In Brünn versammelten sich am gestrigen Dienstag mehrere hundert Menschen, um gegen die Austragung des Sudetendeutschen Tags zu demonstrieren. Aufgerufen hatte dazu die Regierungspartei Freiheit und direkte Demokratie (SPD).
In Brünn (Brno) versammelten sich am Dienstag, den 28. April 2026, ungefähr 500 Menschen auf dem Mährischen Platz, um gegen die Austragung des Sudetendeutschen Tags vom 22. bis 25. Mai zu demonstrieren. Die Demonstranten hielten Plakate hoch mit Sprüchen wie „Treffen der Sudetendeutschen – eine Schande für Brünn“, „Gegen die schleichende Germanisierung“ oder „Versöhnung, was? Dann akzeptiert doch endlich das Ergebnis des Zweiten Weltkriegs!“
Okamura: Sudetendeutscher Tag eine „himmlische Schande“
Die Veranstaltung wurde von der rechtsextremen Regierungspartei SPD organisiert, deren Vorsitzender und Parlamentspräsident Tomio Okamura den Sudetendeutschen Tag als „himmlische Schande“ bezeichnete. In seiner Rede bezeichnete er das Treffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft als einen Kongress der Nazi-Begräbnisse. „Es ist für uns absolut inakzeptabel, dass die Versammlung der Sudetendeutschen Landsmannschaft in der Tschechischen Republik stattfindet“, erklärte er und forderte die Zahlung von Kriegsreparationen. Die Regierung in Prag hält sich bisher mit offiziellen Äußerungen zu dem geplanten Treffen zurück.
Kritik auch von Ex-Präsidenten Klaus und Zeman
Bereits in den vergangenen Monaten gab es Kritik an der Austragung der Veranstaltung in Brünn. Mitte April stand das Thema auf der Tagesordnung des Brünner Stadtrats. Schon damals protestierten Dutzende Menschen im Sitzungssaal gegen die Austragung des Sudetendeutschen Tags. Der Antrag, das Treffen abzusagen und Fördermittel für das Festival Meeting Brno zu streichen, das die Sudetendeutsche Landsmannschaft zu der Austragung in Tschechien eingeladen hatte, scheiterte jedoch. Ein erneuter Antrag der Oppositionsparteien Stačilo! und SPD, welcher eine Distanzierung der südmährischen Region vom Sudetendeutschen Tag forderte, scheiterte ebenfalls am Montag. Scharfe Kritik an der Veranstaltung übten auch die Ex-Präsidenten Václav Klaus und Miloš Zeman. Klaus lehnte den Begriff der Aussöhnung als „falsch“ ab. Zeman warnte, dass dies den Weg für eine „Revision der Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs“ bereite .
Der Brünner Stadtrat sprach sich weder für noch gegen die Austragung aus. Jedoch begrüßt der Stadtrat die Bemühungen um Versöhnung. Auch die Oberbürgermeisterin der Stadt Brünn, Markéta Vaňková (ODS), unterstützte den Sudetendeutschen Tag.
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