Bei einem Treffen in Berlin am vergangenen Freitag unterzeichnete Tschechiens Außenminister Petr Macinka (Motoristen) zusammen mit seinem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul (CDU) ein Memorandum über den Weiterbestand des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds bis 2037. Daneben äußerte sich Macinka erneut kritisch zum Sudetendeutschen Tag, der nächste Woche erstmals in Tschechien stattfinden soll.
Am vergangenen Freitag, den 8. Mai 2026, dem Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa, besuchte der tschechische Außenminister Petr Macinka (Motoristen) die deutsche Hauptstadt. Bei einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul (CDU) unterzeichneten die beiden Minister ein Memorandum über den Weiterbestand des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds bis 2037.
Ein starkes Zeichen für die Zukunft
Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds ging aus der Deutsch-Tschechischen Erklärung über die gegenseitigen Beziehungen und deren zukünftige Entwicklung hervor, einem im Jahr 1997 geschlossenen zwischenstaatlichen Abkommen beider Regierungen. Die Stiftung unterstützt zahlreiche Projekte im deutsch-tschechischen Kontext. Laut dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds setzten die Außenminister mit der Unterzeichnung des gemeinsamen Memorandums ein starkes Zeichen für die kommenden Jahre. Gemäß der Erklärung werde über die Finanzierung des Fonds zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

Warnung an Söder und Dobrindt
In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung äußerte sich Macinka zudem erneut zum Sudetendeutschen Tag, welcher kommende Woche zum ersten Mal in Tschechien stattfinden wird. Laut Macinka habe Bernd Posselt, der Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, die Auswirkungen der Veranstaltung unterschätzt.
Laut dem tschechischen Außenminister passe die Veranstaltung nicht in das Konzept der Versöhnung. Insbesondere ältere Menschen hätten sich deswegen beschwert. Er glaube nicht, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sowie Innenminister Alexander Dobrindt (CSU), welche an der Veranstaltung teilnehmen, „eine gute Zeit in Brünn haben werden“. Dennoch betonte Macinka, dass die aktuelle Debatte nichts an der guten Beziehung zwischen Tschechien und Deutschland ändern würde.
Im Anschluss besuchte Macinka die Gedenkstätte Plötzensee, welche an die über 600 durch die Nationalsozialisten ermordeten Tschechoslowaken erinnert. Auch ein Treffen mit dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Armin Laschet (CDU), war Teil des Besuches.
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