Škoda hat Millionen in den Bau einer neuen Produktionshalle in Jungbunzlau investiert. In Zukunft produziert der zum VW-Konzern gehörende Autohersteller hier Batterien im Minutentakt.
Der Autohersteller Škoda hat in Jungbunzlau (Mladá Boleslav) eine neue Produktionshalle für die Fertigung von Batteriesysteme eröffnet. Mit der Investition von rund 205 Millionen Euro baut das Unternehmen seine Rolle innerhalb des Volkswagen-Konzerns aus und stärkt gleichzeitig den Standort Tschechien als Zentrum für Elektromobilität in Europa. „Dies ist ein bedeutender Meilenstein für Škoda Auto und unterstreicht unser Engagement für die Dekarbonisierung der gesamten Wertschöpfungskette“, erklärte Vorstandschef Klaus Zellmer zur Eröffnung der neuen Anlage. Diese ist Teil der Batteriestrategie des Volkswagen-Konzerns, die eigene Produktion und die Zusammenarbeit mit Partnern kombiniert, um technologische Innovationen und stabile Lieferketten sicherzustellen. Im dem Werk in Jungbunzlau sollen nach Angaben des Unternehmens künftig mehr als 1100 Batteriezellen-Systeme pro Tag gefertigt werden, was einer Jahreskapazität von bis zu 335.000 Einheiten entspricht. Die Systeme werden nicht nur in Modellen von Škoda eingesetzt, sondern auch in Fahrzeugen anderer Marken des Volkswagen-Konzerns.
Neuer Schritt in der Batterieproduktion
Die neue Produktionshalle umfasst rund 55.000 Quadratmeter und wurde in weniger als einem Jahr errichtet. Das Werk arbeitet zu 84 Prozent automatisiert, insgesamt kommen 131 Industrieroboter zum Einsatz. Etwa alle 60 Sekunden soll ein fertig montiertes Batteriesystem die Produktionsstraße verlassen. Gefertigt werden sogenannte Cell-to-Pack-Batteriesysteme. Dabei werden Batteriezellen direkt in den Batterieblock integriert, wodurch Bauweise und Herstellung vereinfacht werden. Gleichzeitig verspricht sich der Konzern eine längere Lebensdauer der Batterien und geringere Produktionskosten. Nach Angaben des Unternehmens könnten die Kosten der Batterieproduktion dadurch um rund 30 Prozent sinken.
Ein Bekenntnis für den Standort Tschechien
Mit dem Ausbau des Werks in Jungbunzlau wird Škoda zum größten Produzenten von Batteriesystemen für Elektrofahrzeuge innerhalb des Volkswagen-Konzerns. Für die Produktion wurden rund 600 Beschäftigte eingestellt, oder aus anderen Bereichen umgeschult. Škoda verfügt seit 2019 über umfangreiches Know-how in der Montage von Batteriesystemen und hat seither mehr als 1,4 Millionen Einheiten montiert. Künftig soll das Werk die Grundlage dafür schaffen, bis zu 200.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr zu fertigen. An der Eröffnung der neuen Anlage nahmen unter anderem Premierminister Andrej Babiš (ANO) sowie Industrieminister Karel Havlíček (ANO) teil. Auch Vertreter der Konzernführung von Škoda Auto und Volkswagen waren vor Ort.
Škoda erobert den E-Auto Markt
Parallel zur Erweiterung der Batterieproduktion baut Škoda auch sein Angebot an Elektrofahrzeugen aus. Bereits 2025 konnte der Hersteller die Auslieferungen vollelektrischer Modelle auf mehr als das Doppelte steigern. Mittlerweile liegt das Unternehmen europaweit auf Platz vier der meistverkauften Marken für Elektroautos. Für die kommenden Jahre plant Škoda weitere neue Modelle, um die Elektrifizierung seines Portfolios voranzutreiben und zusätzliche Kundensegmente abzudecken.
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