In der Nacht zum Mittwoch ist das Schaufenster des von der deutschen Minderheit betriebenen Begegnungszentrums in Eger(Cheb) sowie ein weiteres Gebäude in der Stadt mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Die Landesversammlung der deutschen Vereine verurteilt den Vorfall.
Das Schaufenster des Begegnungszentrums in Eger (Cheb) ist in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, den 20. Mai 2026, mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Daneben wurden auch die Räumlichkeiten des nahegelegenen Gemeinschaftsbildungsvereins (Komunitní osvětové společenství z.s.) bemalt.
Das Begegnungszentrum im Balthasar-Neumann-Haus auf dem Marktplatz ist Sitz des Bunds der Deutschen – Landschaft Egerland. Der 1991 gegründete Verein setzt sich für die Belange der deutschen Minderheit im Egerland sowie die Pflege der Egerländer Kultur in der Tschechischen Republik ein und versteht seine Arbeit als Beitrag zur Völkerverständigung, vor allem zwischen Deutschen und Tschechen.
Landesversammlung dankt Stadt Eger für Solidarität
Die Stadt Eger distanziert sich von dem Vorfall: „Die Stadtverwaltung von Cheb verurteilt den Vandalismus, der sich heute Nacht ereignet hat, aufs Schärfste. Wir vertrauen darauf, dass es der tschechischen Polizei gelingen wird, den Täter bald zu fassen und zu überführen. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, die nationalsozialistischen Symbole so schnell wie möglich von den Schaufenstern zu entfernen“, erklärte Pressesprecherin Simona Liptáková.
Auch Richard Neugebauer, Präsident der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik (LV), verurteilte gegenüber dem LandesEcho den Vorfall: „Was geschehen ist, ist schrecklich. Wir bedanken uns bei der Stadt Eger für die Solidarität und das schnelle Reagieren.“
Zusammenhang mit Sudetendeutschem Tag denkbar
Die Hakenkreuz-Schmierereien ereigneten sich kurz vor dem 76. Sudetendeutschen Tag in Brünn (Brno) am kommenden Wochenende. Erstmals findet das jährliche Treffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft auf Einladung der Initiative Meeting Brno in Tschechien statt. Während die Opposition die Durchführung des Sudetendeutschen Tages in Tschechien unterstützt, sprach sich die Regierungskoalition aus ANO, Motoristen und SPD erst letzte Woche gegen eine solche Veranstaltung auf tschechischem Boden aus.
„Die Hakenkreuz-Schmierereien sind das Ergebnis der politischen Stimmungsmache der letzten Wochen. Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir uns nicht provozieren lassen. Die deutsche Minderheit setzt sich seit Jahren für ein friedliches Miteinander zwischen Deutschen und Tschechen ein, und entsprechend werden wir uns auf dem Sudetendeutschen Tag in Brünn auch präsentieren“, ruft LV-Präsident Richard Neugebauer zu Besonnenheit auf.
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