Das Tor der Pilsner Urquell-Brauerei in Pilsen - Foto: Tomáš Randýsek

Besuchen Sie den Genießer-Markt auf dem Festival der regionalen Lebensmittel in Pilsen (Plzeň), lauschen Sie einer äußerst aktuellen, politisch ausgerichteten Lesung im Prager Goethe-Institut, lassen Sie sich über die Wiederentdeckung verschollener Spuren im Grenzgebiet aufklären oder statten Sie der „Bunten Neun“ einen Besuch ab.

 

Die Bayerische Repräsentanz in Prag - Foto: Tomáš RandýsekVernissage zur Wiederentdeckung von kulturellem Erbe im Grenzgebiet

Mit einer Vernissage wird am 5. September 2019 ab 18 Uhr in der Bayerischen Repräsentanz in Prag eine neue Ausstellung mit dem Titel „Spurensuche – Wiederentdeckung von kulturellem Erbe im Grenzgebiet“ eröffnet. Sie zeigt die Ergebnisse zweier Forschungsprojekte der Technischen Hochschule Deggendorf im Bereich des digitalen Kulturerbes.

Das erste Forschungsprojekt stellt eine neue Methode zur Verbesserung der Dokumentation von historischen Fotografien vor, um zerstörte Dörfer im Sudetenland zu erschließen und digital wieder zugänglich zu machen. Im Rahmen des zweiten Projektes wurde ein multimedialer Touristenführer entlang grenzüberschreitender, historischer Routen im Bayerisch-Böhmischen Wald für Pilger, Wanderer und geschichtlich Interessierte entwickelt. So können beispielsweise historische Objekte aus dem Barock als Foto, Video und als 3D-Modell in der Ausstellung besichtigt werden.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Tschechisch statt und wird gedolmetscht. Der Eintritt ist frei, um eine Voranmeldung bis zum 3. September wird jedoch gebeten. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Bayerischen Staatsregierung (hier), die Anmeldung zur Veranstaltung erfolgt hier.

Von Golatschn bis Gselchtes

An diesem Freitag (30. August) findet in Pilsen das „Festival der regionalen Lebensmittel“ statt. Bereits zum neunten Mal treffen sich die rund 30 Aussteller, um die bayerisch-böhmische Grenzregion und ihre Besucher mit kulinarischen Produkten zu verführen.

Auf dem Hof der Pilsner Urquell Brauerei bekommen die Besucher des Festivals von 11-17 Uhr die Möglichkeit, süße und deftige, aber auch hochprozentige Gaumenfreuden aus der Region zu probieren und zu kaufen. Pünktlich zur Mittagszeit findet außerdem ein Kochduell zwischen den böhmischen Gastgebern und den bayerischen Partnern statt. Mit dabei ist auch der Sternekoch Jan Punčochář, der Rezepte auch dem eigenen Kochbuch für das Publikum vorkochen wird. Des Weiteren werden um 14.00 Uhr die „Regionalen Lebensmittel des Kreises Pilsen 2019″ geehrt. Da das Festival auf dem Gelände der Brauerei stattfindet, spielt selbstverständlich auch das Bayern und Böhmen verbindende Bier eine wichtige Rolle: Die hohe Kunst des Bierzapfens wird gelehrt.  

Neben dem kulinarischen Genuss ist selbstverständlich auch für musikalische Unterhaltung gesorgt, auch für die Jüngsten gibt es ein buntes Programm. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf der Internetseite der ARBERLAND REGio: hier.

Christian Weißgerber - Foto: Tomáš RandýsekLesung und Diskussion: „Mein Vaterland! Warum ich ein Neonazi war“

In wenigen Wochen finden in Sachsen die Landtagswahlen statt – Wahlen, die über das politische Schicksal Sachsens, aber auch das der Bundesrepublik mitentscheiden werden. Besonders die Wahlerfolge populistischer Parteien in Deutschland und Tschechien werfen die Frage auf, wie demokratische Gesellschaften der augenscheinlichen Radikalisierung begegnen können.

Das Goethe-Institut und die Friedrich-Ebert-Stiftung veranstalten gemeinsam eine thematisch passende Diskussionsrunde und Buchvorstellung mit Christian Weißgerber, der vor neun Jahren den Ausstieg aus der rechtsradikalen Szene wagte. Seitdem arbeitete er als Autor und macht politische Bildungsarbeit. Vor kurzem erschien seine Autobiografie „Mein Vaterland! Warum ich ein Neonazi war“ über die Jahre in der rechtsradikalen Szene.

Die Buchvorstellung und eine Diskussion mit der tschechischen Journalistin Fatima Rahimi finden am Donnerstag (5. September) ab 18:00 Uhr im Prager Goethe-Institut statt. Nähere Informationen finden Sie auf der Webseite des Goethe-Instituts: hier.

Multikulti-Neun

Im Podviní-Park im neunten der Prager Stadtteile findet mit der sogenannten „Bunten Neun“ („Barevná devítka“) am Samstag (31.8.) bereits zum 15. Mal ein kunterbuntes und multikulturelles Festival statt.

Vielfalt wird hier großgeschrieben: Unter anderem erwarten verschiedene Musik- und Tanzvorstellungen, aber auch eine Feuershow die Besucher der Veranstaltung. Die Ensembles kommen aus der ganzen Welt, doch auch einige tschechische Folkloregruppen sind auf dem Festival vertreten. Es besteht auch die Möglichkeit, an verschiedenen thematischen Tanzworkshops teilzunehmen – zur Auswahl steht unter anderem ein kubanischer Salsa-Workshop. Ähnlich bunt wie das kulturelle Programm gestaltet sich auch die kulinarische Landschaft der „Bunten Neun“ mit frischen Gerichten aus aller Welt.

Das Festival beginnt am Samstag (31. August) um 12.00 Uhr und endet gegen 22.00 Uhr. Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie einen Ablaufplan finden Sie auf der Website des Festivals: hier.


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Den ersten Kontakt zu Rechtsradikalen hatte Christian Ernst Weißgerber mit 15 Jahren bei einer Demonstration gegen Einschnitte im deutschen Sozialsystem im thüringischen Eisenach. Damals gefielen ihm das betont maskuline Auftreten und die Selbstdarstellung als Verteidiger angenommener gemeinsamer Werte. Es blieb nicht bei einer passiven Faszination. Er tauchte in die rechte Szene ein und war dort über sechs Jahre äußerst aktiv. Heute, mit 29, warnt er vor rechtem Gedankengut und erzählt er im LandesEcho-Interview von seinem Ausstieg.

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