Am 16. April starb die Gründerin und Ehrenvorsitzende der Sdružení Ackermann-Gemeinde, Helena Faberová.
Am 16. April starb die Gründerin und Ehrenvorsitzende der Sdružení Ackermann-Gemeinde, Helena Faberová. Credit: Filis~cswiki & Paměť Národa, Helena-faberova-foto, CC BY-SA 4.0

Am 16. April 2026 starb Helena Faberová, die Mitbegründerin und Ehrenvorsitzende der Sdružení Ackermann-Gemeinde. Mit ihrem sozialen Engagement prägte sie den deutsch-tschechischen Dialog.

Die Sdružení Ackermann-Gemeinde trauert um ihre Mitbegründerin und Ehrenvorsitzende, Helena Faberová. Im Alter von 90 Jahren starb die gebürtige Pragerin am 16. April 2026 in Gutwasser bei Budweis (Dobrá Voda u Českých Budějovic). Sie war eine wichtige Persönlichkeit im deutsch-tschechischen Dialog und erhielt für ihr Engagement unter anderem das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

„Mit ihr verliert die Ackermann-Gemeinde eine engagierte Vordenkerin und eine unermüdliche Brückenbauerin zwischen unseren Ländern. Alle, die sie kannten, verlieren eine treue, gütige Freundin und ein christliches Vorbild. Ihr Glaubenszeugnis in schwerer Zeit wird uns stets ein Vorbild bleiben”, schrieb die Ackermann-Gemeinde auf Facebook

Mitbegründerin der Sdružení Ackermann-Gemeinde

Helena Faberová wurde am 14. Oktober 1935 in Prag geboren und lebte dort bis 1970. In den 1950er Jahren besuchte sie das Gymnasium, aber Faberová durfte wegen ihres christlichen Glaubens nicht die Universität besuchen. Sie stammte aus einer deutsch-tschechischen Familie, deshalb erlebte sie mit, wie viele ihrer Verwandten unter der Vertreibung der Deutschen leiden mussten. Dadurch war sie sich schon früh des europäischen Versöhnungsgedankens bewusst und blieb diesem bis an ihr Lebensende treu.

Nachdem sie 1970 nach Budweis gezogen war, arbeitete sie vor Ort unter anderem als Mitarbeiterin im Bischöflichen Ordinariat und vermittelte in Zusammenarbeit mit der Ackermann-Gemeinde Hilfen für Priester und Angehörige der deutschen Minderheit. Außerdem gründete sie die kirchliche Hilfsorganisation Caritas in Budweis und die tschechische Schwesterorganisation Sdružení Ackermann-Gemeinde, in der Faberová als erste Vorsitzende fungierte. Ihr Engagement förderte den deutsch-tschechischen Dialog und den Kontakt zu Vertriebenen.  

Als Mitarbeiterin in der Sozialkommission der Stadt Budweis im Verband katholischer Frauen half Helena Faberová unter anderem mit ihrem Sozialprojekt Magdala Opfern des Frauenhandels.

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