Das Budget des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds umfasst im neuen Jahr 1,5 Millionen Euro. In 2026 fördert die Stiftung die Renovierung von Kulturdenkmälern, sowie Projekte im Bereich Bildung und Kultur – insbesondere im Zusammenhang mit der jungen Generation.

Im neu begonnenen Jahr 2026 plant der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds mit insgesamt 161 Projekten. Dafür stehen der Stiftung in diesem Jahr insgesamt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld fließt zu einem guten Drittel in die Renovierung „sakraler Denkmäler als Teil des Kulturerbes, das deutsche und jüdische Einwohner der böhmischen Länder geschaffen haben“, teilte der Zukunftsfonds in einer Pressemitteilung mit.

Zukunftsfonds plant mit 480.000 Euro für Renovierung von Denkmälern

Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds fördert im neuen Jahr die Sanierung von insgesamt 18 Kirchen, zwei Synagogen, sowie sechs deutschen und vier jüdischen Friedhöfen. Für die Sanierung der insgesamt 30 Denkmäler stehen allein 480.000 Euro zur Verfügung. „Die Generation der Zeitzeugen, die mit diesen Orten Erinnerungen an ihre Kindheit oder an ihre Vorfahren verbanden, verschwindet langsam. Verfallene Kirchen, verwahrloste deutsche Friedhöfe oder zerstörte Grabmale jüdischer Familien erwachen jedoch auch weiterhin zu neuem Leben! Heute ist dies vor allem den Bemühungen von jüngeren Menschen, Bürgerinitiativen oder Einzelpersonen zu verdanken, denen es wichtig ist, sie für die Zukunft zu erhalten“, betonen Rita Hagl-Kehl und Jindřich Fryč, die Verwaltungsratsvorsitzenden des Zukunftsfonds, die Bedeutung lokaler Akteure, die sich für den Erhalt entsprechender Denkmäler einsetzen – und nun vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds gefördert werden sollen. So unterstützt der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds nach eigenen Angaben beispielsweise die Reparatur der Hauptkuppel der Synagoge in Tetschen (Děčín), die Rettung der Ruine einer evangelischen Kirche in Hermannseifen (Rudník) und die Renovierung der Grabsteine auf dem deutschen Friedhof in Gersdorf (Kerhartice) bei Böhmisch Kamnitz (Česká Kamenice).

„Generation unseres Jahrhunderts“ im Fokus

Mit dem übrigen Budget fördert der Zukunftsfonds Projekte im Bereich Bildung und Kultur, zum Beispiel einen Schüler-Workshop zur Popkultur während des Prager Frühlings oder die Ausstellung „Neue tschechische Architektur“ im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt. Ein besonderes Augenmerk erhalten in diesem Jahr Projekte, welche die Generation des 21. Jahrhunderts, heutige Jugendliche und junge Erwachsene, in den Fokus nehmen: „Das erste Viertel des 21. Jahrhunderts liegt hinter uns und es wächst eine Generation heran, die es weiter gestalten wird. Und genau diese jungen Menschen in Deutschland und Tschechien werden das ganze Jahr 2026 hindurch im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit stehen. Was haben sie gemeinsam und worin unterscheiden sie sich? Was erleben sie und wie ticken sie? Worin sind sie sich sicher und wovor haben sie Angst?“, umreißt der Zukunftsfonds die Hintergründe seines diesjährigen Jahresthemas „Die Generation unseres Jahrhunderts“. Projektanträge können beim Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds jeweils zum Ende eines Quartals gestellt werden. Eine Übersicht über die genauen Förderbedingungen findet sich hier.

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