Im vergangenen Monat lud das Verbindungsbüro des Freistaats Sachsen in Prag zum Kulturabend „Jerusalem“. In Sachsen ist das gesamte Jahr 2026 der jüdischen Kultur gewidmet.
Am Donnerstag, den 26. März, lud das Verbindungsbüro des Freistaats Sachsen zum Kulturabend „Jerusalem“. „Sachsen feiert in diesem Jahr TACHELES, das Jahr der jüdischen Kultur, und wir wären nicht das Sächsische Verbindungsbüro, wenn wir dieses Projekt nicht aufgreifen, und in einem grenzüberschreitenden Kontext umsetzen würden“, eröffnete Josefina Ofner, die Leiterin des Sächsischen Verbindungsbüros in Prag den Abend.
Autor Küf Kaufmann nimmt Publikum mit nach Jerusalem
Einen Teil des Abends stellte die Eröffnung der Ausstellung „ALEF-BET“ der Dresdner Künstlerin Lieselotte Theil-Hurshell dar. In 22 Bildern – ein Bild für jeden Buchstaben – setzt sich Theil-Hurshell in ihrer Bilderreihe mit dem hebräischen Alphabet auseinander. Den Hauptteil des Abends nahm jedoch eine musikalisch-literarische Lesung des Leipziger Autors Küf Kaufmann ein. In humorvoll vorgetragenen Versen berichtete Kaufmann dem Publikum von Jerusalem: von einer Nacht in einem Jerusalemer Hotel, vom Krähen der Hähne, dem Läuten der Kirchenglocken genauso wie von den Rufen der Muezzin von den Minaretten und dem Donnern eines Gewitters, das die „Stadt des Friedens“ heimsucht. Begleitet wurde Kaufmann dabei vom Leipziger Künstlertrio KlangProjekt, das zur Untermalung der Texte von Kaufmann auch eine Schofar – ein Widderhorn – einsetzte und die Lesung von Kaufmann in ein nahezu spirituelles Erlebnis verwandelte.

Jüdische und sächsische Geschichte eng verbunden
Ein Teil von KlangProjekt ist Thomas Feist (CDU), der Beauftragte für jüdisches Leben in Sachsen, der in der Formation Synthesizer und Keyboard spielt. Nach dem Ende der DDR habe das jüdische Leben im Freistaat als nahezu erloschen gegolten, so der Beauftragte. Mittlerweile lebten in Sachsen wieder 2500 Juden – verteilt auf drei Gemeinden in Leipzig, Chemnitz und Dresden: „Juden gehören zu unserem Freistaat dazu”, so Feist. „Ohne die sächsischen Juden wäre Sachsen noch heute ein Agrarstaat“, verweist Feist auf die jahrhundertealte sächsisch-jüdische Geschichte und den Beitrag der jüdischen Bevölkerung zum wirtschaftlichen Fortschritt des Freistaates. „Felix Mendelssohn Bartoldi, der erste Gewandhauskapellmeister in Leipzig, sehr viele Wissenschaftler… und auch der erste sächsische Ministerpräsident 1919, Georg Gradnauer, kam aus einer jüdischen Familie“, betont Feist wiederum den kulturellen Einfluss des Judentums in Sachsen. „Wir sollten stolz darauf sein, was die Juden in Sachsen geleistet haben. Und das sollten wir feiern, eben auch mit solchen Veranstaltungen.“

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