Naturschützer haben in der Region Braunau (Broumov) zwischen 20 und 27 Wölfe erfasst, so viele wie nie seit Beginn der Zählungen im Jahr 2021. Die Tiere verteilen sich auf drei grenzüberschreitende Rudel zwischen Tschechien und Polen.
Im Januar kartierten Fachleute der Umweltorganisation Hnutí Duha Šelmy, der Agentur für Natur- und Landschaftsschutz (AOPK), der Mendel-Universität in Brünn (Brno) sowie der Verwaltung des polnischen Nationalparks Heuscheuergebirge (Góry Stołowe) das Gebiet zwischen Rehorn (Rýchory), dem Rabengebirge (Vraní hory), dem Braunauer-Hochland und dem polnischen Grenzraum. Ziel war es, innerhalb weniger Tage möglichst viele Hinweise auf die aktuelle Wolfspräsenz zu erfassen und die Bestandsgröße im Winter zu schätzen.
Innerhalb von drei Tagen legten die Naturschützer 30 Routen mit insgesamt 443 Kilometern zurück. Dabei dokumentierten sie 89 eindeutig zuordenbare Wolfsspuren. In allen drei bekannten Territorien konnten Tiere nachgewiesen werden.
Drei Rudel in Grenzregion bestätigt
Im westlichen Revier, das sich bis ins Raben- und Habichtsgebirge (Jestřebí hory) sowie zu den Adersbach-Teplitz-Felsen erstreckt, wurden Spuren von bis zu neun Wölfen registriert. Im Gebiet des zweiten Rudels im Heidelgebirge (Javoří hory) fanden die Naturschützer Hinweise auf mindestens acht Tiere. Das dritte Rudel bewegt sich zwischen dem Falkengebirge (Broumovské stěny) und dem Heuscheuergebirge. Hier wurden auf tschechischer Seite vier, auf polnischer bis zu sechs Tiere erfasst. Wildkameras im polnischen Teil bestätigten hingegen ein Rudel von neun Wölfen in diesem Winter. Zusätzlich wurden während der Kartierung einzelne Tiere im Rehorngebirge und nahe Königshan (Královce) gesichtet. Diese gehören nach Einschätzung der Fachleute vermutlich zum Territorium des östlichen Riesengebirges.
Zunahme durch Nachwuchs
Im Januar 2025 waren in der Region noch mindestens elf Wölfe registriert worden – einer der niedrigsten Werte seit Beginn der Kartierung. Der aktuelle Anstieg wird vor allem auf bestätigte Fortpflanzung in allen drei Rudeln zurückgeführt. Jedes Rudel brachte im vergangenen Jahr mindestens sieben Jungtiere hervor. Die dauerhafte Rückkehr des Wolfs in die Region Königgrätz (Hradec Králové) wurde 2015 bei Adersbach nachgewiesen. Neben dem Braunau-Gebiet gibt es stabile Vorkommen inzwischen auch im Adlergebirge (Orlické hory) und im Riesengebirge (Krkonoše). Im Adlergebirge wurden in diesem Winter 13 bis 18 Tiere in zwei grenzüberschreitenden Rudeln gezählt.
das könnte sie auch interessieren
Böhmerwald: Wölfe aus Gehege ausgebrochen
In der Nähe des Besucherzentrums Srní im Nationalpark Šumava wurde mindestens ein Wolf gesichtet, der offenbar aus dem dortigen Freigehege ausgebrochen ist. Heute wurde bekannt, dass sich wahrscheinlich noch mehr Tiere außerhalb des umzäunten Geheges bewegen. Der Nationalpark hat nun einen Krisenstab eingerichtet.
Mehr…



