In diesem Jahr stehen wahrscheinlich gleich drei Rentenerhöhungen in Tschechien an, Grund dafür ist die Inflation und die rasant steigenden Lebenshaltungskosten. Kritisiert wird das Vorhaben von der rechtsradikalen SPD.

Gewöhnlich werden jeden Januar die Renten in Tschechien der Inflation angeglichen. Dabei gibt es jedoch eine Ausnahme, nämlich wenn die Inflation bei über fünf Prozent liegt. Dann muss das Parlament über eine außerordentliche Rentenerhöhung diskutieren. Durch die anhaltenden Preissteigerungen auf Grund der Pandemie und der explodierenden Preise durch Russlands Angriffskrieg in der Ukraine kommen nun drei Rentenerhöhungen auf Tschechien zu. Diese sind nicht unumstritten.

Im Januar stiegen die Renten bereits um durchschnittlich 800 Kronen (ca. 33 Euro), die nächste Rentenerhöhung im Juni liegt dann bei über 1000 Kronen (ca. 41 Euro). Zum Ende des Jahres könnten nun erneut Rentenerhöhungen auf dem Plan stehen, da die Fünf-Prozent-Hürde voraussichtlich übertroffen wird. „In diesem Jahr kann es zu einer weiteren außerordentlichen Aufwertung der Renten kommen. Ich sage es offen, die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch“, erklärte der Minister für Arbeit und Soziales, Marian Jurečka (KDU-ČSL). In diesem Fall würden die Renten im Durchschnitt um mindestens 670 Kronen (ca. 27,50 Euro) im Monat steigen, je höher die Inflation ausfällt, desto höher wird auch die Rentenerhöhung ausfallen.

Die Erhöhungen würden vor allem die Rentner mit höheren Renten spüren, da diese in der Regel prozentual gesteigert wird. Seitdem die Sozialdemokraten (ČSSD) und Kommunisten (KSČM) nicht mehr im Parlament vertreten sind (sie scheiterten bei der Wahl 2021 an der Fünf-Prozent-Hürde), regt sich die parlamentarische Kritik an solchen Vorhaben ausschließlich von rechts. Die rechtsradikale SPD will sich daher im Parlament für die gleiche Steigerung für alle einsetzen, um vor allem ärmeren Rentnern unter die Arme zu greifen.