Anlässlich des 58. Jahrestages der Niederschlagung des Prager Frühlings wurde heute seiner Opfer gedacht. Am 21. August 1968 wurde die politische Reformbewegung durch den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei gewaltsam beendet.
Am Freitagvormittag fand vor dem Gebäude des Tschechischen Rundfunks in Prag eine Veranstaltung zum Gedenken an die Niederschlagung des Prager Frühlings im August 1968 statt. Unter den Teilnehmenden waren der tschechische Präsident Petr Pavel, der Präsident des Abgeordnetenhauses Tomio Okamura (SPD), Senatspräsident Miloš Vystrčil (ODS) und weitere Spitzenpolitiker. Premierminister Andrej Babiš (ANO) konnte der Veranstaltung wegen eines Besuches in Südböhmen nicht bewohnen.
Die Veranstaltung wurde von Protesten gegen die Reformpläne der tschechischen Regierung hinsichtlich der öffentlich-rechtlichen Medien begleitet. Petr Pavel betonte in seiner Rede, dass die Unabhängigkeit der Medien zu den Grundsäulen einer Demokratie gehöre und wurde für seine Ansprache von tobendem Applaus und Jubeln begleitet. Der Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei SPD Okamura wurde dagegen während seiner Rede durchgehend ausgebuht und mehrfach von Zwischenrufen und Protesten unterbrochen.
Prager Frühling 1968
Der Prager Frühling war eine Reformbewegung in der Tschechoslowakei unter Parteichef Alexander Dubček. Ab 1968 sollten unter dem Motto „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ unter anderem Presse- und Meinungsfreiheit erweitert und das politische und wirtschaftliche System reformiert werden.

Die sowjetische Regierung sah darin eine Gefahr für ihre Kontrolle über den Ostblock. In der Nacht zum 21. August 1968 marschierten deshalb Truppen der Sowjetunion und weiterer Staaten des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei ein. Die Reformen wurden anschließend unter sowjetischem Druck rückgängig gemacht. Der Einmarsch beendete damit gewaltsam den Prager Frühling und forderte viele Todesopfer.
Fotos: LandesEcho / Henriette Noack




