Nach dreijährigen Rekonstruktionsarbeiten konnte der Egerländer Hof Nummer 18 in Miltigau kürzlich wieder der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Bereits 2008 kaufte das Egerer Stadtmuseum den Hof in Miltigau (Milíkov) bei Eger (Cheb). Dank der Zuwendung von der Europäischen Union und des Karlsbader Bezirkes konnte 2018 mit der Rekonstruktion des Hofes mit dem Fachwerkhauptgebäude begonnen werden. Nun wurde dieser im September im Rahmen der „Tage des Europäischen Kulturerbes“ und eines großen Festes der Öffentlichkeit übergeben.

Für die musikalische Untermalung sorgte zu Beginn Franz Severa aus Trinksaifen (Rudné) mit seiner Harmonika. Das erste Grußwort sprach Olga Haláková (KDU-ČSL) vom Karlsbader Bezirk, die für die Kultur zuständig ist. Als zweite Rednerin ergriff Martina Kulová das Mikrofon, Direktorin des Egerer Museums. Über den Verlauf der Bauarbeiten berichtete Petr Stránský von der Firma „Bolid 21“: „Das Schwierigste war der Austausch der vom Hausschwamm angegriffenen Balken am Hauptgebäude. Wir mussten den ganzen oberen Anbau etwa drei Zentimeter hochstellen und dann die Holzzimmerung komplett neu einbauen.“ Martin Volný vom Projektbüro „Projektstav“ erzählte auch, mit welchen Schwierigkeiten sie im Verlaufe des Projekts zu kämpfen hatten.

Die Veranstaltung war gut besucht. Foto: Richard Šulko

Die Veranstaltung war gut besucht. Foto: Richard Šulko

Reichhaltiges Programm

Auf die Begrüßungsworte folgten die bautechnischen und ethnographischen Führungen. Mittags standen weitere Punkte auf dem Programm: Aus Netschetin (Nečtiny) reiste das Egerländer Duo „Målaboum“ und die Egerländer Volkstanzgruppe „Die Målas“ an. Im ersten Block sang Måla Richard zwei Egerländer Volkslieder mit Zitherbegleitung durch seinen jüngeren Sohn Vojtěch: „Öitza spann i meina Rößla vur d Kutschn“ und „Es woar a mål a Mülleri.“ Darauf folgten zwei Egerländer Volkstänze: „Da Howansook“ und „Ich woiß woos.“ Auch die Trachten der einzelnen Tänzerinnen und Tänzer wurden dem Publikum, welches in großer Zahl anwesend war, vorgestellt. Nach den Egerländern aus Netschetin hatten noch die Folkloregruppen „Stázka“ aus Tepl bei Marienbad und „Dyleň“ aus Karlsbad ihren Auftritt.

Kinder konnten sich austoben

Anschließend stand der Spaß für die Kinder im Vordergrund. Neben Märchenvorlesungen wurden Spiele vorbereitet, die heutzutage nur noch selten anzutreffen sind wie Stelzenlauf, Sackspringen oder Murmelspiel. Zudem wurden im Museum und im Freien alte Handwerkskünste vorgestellt, zum Beispiel die Herstellung von Schindeln, das Spinnen, Schmieden oder Korbflechten. Zum Abschluss des Tages wurden nochmals kommentierte Führungen angeboten. Unser großer Dank geht an das Museum in Eger und an das dort tätige Team, das mit seiner Arbeit ein wichtiges Stück unserer Egerländer Identität für die nächsten Generationen erhalten hat.