Lebens und Wirkens sind weiterhin in tschechischen Archiven vertreten. Andere Bestände sind nach dem Zweiten Weltkrieg mit den Vertriebenen in die Bundesrepublik gekommen. Sie wurden im Sudetendeutschen Archiv gesammelt, das inzwischen in das Bayerische Staatsarchiv aufgegangen ist. Virtuell finden nun alle Quellen wieder eine gemeinsame Aufbewahrung.

Viele dieser Objekte sind bereits auf der Website von Porta fontium online gestellt. Dabei sind sie zunächst nach Quellenart unterteilt. Der Benutzer kann dann einsehen, von welchem Archiv entsprechende Digitalisierungen vorliegen und sie sich ansehen. In Zukunft soll es den Nutzern auch möglich sein mit Schlagwörtern Quellen zu finden. Dafür wird man auf der Website einfach in einer Suchleiste ein Wort eingegeben müssen und entsprechende Objekte werden angezeigt.

Außerdem wurde bisher ein tschechisch-deutscher Archivführer erstellt. Online gibt eine Auflistung der Archive in Tschechien und Bayern und eine Beschreibung, was bei ihnen zu finden ist. Regelmäßig organisiert das Projekt auch Vorträge, Ausstellungen und Workshops auf Deutsch oder Tschechisch. Zuletzt gab es Anfang Juni im oberbayerischen Tüßling einen Vortrag über „Die frühen Bayern“. Mitte Juni veranstaltete das Archiv in Eger (Cheb) eine Ausstellung und Vorträge über König Wenzel IV.

Das Bayerischen Staatsarchivs ist für die Koordination auf deutscher Seite zuständig, in Tschechien koordiniert das Staatliche Gebietsarchiv Pilsen. Informationen zu Vorträgen, Workshops und anderen Projekten und bereits vorhandene Digitalisierungen können Sie der Website von Porta fontium entnehmen.


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