Im Juni und Anfang Oktober fanden zwei Wanderwochenenden mit Jugendlichen im deutsch-tschechischen Grenzgebiet statt.

Die deutsch-tschechische Gruppe traf sich im Rahmen des von „Prostor pro rozvoj“ (dt. „Raum für Entwicklung“) und dem „Kreisjugendring Passau“ organisierten Projekts „Auf deutsch-tschechischen Pfaden“ jeweils Freitagnachmittags im Selbstversorgerhaus in Haidmühle. Nach einigen Willkommensworten ging es los mit dem gemeinsamen Kochen – die beste Gelegenheit ins Gespräch zu kommen und die ersten Wörter in der jeweils anderen Sprache zu lernen.

Nachdem alle satt waren, begann eine Kennenlernrunde. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebten viel Spaß und Freude bei deutsch-tschechischen Sprachanimationen sowie Spielen und stimmten sich auf das Programm der nächsten Tage ein.

Samstag – ein Tag voller Eindrücke!

Nach dem Frühstück und dem gemeinsamen aktiven Start in den Tag erfolgte ein Einstieg in das Thema: Wie orientiere ich mich in der Natur? Welche Informationen finde ich auf einer Wanderkarte und wie funktioniert ein Kompass? Die jungen Menschen bringen viel Wissen mit und wichtig ist, ihnen die Verantwortung zu überlassen. Das gilt auch für die gemeinsamen Teamentscheidungen – wohin geht die heutige Tour und welche Strecke wird an diesem Tag abgewandert? An beiden Wochenenden haben sich die Jugendlichen für die Wanderung von Haidmühle zum Dreisesselberg, weiter zum Hochstein bis zum Dreiländereck und zurück nach Haidmühle entschieden. „Es gefällt mir, dass wir die Route selbst wählen konnten“, sagte eine Teilnehmerin des Projektes.

Diese Strecke von 23 Kilometern ist eine ganz schöne Herausforderung, die wunderschöne Ausblicke bietet und viele neue Erfahrungen in Bezug auf Orientierung und Bewegung im unterschiedlichen Terrain bringt. Bei dieser Tour erkunden die Jugendlichen die teils wilde Natur des Grenzgebiets, entdecken und erfahren, was ein Nationalpark ist, warum wir Schutzgebiete brauchen und wie man die Natur schützen kann. Gleichzeitig lernt die Gruppe Pflanzen und Tiere der Nationalparks Šumava und Bayerischer Wald kennen und sieht vor Ort, wie sich der Klimawandel auf die Natur bei uns auswirkt. Das ist aber nicht alles. Die Gruppe wächst zusammen, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer motivieren sich gegenseitig, bauen Vertrauen auf und genießen deutsch-tschechische Aktivitäten. Nach der Rückkehr ins Jugendhaus wurde der Tag mit Grillen und Lagerfeuer beendet.

 

Die deutsch-tschechische Wandergruppe. Foto: Prostor pro rozvoj

Die deutsch-tschechische Wandergruppe. Foto: Prostor pro rozvoj

 Umwelt und Nachhaltigkeit

Der Jugend liegt das Thema der Umwelt- und Nachhaltigkeit so nah, dass wir im Rahmen des Jahresthemas des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds eine Basis für den internationalen Austausch bereitet haben. Das Thema spiegelte sich bei dem Projekt sowohl in Bezug auf Nationalparks und ihre Bedeutung als auch auf die Bildung von Fahrgemeinschaften oder vegetarische Ernährung wider. Schon beim Einkauf wurde auf die Bio-Qualität, Regionalität und Saisonalität geachtet. Die Nachhaltigkeit spielte auch bei den angebotenen Workshops eine Rolle– „alles war super, aber die Herstellung minimalistischer Sandalen, die hat bei mir gewonnen“, sagte begeistert eine Teilnehmerin.

Das Ziel solcher Begegnungen ist auch die Entstehung langfristiger Freundschaften. Dass das geklappt hat, bestätigt die anschließende Online-Kommunikation nach dem Projekt sowie private Treffen, die die jungen Leute selbst organisierten.

Die Partnerschaft zwischen „Prostor pro rozvoj“ und dem „Kreisjugendring Passau“ liegt uns auch am Herzen, sowie die Unterstützung und Förderung, die wir vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds erhalten. Mit diesem gelegten Grundstein „wandern“ wir ins kommende Jahr 2022, in dem sich junge Menschen auf viele neue Begegnungsmöglichkeiten freuen können.

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