Hitzewellen treten auch in Tschechien immer häufiger auf. Während viele Gemeinden zusätzliche Trinkbrunnen, Sprühnebelanlagen und mehr Grünflächen schaffen, verfolgt bislang nur Prag das Ziel, einen umfassenden Notfallplan für extreme Hitze zu entwickeln. Das zeigt eine aktuelle Übersicht mehrerer tschechischer Städte.

Extreme Temperaturen gelten inzwischen als ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sterben in Europa jedes Jahr mehrere Tausend Menschen an den Folgen von Hitze. Auch in Tschechien zeigen Untersuchungen, dass während besonders heißer Sommer deutlich mehr Menschen sterben. Dennoch verfügen die meisten Städte bislang über kein eigenes Krisenkonzept für längere Hitzeperioden.

Nach Einschätzung von Fachleuten reichen Einzelmaßnahmen allein nicht aus, um gegen Hitzewellen zu bestehen. Da größere Umbauten von Städten viel Zeit und Geld erfordern, seien kurzfristige Schutzmaßnahmen und klare Abläufe ebenfalls wichtig. Daran arbeitet bislang jedoch nur Prag.

Prag plant Notfallkonzept

In der tschechischen Hauptstadt entsteht schrittweise ein Hitzeschutzkonzept. Bereits verfügbar ist eine Karte mit Orten, an denen sich Menschen an heißen Tagen abkühlen können. Geplant sind außerdem sogenannte „Kühloasen“ in öffentlichen Gebäuden wie Bibliotheken oder Ämtern.

Langfristig soll daraus ein vollständiger Hitzenotfallplan entstehen. Nach den Vorstellungen der Stadt sollen darin die Aufgaben von Behörden, Rettungsdiensten, Feuerwehr und Polizei für den Fall extremer Hitze genau festgelegt werden. Ziel ist es, bei angekündigten Hitzewellen ähnlich koordiniert vorzugehen wie bei anderen außergewöhnlichen Wetterlagen und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen schneller zu erreichen.

Andere Städte setzen auf Einzelmaßnahmen

In anderen größeren Städten beschränken sich die Vorkehrungen bislang auf einzelne Maßnahmen. In Brünn werden bei hohen Temperaturen Straßen beregnet, Trinkbrunnen und Sprühnebelanlagen genutzt sowie öffentliche Gebäude zeitweise als klimatisierte Aufenthaltsorte geöffnet. Pilsen setzt ebenfalls auf Straßenbewässerung, Trinkbrunnen und den Ausbau begrünter Dächer sowie anderer sogenannter blau-grüner Infrastruktur.

Auch in Aussig an der Elbe (Ústí nad Labem), das für viele Pendler und Ausflügler aus Sachsen von Bedeutung ist, kommen bei Hitze zusätzliche Bewässerungsfahrzeuge zum Einsatz. Neue Bäume, Trinkbrunnen und mobile Begrünung sollen die Aufheizung der Innenstadt verringern. Außerdem informiert die Stadt ihre Einwohner über Warn-Apps und soziale Medien.

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