Am Freitag, den 11. November, fand in Bamberg die Verleihung des deutsch-tschechischen Journalistenpreises 2022 statt. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr insgesamt neun Autoren aus Deutschland und Tschechien.

Mit dieser Verleihung ehrt der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds gemeinsam mit den Journalistenverbänden beider Länder jährlich niveauvolle, objektive und verantwortungsvolle Berichterstattung, die über alltägliche Themen hinausgeht und die einen besonderen Bezug zu den Geschehnissen in beiden Nachbarländern herstellt. Diese Würdigung fand nun bereits das siebte Jahr in Folge statt. 

„Im letzten Jahr wurden die tschechische und deutsche Gesellschaft vor allem durch den Krieg in der Ukraine und seine vielfältigen Folgen erschüttert. In einer Zeit zunehmender Krisen und globaler Bedrohungen wird jetzt immer klarer, wie nötig Zusammenhalt, grenzüberschreitende Zusammenarbeit, gegenseitige Inspiration und die Erweiterung des eigenen Horizonts sind bei der Suche nach gemeinsamen Antworten auf Probleme, die keine Grenzen kennen. Die eingegangenen Beiträge befassen sich diesmal anhand konkreter, individueller Schicksale nicht nur mit unserer gemeinsamen Geschichte, sondern viele von ihnen spiegeln die aktuellen, drängenden Probleme wider, mit denen wir heute zu kämpfen haben", fassten die Direktoren des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, Petra Ernstberger und Tomáš Jelínek, das Anliegen der Veranstaltung zusammen.

Der Festakt im historischen Gebäude des Alten E-Werks in Bamberg wurde von zahlreichen Journalisten, Ehrengästen und der breiten Öffentlichkeit aus Deutschland und Tschechien begleitet. Ebenfalls wurde die Veranstaltung per Livestream auf verschiedenen Online-Plattformen übertragen.

Auszeichnungen in Text, Multimedia und Audio

Die zu vergebenden Preise umfassten die Kategorien Text, Multimedia und Audio. In diesem Jahr erhielten jeweils ein tschechischer und ein deutscher Autor in diesen Kategorien eine Auszeichnung. Aus allen eingereichten Beiträgen wurden hier die Preisträger Jan Brož (Hrot), Kilian Kirchgeßner (Brand eins), Jolana Matějková (Česká televize), Christian Stücken (Bayerischer Rundfunk), Štěpán Vizi/ Filip Rambousek (Radio Prague International) und Kilian Kirchgeßner (Deutschlandfunk) gewählt. 

Die Preise in der Kategorie Text gingen an Jan Brož für seinen Artikel „Putinovi ruští Němci a odpůrci“ (Putins Russlanddeutsche und seine Gegner) und Kilian Kirchgeßner für seinen Beitrag „Du musst aufhören zu denken, dass jeder westliche Unternehmer dreimal klüger ist als Du.“

In der Kategorie Multimedia wurden die Dokumentarfilme „Der Todesflug von Marienbad: Was geschah an Bord der Turbolet L410?“ von Christian Stücken und „Čas slavit a zpívat“ (Zeit zum Feiern und Singen) von Jolana Matějková ausgezeichnet.

Für einen Beitrag aus dem ersten deutsch-tschechischen Klima-Podcast „Karbon“ sowie einen Rundfunkbeitrag zum Thema „Brutalistische Zeitzeugen: Tschechiens Umgang mit der Architektur des Kommunismus“ erhielten das Duo Štěpán Vizi und Filip Rambousek sowie Kilian Kirchgeßner die Auszeichnungen in der Kategorie Audio.

Darüber hinaus ging der Sonderpreis „Milena Jesenská“ – benannt nach der bemerkenswert couragierten Journalistin – an Magdalena Fajtová (Český rozhlas Plus) für ihre Reportage „Er erschoss sich als Wehrmachtssoldat und achtzig Jahre lang wusste man nichts von ihm. Bis sich sein Militärausweis fand…“ Die Autorin teilte damit das Schicksal ihres Urgroßvaters, der als Soldat der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg Selbstmord beging. Mit diesem Sonderpreis würdigt der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds besondere aktuelle Beiträge zu den Themen Zivilcourage, Verständigung und Toleranz.

Eine weitere Sonderauszeichnung erhielt in diesem Jahr Lída Rakušanová für langjährige herausragende journalistische Tätigkeit. Die tschechische Journalistin habe fast ihr gesamtes Berufsleben den deutsch-tschechischen Beziehungen gewidmet und strebe stets nach Aufklärung, Verständnis und Verständigung, begründete eines der Jurymitglieder die Entscheidung.

Jury

Die Auswahl der Laureaten traf eine Jury von Journalistinnen und Journalisten, welche über langjährige Erfahrungen mit den deutsch-tschechischen Beziehungen verfügen. Die insgesamt 15 Vertreterinnen und Vertreter des deutschen und tschechischen Journalismus setzen sich für Qualitätsjournalismus ein und fällten anhand dessen ihre Auswahl aus insgesamt 73 eingereichten Beiträgen.

Alle Auszeichnungen wurden mit einem Betrag von 2000 Euro dotiert.