Es musste erst Abend werden in Troppau, ehe sie beginnen konnte: „Die langen Nacht der kurzen Texte“. Die Sprache ist deutsch. Sonst ist alles erlaubt, Hauptsache natürlich, man fasst sich kurz.

Sie bringt schon seit Jahren Fans der deutschen Sprache um den Schlaf. Und da sie von der Universität in Troppau (Opava) organisiert wird, findet sie gleich jedes Semester statt. Im April und im November ist der Klub Art der Ort, um Gedichte, Dialoge, Theaterstücke oder Vorträge zu präsentieren. Die Nacht ist also auch literarisch geprägt und steht allen Genres offen, Hauptsache die Texte sind kurz. Dabei wird es nie langweilig, denn es gibt jedes Mal etwas Neues. Die freundliche Atmosphäre wird noch ergänzt durch eine Tombola und hausgebackenen Cupcakes.

Besucht wird die Lange Nacht vor allem von Schülern der Mittelschulen in der Region und anderen Deutschenthusiasten. Den Kern der Veranstaltung bilden jedoch Studierende und Professoren. Das Publikum war wieder einmal begeistert - Foto: Renáta Foltysová (OKO - Opavská kulturní organizace)

Lange Nacht seit 20 Jahren

Diesmal gab es sogar mehr zu feiern als nur die Freude an der deutschen Sprache: Die lange Nacht der kurzen Texte in Troppau feierte nämlich ihren zwanzigsten Geburtstag. Sie zählt damit zu den ältesten in ganz Tschechien. Etwas älter ist nur die lange Nacht der kurzen Texte, die in Brünn vom Österreich Institut organisiert wird. In Troppau liegt die Organisation des Abends in den Händen von Martin Maurach von der germanistischen Abteilung der Schlesischen Universität in Troppau. „Es bedeutet mir viel, dass es die Lange Nacht schon zum 20. Mal gibt und dass ich sie organisieren darf“, sagte Maurach sichtlich erfreut. Für ihn war diese Lange Nacht auch der Beginn des Abschieds. Im April wird er die Veranstaltung zum letzten Mal organisieren. Dann wird sie auch einen etwas anderen Charakter bekommen.

Die lange Nacht an neuen Ufern

Normalerweise ist der Klub Art ist die Hausbühne der Langen Nacht. Im nächsten Frühling wird sie aber Teil des Troppauer Festivals „Další břehy“ (etwa: „Auf zu neuen Ufern“).