Bis zum 31. Oktober 2021 findet in der Galerie Rudolfinum in Prag die „Mezipaměť“-Ausstellung statt. Hier können Sie Werke von deutschen und tschechischen Künstlern betrachten, die mit traditionellen und neuen Medien die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung thematisieren.

Die neue Ausstellung „Mezipaměť“ ("Zwischenspeicher") in der Galerie Rudolfinum in Prag präsentiert ein deutsch-tschechisches Projekt. Hier kommen sich traditionelle Medien wie Malerei und Zeichnungen sowie neue Medien wie Projektionen oder audiovisuelle Installationen expressiv näher. Durch ähnliche künstlerische Ausdrucksformen erzeugt der geteilte Bezug zu Gesellschaft und Denkstrukturen eine gemeinsame Aura. Der Kurator der Ausstellung, der Kunsthistoriker Petr Vaňous, wählte dazu Werke von fünf drei tschechischen und zwei deutschen Künstlern aus.

Die Grenzen der Wahrnehmung erleben

Die deutschen Maler Frank Nitsche und Eberhard Havekost vertreten mit ihren Werken die traditionellen Medien. Nitsches abstrakte Bilder sind Konstruktionen aus symbolhaft arrangierten Formen und Linien. Havekost, der vor zwei Jahren verstarb, erforscht mit seinen Werken die Mechanismen unserer Wahrnehmung und bricht mit Verzerrungen die Sehgewohnheiten des Betrachters.

Die tschechischen Künstler Daniel Hanzlík, Adéla Matasová und Pavel Mrkus präsentieren überwiegend Projektionen und audiovisuelle Installationen. Dabei ist das Werk von Pavel Mrkus am komplexesten komponiert. Die Videoinstallation namens „Observatory 01“ besteht aus drei synchronisierten Projektionen und zeigen die Planeten Merkur, Venus und Mars.Die Videoinstallation „Observatory 01“ von Pavel Mrkus besteht aus drei synchronisierten Projektionen und zeigt die Planeten Merkur, Venus und Mars. Foto: Galerie Rudolfinum

Die Videoinstallation „Observatory 01“ von Pavel Mrkus besteht aus drei synchronisierten Projektionen und zeigt die Planeten Merkur, Venus und Mars. Foto: Galerie Rudolfinum

Der Name des Projekts „Mezipaměť“ (Cache/Zwischenspeicher) entspringt der Welt der Informatik. Ein Cache-Speicher ist ein Zwischenspeicher, der eingesetzt wird, um die Zugriffszeiten auf Informationen zu beschleunigen. Hier in der Ausstellung spiegelt er eine Schnittstelle zwischen der visuellen Kultur und der erlebten Vorstellung über Natur, Zeit und Raum wider. Dieser Cache enthält gespeicherte Daten, auf die die Zivilisation in Zeiten schicksalhafter Krisen wie der Corona-Pandemie zurückkehrt.

Neben der „Mezipaměť“-Ausstellung veröffentlicht die Galerie Rudolfinum auch einen Katalog mit Texten des Kurators Petr Vaňous, Porträts einzelner Künstler, Fotografien ihrer Werke und Installationsfotografien aus der Ausstellung.

Der Eintritt ist dank des Abakus-Fond kostenfrei. Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.