Nach rund zweijähriger Pause kehrt eine der bekanntesten Attraktionen der tschechischen Hauptstadt zurück: Die Standseilbahn auf den Laurenziberg (Petřín) hat gestern ihren Betrieb mit Fahrgästen wieder aufgenommen.

Die beliebte Standseilbahn war im September 2024 nach heftigen Regenfällen aus Sicherheitsgründen stillgelegt worden. In den darauffolgenden zwei Jahren wurde die knapp einen halben Kilometer lange Strecke grundlegend restauriert und die Hänge wurden neu stabilisiert.

Neues Design und mehr Platz

Für die vierte Generation der Bahn wurde ein moderner Entwurf der tschechischen Designerin Anna Marešová umgesetzt, der bereits mit dem German Design Award 2025 ausgezeichnet wurde. Die neuen Fahrzeuge zeichnen sich besonders durch schlichte Linien und großzügige Glasfronten für einen Panoramablick über Prag aus. Zudem steigt die Kapazität pro Wagen von 100 auf 120 Personen. Auch für Kinderwägen und Rollstühle ist nun mehr Platz. Als spielerisches Detail ist eine Interaktion integriert: Begegnet man sich auf halber Strecke, zwinkert ein Wagen dem anderen zu.

Kritiker bemängeln die fehlende Klimatisierung der neuen Bahnen. Auf so einer kurzen Strecke sei eine Klimaanlage praktisch nicht funktional, die Fenster seien jedoch so gebaut, dass ein Luftdurchzug für fische Luft während der Fahrt sorgen würde, so Marešová. Im Winter sind die Wägen der Standseilbahn beheizt.

Mehr Platz, Komfort und freie Panoramasicht im modernen Design. Credit: DPP/Petr Hejna

Die Schienen standen nicht zum ersten Mal still

Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1891 stand die Standseilbahn auf den Laurenziberg immer wieder still. Nach einer Unterbrechung während des Ersten Weltkriegs führte Wassermangel 1921 zum vorläufigen Stopp. Erst 1932 ging die Bahn nach einer umfassenden Modernisierung und Umstellung auf Elektroantrieb wieder in Betrieb. Doch schwerere Erdrutsche erzwangen 1967 die nächste Zwangspause, die nach einer grundlegenden Erneuerung erst 1985 endete.

Fahrplan und Tarife

Seit dem 22. September fahren die Wagen täglich ab 7 Uhr morgens alle zehn Minuten bis um 22.15 Uhr. Eine Einzelfahrt kostet regulär 100 Kronen (90 Kronen über die App PID Lítačka), Langzeitfahrkarten des Prager Verkehrsverbunds PID behalten ihre Gültigkeit. Für Inhaber des Prague Visitor Pass, Kinder bis 15 Jahre sowie Senioren ist die Fahrt kostenfrei.

Weitere Renovierungsmaßnahmen der drei Stationen sind noch ausstehend und sollen bis 2030 fertiggestellt werden. Die Petřín-Bahn wird währenddessen weiterhin in Betrieb bleiben.

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