In der vergangenen Woche trafen sich erstmals die sächsische Verkehrsministerin Regina Kraushaar und der neue tschechische Verkehrsminister Ivan Bednárik. Im Mittelpunkt stand der Neubau der Bahnstrecke Dresden-Prag.
Der Ausbau des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs ist bereits seit mehreren Jahren Gegenstand der Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Tschechien. Am 15. Mai 2026 traf die sächsische Verkehrsministerin Regina Kraushaar (CDU) erstmals auf den tschechischen Verkehrsminister Ivan Bednárik (parteilos, für SPD), der seit Dezember 2025 im Amt ist. Dabei besprachen sie gemeinsame Verkehrsprojekte des Freistaates Sachsens und der Tschechischen Republik, wie unter anderem die Finanzierung der geplanten neuen Bahnstrecke Dresden-Prag.
Beide Länder wollen sich gemeinsam für eine Finanzierung des langfristigen Projektes einsetzen, in dessen Zentrum ca. 30 Kilometer langer Tunnel durch das Erzgebirge steht, der die Fahrtzeit zwischen Dresden und Prag von bisher zwei Stunden und 15 Minuten auf gut eine Stunde verkürzen würde. Dafür soll der Bund die Planung finanziell absichern, die rund 20 Millionen Euro im Bundeshaushalt 2027 umfassen wird. Regina Kraushaar will dieses Anliegen am 21. Mai im Plenum des Deutschen Bundestages erläutern.
Strecke ist „Europäisches Schlüsselvorhaben“
„Denn hier handelt es sich nicht um ein sächsisches Wunschprojekt, sondern um ein bedeutendes europäisches Schlüsselvorhaben. Die EU steht bereit, es kräftig mitzufinanzieren. Jetzt kommt es darauf an, dass der Bund zu seinen Zusagen steht. Wir brauchen Planungssicherheit, den Staatsvertrag und die nötigen Mittel im Bundeshaushalt“, so Regina Kraushaar laut einer Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Infrastruktur und Landesentwicklung. Die Strecke sei ein wichtiger Teil des Güterverkehrs und der europäischen Verkehrsinfrastruktur.
„Zugleich ist sie eine Schlüsselinvestition in den modernen und nachhaltigen Verkehr in Mitteleuropa“, so der Verkehrsminister der Tschechischen Republik, Ivan Bednárik. Die Verkehrsminister einigten sich bei ihrem Treffen, das Projekt weiterhin gegenüber der Bundesregierung und auf europäischer Ebene zu vertreten.
Tschechische Regierung zuletzt noch verhalten bezüglich Erzgebirgstunnel
Seit 2008 arbeitet das Bundesland Sachsen gemeinsam mit Tschechien, um den Bahnverkehr zwischen den Ländern zu verbessern. Dafür gründeten sie gemeinsam mit dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und der Region Aussig (Ústí nad Labem) den Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ), der als Bündelung der gemeinsamen Planung für die Eisenbahnneubaustrecken zwischen Dresden und Prag dient.
Der Neubau der Bahnstrecke zwischen Dresden und Prag ist seit dem Regierungswechsel in Tschechien zuletzt in Frage gestellt worden. Im Februar dieses Jahres hatte die tschechische Regierung angekündigt, die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke nicht automatisch umzusetzen, sondern die Finanzierbarkeit und Machbarkeit gründlich zu überprüfen.
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