Besucher müssen ab November auf einen Rundgang durch das Ghetto-Museum in Theresienstadt (Terezín) verzichten. Das Haus wird umfassend umgebaut und erhält eine neue Dauerausstellung. Erst 2029 sollen sich seine Türen wieder öffnen.
Nach mehr als 25 Jahren will die Museumsleitung die bisherige Ausstellung ab dem 2. November grundlegend überarbeiten. Ziel sei es, die Geschichte des ehemaligen NS-Ghettos mit zeitgemäßen museumspädagogischen Mitteln zu vermitteln und zugleich die Ausstattung des Gebäudes zu modernisieren, wie der Direktor der Gedenkstätte Theresienstadt, Jan Roubínek, erklärt. Ganz verzichten müssen Interessierte auf einen Einblick in die Vergangenheit zwischen 1941 und 1945 während der Bauzeit aber nicht: In der früheren Magdeburger Kaserne wird eine temporäre Ersatzausstellung eingerichtet.
Lichtturm erinnert an jüdischen Jungen
Für die Neugestaltung setzte sich das tschechische Architekturbüro Skupina gegen 21 weitere Bewerber im internationalen Architekturwettbewerb durch. Gemeinsam mit dem US-amerikanischen Architekten Steven Holl soll das Team nicht nur das Museumsgebäude erneuern, sondern auch dessen Außenanlagen aufwerten.
Das Herzstück des Entwurfs ist ein gläserner, beleuchteter Anbau, der sogenannte Lichtturm. Inspiriert wurde er von der Lebensgeschichte des jüdischen Jungen Petr Ginz und dessen Zeichnung einer Mondlandschaft, die während seiner Gefangenschaft in Theresienstadt entstand.
Gedenkstätte erinnert an NS-Verbrechen
In Theresienstadt waren zwischen 1941 und 1945 etwa 140.000 Menschen inhaftiert. Mehr als 35.000 überlebten die Gefangenschaft nicht, viele andere wurden von den Nationalsozialisten in Vernichtungslager deportiert. Die Gedenkstätte gehört heute zu den bedeutenden Erinnerungsorten Tschechiens. Rund 240.000 Menschen besuchten sie allein im vergangenen Jahr, darunter zahlreiche Schüler und Studierende.
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