Im Juli fand das internationale Sommercamp für Jugendliche der deutschen Minderheit statt. Trotz erschwerter Bedingungen waren junge Menschen aus zwölf Nationen daran beteiligt.

Vom 15. bis zum 24. Juli fand zum siebten Mal das internationale Sommercamp für Jugendliche der deutschen Minderheit statt. Dieses wird jährlich vom Goethe-Institut, dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) und einem Verein der deutschen Minderheit organisiert. In diesem Jahr waren ursprünglich Jugendliche aus zwölf Staaten dazu eingeladen, nach Altsattel (Orlík nad Vltavou) in Tschechien zu kommen, um internationale Freundschaften zu knüpfen, sich in Workshops mit Themen wie Theater oder Medien zu beschäftigen und gemeinsam ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Doch die anhaltende Corona-Pandemie machte den Organisatoren – wie schon 2020 – einen Strich durch die Rechnung. Bereits im Frühjahr zeichnete sich ab, dass das Sommercamp erneut online stattfinden muss. Trotzdem ließ man sich nicht von dem Projekt abhalten und kurzerhand wurden Pläne geschmiedet, wie das Sommercamp so anschaulich wie möglich auch im virtuellen Raum stattfinden kann.

Die Vorbereitungen liefen nicht ohne Zweifel: Verspüren die Jugendlichen nach einem langen Online-Schuljahr noch Lust, in ihren Ferien an einem virtuellen Sommercamp teilzunehmen und lässt sich der zentrale Aspekt der Vernetzung überhaupt digital umsetzen? Drei Monate lang tüftelten das Schauspielerduo Philipp Schenker und Roman Horák, die Theatermacher Heda Bayer und Mathias Straub sowie der Musiker Dominik Tremel an der Umsetzung des Online-Sommercamps.

Teilnehmer des digitalen Sommercamps.

Teilnehmer des digitalen Sommercamps.

Identität und Grenzen

Am 15. Juli war es so weit: Das internationale Sommercamp 2021 begann, die Jugendlichen aus Mittel- und Osteuropa nahmen über Bildschirme an der Veranstaltung im Prager Goethe-Institut teil. Nach einigen auflockernden Kennenlernspielen teilten sich die Teilnehmenden in Workshopgruppen auf, in denen sie die nächsten zehn Tage zusammenarbeiten sollten. Dort musizierten die Jugendlichen gemeinsam, arbeiteten mit Bildbearbeitungsprogrammen und spielten Theater. Während des Sommercamps kam in allen Gruppen immer wieder das Thema der Identität zur Sprache. Im Klangkunst- und Hörspiel-Workshop von Dominik Tremel nannten die Jugendlichen stichwortartig, was sie mit Deutschland in Verbindung bringen. Eine Teilnehmerin erzählte sogar, dass sie gerade ein Buch auf Deutsch schreibt.

Um den roten Faden zu behalten, sollten sich die Gruppen in den kommenden Tagen an drei Begriffen orientieren: Gemeinsam, Grenzenlos und Hurra. Und tatsächlich fand man in allen Abschlussprojekten der Jugendlichen diese Begriffe wieder. So spielte Jan aus Tschechien in einem Solostück einen Hacker, der alle Grenzen auf der Welt auflöst. Im Anschluss zeigte er, wie die Menschen auf die Grenzbeseitigungen reagierten. Vor allem überwog die Freude, endlich wieder frei reisen zu können. Nachdem alle Jugendlichen ihre Abschlussprojekte vorgestellt hatten, hieß es Abschied nehmen. Dabei bedankten sich die Teilnehmenden bei den Workshopleitern für die großartige Umsetzung des Sommercamps und die Gelegenheit, gemeinsam über Grenzen hinausgehen und neue Freundschaften knüpfen zu können.