Vor etwas mehr als einem Jahr erschien ein Kochbuch mit Rezepten von Deutschen aus dem Isergebirge. Nun gibt es eine Fortsetzung, die sich ganz auf Süßspeisen konzentriert.

Kurz vor dem Weihnachtsfest 2019 machte die Journalistin Petra Laurin aus Gablonz (Jablonec nad Nisou), Leiterin des dortigen „Hauses der tschechisch-deutschen Verständigung“, mit einem Kochbuch ganz besonderer Art auf sich aufmerksam. Seine Entstehung ist verbunden mit einem der schmerzhaftesten Kapitel in der gemeinsamen Geschichte von Deutschen und Tschechen überhaupt. Unter dem Titel: „Rezepte der Deutschen aus dem Isergebirge“ präsentiert die – selbst einer deutschstämmigen Familie entstammende – Autorin eine zweisprachige Sammlung beliebter Gerichte der bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Isergebirge ansässigen sudetendeutschen Bevölkerung.

Rezepte aus dem Sammellager

Der Ursprung der Rezepte liegt im damaligen Sammellager Reinowitz (Rýnovice), heute ein Stadtteil von Gablonz, in dem die Menschen voller Angst und Ungewissheit auf ihre Abschiebung warteten. Es umfasste zeitweise bis zu 1500 Personen. Um nicht ganz der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit zu verfallen, kamen einige Insassen auf die Idee, irgendeine Erinnerung an ihr bisheriges Leben festzuhalten. So begann zum Beispiel Lina Löw, deren Großvater Josef Pfeffer dereinst Erster Bürgermeister von Gablonz an der Neiße war, in einem kleinen Heftchen alle ihr noch bekannten Rezepte zu notieren. Es grenzt fast an ein Wunder, dass diese, in der alten deutschen Kurrentschrift, mitunter sehr verblichenen Zeilen, schließlich bei Petra Laurin gelandet sind.

Kuchen, Torten, Crémes und mehr

Schnell zeigte sich der wahre Umfang dieser wertvollen Sammlung. Neben Eintöpfen, Fisch und Meerestieren, Getränken sowie Knödeln aller Art betraf das vor allem Süßspeisen. Immerhin gehörte gerade dieses Ressort zu den bevorzugten Erinnerungen der Vertriebenen. Die durften auf keinen Fall vergessen werden. So begann recht schnell die Arbeit an dem nun vorliegenden zweiten, ebenfalls zweisprachigen Band: „Süße Rezepte der Deutschen aus dem Isergebirge“. Auf Rezepte, die immer gelingen, folgen Aufläufe und Puddings, Obst-Leckereien, Kuchen und Plätzchen, kaiserliche Spezialitäten, Torten, Crémes und andere Delikatessen. Aufgelockert wird das Ganze immer wieder durch von der Autorin geschickt eingestreute kurze, interessante Informationen unter der Rubrik: „Wussten Sie schon...?“ sowie stimmungsvollen Fotos, die einem schon beim bloßen Anblick das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Allen Leckermäulern sei das Kochbuch also wärmstens empfohlen.

Neben dem Buchhandel ist der Erwerb direkt möglich beim Haus der deutsch-tschechischen Verständigung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder über den Mobilen Vertrieb Wolfgang Berndt Oderwitz, Telefon: 035842/24250, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


 Abo Aktion final kompr

Werden Sie LandesECHO-Leser!

Sie haben die Wahl. Sie bekommen unser Jahresabo (12 Ausgaben):

  1. als Druckausgabe innerhalb der Tschechischen Republik für 348 CZK jährlich
  2. als Druckausgabe nach Deutschland, Österreich, Schweiz für 44 Euro jährlich
  3. als e-Paper (pdf-Ausgabe) innerhalb der Tschechischen Republik für 324 CZK jährlich
  4. als e-Paper (pdf-Ausgabe) außerhalb der Tschechischen Republik für 28 Euro jährlich

Senden Sie einfach eine e-Mail mit Ihrer Adresse und Ihrem Wunsch-Abo an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Echo 5 2021 titul

Mit einem Abo des LandesECHO sind Sie immer auf dem Laufenden, was sich in den deutsch-tschechischen Beziehungen tut - in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft oder Kultur. Sie unterstützen eine unabhängige, nichtkommerzielle und meinungsfreudige Zeitschrift. Außerdem erfahren Sie mehr über die deutsche Minderheit, ihre Geschichte und ihr Leben in der Tschechischen Republik.

Das e-Paper-Abo außerhalb Tschechiens ist ein Förderabo und unterstützt unsere Arbeit durch den Aufpreis zusätzlich. Dadurch kann das LandesEcho auch als Druckausgabe wirtschaftlich schwächere Haushalte in Tschechien erreichen.