Heute vor einem Jahr starb in Tschechien die erste Person an Covid-19, inzwischen beklagt das Land knapp 25.000 Corona-Tote. Für jedes Opfer steht eines der fast 25.000 Kreuze auf dem Prager Altstädter Ring, welche die Organisation „Eine Million Momente für die Demokratie“ auf das Pflaster malte.

Foto: Mathis Brinkmann

Glockenläuten um Punkt 12: Ein kleines Mädchen schreitet an der Hand seiner Großmutter auf den Platz am Altstädter Ring und beginnt – umgeben von einem Pulk an Fotografen – Blumen niederzulegen. Mehrere Dutzend Menschen haben sich dort versammelt, um der Gedenkaktion beizuwohnen.

Mehr als 24.000 Kreuze für die Corona-Toten

Die Vereinigung „Milion chvilek pro demokracii“ (Eine Million Momente für die Demokratie) hatte über 24.000 Kreuze auf das Kopfsteinpflaster des Platzes gemalt, jedes symbolisiert einen Corona-Toten. Anlass der Aktion ist ein trauriges Jubiläum: Vor genau einem Jahr starb die erste Person am an Covid-19 in Tschechien.

Foto: Mathis BrinkmannBenjamin Roll, Vorsitzender von „Eine Million Momente für die Demokratie“ (Milion chvilek pro demokracii) machte den Corona-Kurs der Regierung verantwortlich für die hohe Zahl an Toten. Gegenüber iDnes.cz sagte er: „Wenn wir eine fähige Regierung in der Führung hätten, die echten Experten im Umgang mit der Krise Raum gibt und wirksame Maßnahmen umsetzt und die sich nicht nur um ihre Gewinne, ihr Medienimage und ihre Machtkonsolidierung kümmert, hätten die Verluste nicht solch enorme Ausmaße erreicht.“

Auch in zwanzig weiteren Städten im ganzen Land fanden Gedenkaktionen statt, darunter in Brünn (Brno) und Tetschen (Děčin). Die Prager Stadtverwaltung entschied sich dazu, die Kreuze so lange auf dem Boden zu belassen, bis sie vom Regen fortgespült werden.

Seit Beginn der Corona-Pandmie haben sich in Tschechien knapp 1,5 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, knapp 25.000 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus verstorben.