Dr.Eva Habel, Stefan Wollmann, Radek Novák, HelgaHošková, DagmarPálkova, Wolfram Ster, Andrea und Gerhard Ehrlich sowie Hartmut Koschyk freuten sich über die stimmungsvolle 5. Jubiläumslesung aus Otfried Preußlers Weihnachtserzählung „Die Flucht nach Ägypten“ im Jahr des 100. Geburtstages des sudetendeutschen Schriftstellers. Foto: Stiftung Verbundenheit

Seit einigen Jahren veranstaltet die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland alljährlich in der Adventszeit eine „Weihnachtslesung“ aus Otfried Preußlers berühmter Erzählung „Die Flucht nach Ägypten“. In diesem Jahr wurde die Veranstaltung am 2. Dezember in Kooperation mit dem Kulturverband der Bürger deutscher Nationalität in Tschechien und dem Krippenverein Schirgiswalde in der Stadt Schluckenau (Šluknov) ausgerichtet.

Der Vorsitzende des Kulturverbandes, Radek Novák, und die Vorsitzende der Kulturverband-Ortsgruppe in Schluckenau, Helga Hošková, begrüßten im Schloss den Vorsitzenden des Stiftungsrates der Stiftung Verbundenheit, Hartmut Koschyk, sowie die ausführenden Künstler: den Schauspieler Wolfram Ster aus Bayreuth und das Duo „Bojaz“ bestehend aus Andrea und Gerhard Ehrlich aus Esslingen.

Zu Beginn der Veranstaltung bedankten sich Herr Novák und Herr Koschyk bei der Kulturreferentin der Stadt Schluckenau, Dagmar Pálkova, für die kostenlose Bereitstellung des Veranstaltungssaales im Schloss. Koschyk würdigte dabei auch den Einsatz von Stefan Wollmann, dem Vorsitzenden des Krippenvereins in Schirgiswalde. Gemeinsam mit Dr. Eva Habel, der langjährigen Heimatpflegerin der Sudetendeutschen und jetzigen Caritas-Direktorin in Schluckenau, gestaltete er die Krippenszene „Flucht nach Ägypten“ mit Originalfiguren aus der Pfarrkirche Schluckenau im Schlosssaal. Diese besonderen Figuren, gefertigt im Jahr 1923, dem Geburtsjahr von Otfried Preußler, vom Schluckenauer Künstler und Schnitzer Anton Wendler, trugen zur atmosphärischen Inszenierung bei.

Die Krippenszene „Flucht nach Ägypten“ wurde 1923 von dem Schluckenau Krippenschnitzer Anton Wendler gefertigt. Foto: Stiftung Verbundenheit

In der darauf folgenden Lesung gelang es dem Schauspieler Wolfram Ster auf beeindruckende Weise, die Schlüsselszenen aus Otfried Preußlers Erzählung dem Zuhörer zu präsentieren. Besonders bemerkenswert war dabei die Darstellung des Heiligen Paares mit dem Jesuskind, das in der Erzählung in Schluckenau nach Böhmen einreiste. Die Lesung fand damit in diesem Jahr gewissermaßen am „Originalschauplatz“ statt.

Weihnachtslesung sorgt für emotionale Adventsstimmung

Die ausgewählten Passagen lösten beim Publikum eine Vielzahl von Emotionen aus, von Schmunzeln über herzhaftes Lachen bis hin zur Rührung. Andrea und Gerhard Ehrlich umrahmten die Lesung gekonnt mit ihren selbstgefertigten Egerländer Dudelsäcken, Klarinette (Gerhard Ehrlich) und Stockharfe (Andrea Ehrlich). Die ausgewählten Hirtenweisen versetzten die Zuhörer in eine wahre Adventsstimmung. Lang anhaltender Beifall würdigte die hochwertige Darbietung der Künstler. Die wunderbare Geburtstagshommage an Otfried Preußler fand ihren Ausklang in einem Empfang des Kulturverbandes im festlichen Ambiente des Schlosses Schluckenau.

Es war bereits die fünfte Lesung dieser Art, welche die Stiftung Verbundenheit durchgeführt hat. In der Vergangenheit gab es bereits Aufführungen in Goldkronach, der Basilika Gößweinstein, in Reichenberg (Liberec) und der Deutschen Botschaft in Prag. Die Veranstaltungen in Tschechien wurden dabei gemeinsam mit der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik ausgerichtet. Auch im nächsten Jahr ist geplant, die Weihnachtslesung aus „Flucht nach Ägypten“ in der Tschechischen Republik fortzusetzen.

Der Festsaal von Schloss Schluckenau/Šluknov boteinen festlichen Rahmen für die diesjährige Weihnachtslesung aus Otfried Preußlers „Flucht nach Ägypten“. Foto: Stiftung Verbundenheit

Werden Sie noch heute LandesECHO-Leser.

Mit einem Abo des LandesECHO sind Sie immer auf dem Laufenden, was sich in den deutsch-tschechischen Beziehungen tut - in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft oder Kultur. Sie unterstützen eine unabhängige, nichtkommerzielle und meinungsfreudige Zeitschrift. Außerdem erfahren Sie mehr über die deutsche Minderheit, ihre Geschichte und ihr Leben in der Tschechischen Republik. Für weitere Informationen klicken SIe hier.