Die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (DTIHK) zeichnete am 14. November mehrere tschechische Unternehmen zum ersten Mal mit dem Deutschen Wirtschaftspreis aus. Die Unternehmen waren in drei Kategorien angetreten, zwei weitere erhielten einen Sonderpreis.

„Wir haben tschechische Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern für ihre Innovationskraft, ihre Flexibilität und Agilität ausgezeichnet, die einen Mehrwert für die deutsch-tschechische, und damit für die gesamte europäische Wirtschaft schaffen“, sagte DTIHK-Präsident Milan Šlachta während der feierlichen Preisverleihung am Dienstag, den 14. November, in der DTIHK-Kuppel. Über die Gewinner des Deutschen Wirtschaftspreises entschied eine Expertenjury, die sich aus Entscheidern aus Schlüsselunternehmen sowie Institutionen der tschechischen und deutschen Wirtschaft zusammensetzte. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Feier zum 30-jährigen Jubiläum der DTIHK unter dem Motto “30 Jahre #MehrWert | 30 let přidáváme hodnotu” statt.

Die Preisträger im Überblick:

In der Kategorie „Energieeffizienz“ gewann das Unternehmen myco, das sich darauf konzentriert, Kunststoffverpackungen durch Biokomposite-Material zu ersetzen, das ohne Chemikalien aus Industrieabfällen und Pilzmyzel hergestellt wird. Der Energieverbrauch für die Produktion ist im Vergleich zu anderen Materialien deutlich geringer. Das gesamte Geschäftsmodell basiert auf der Ressourcen sparenden Kreislaufwirtschaft.

Da sich in der Kategorie „Digitalisierung & Innovation“ mit Abstand die meisten Unternehmen beworben hatten, wurde der Preis gleich an zwei Unternehmen vergeben. Einer der Preisträger in dieser Kategorie ist das Unternehmen BioHealing aus Ostrau (Ostrava). Dieses entwickelt Produkte der regenerativen Medizin, die aus der menschlichen Plazenta gewonnen werden und zu 100 Prozent biologischen Ursprungs sind. Diese Produkte stellen die Funktion des ursprünglichen Gewebes wieder her oder ersetzen sie bei chronischen Wunden. 

Das zweite in dieser Kategorie ausgezeichnete Unternehmen ist der in Brünn (Brno) ansässige Chipdesigner Codasip. In Rekordzeit habe sich Codasip von einem kleinen Hardware-Start-up zu einem strategisch wichtigen europäischen Unternehmen entwickelt, das auf aktuelle und künftige Marktbedürfnisse reagiert, erklärte die DTIHK.

In der Kategorie „Nachhaltige HR-Entwicklung“ gewann das Handwerksunternehmen Dřevodílo Rousinov. Jedes Jahr vergibt es Stipendien und Werkzeugkisten an junge Tischler, fördert den Wettbewerb um die tschechische Tischler-Meisterschaft und arbeitet nachhaltig mit regionalen Berufsschulen zusammen.

Den Sonderpreis der Bayerischen Wirtschaftsdelegation in Tschechien erhielt die Firma Aimtec, das Logistik, Produktion, Qualitätskontrolle und Versand mit Automatisierungstechnologien, Menschen und Maschinen verknüpft, vor allem in der für die tschechische und deutsche Wirtschaft wichtigsten Branche, der Automobilindustrie.

Mit dem Preis für eine Nachhaltige deutsche Investition in Tschechien an das Unternehmen SUSPA, einen Entwickler und Produzenten technisch komplexer Anwendungen u.a. in der Automobilindustrie, wollte die Jury neben der Würdigung von Investitionen in eine nachhaltige erneuerbare Energieversorgung auch ein politisches Zeichen setzen. Denn die Umsetzung werde von den Netzbetreibern mit Verweis auf die Netzinfrastruktur blockiert. SUSPA dürfe auch nicht den eigenen nachhaltig erzeugten Strom nutzen.

Die Gewinner des Deutschen Wirtschaftspreises dürfen sich über eine Informationsreise ins „Haus der Deutschen Wirtschaft“ in Berlin freuen und erhalten Möglichkeiten, sich mit Entscheidern der deutschen Wirtschaft zu treffen. Außerdem wolle die DTIHK die ausgezeichneten Unternehmen bei der Expansion auf den deutschen Markt unterstützen, heißt es in einer Presseerklärung der DTIHK. Daneben erhalten die Gewinner eine kostenlose DTIHK-Jahresmitgliedschaft.

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