Rudolf Friedrich Engel im Alter von ungefähr 40 Jahren, um 1920.
Rudolf Friedrich Engel im Alter von ungefähr 40 Jahren, um 1920. Credit: Archiv Jan Rudl

Zum 80. Todestag des Komponisten und Chor- und Kirchenmusikdirektors Rudolf Friedrich Engel erinnern Chöre aus Dresden und Brüx (Most) mit seiner KompositionMaria-Wörther-Messean einen Musiker, dessen Lebensweg mit beiden Städten verbunden ist.

Rudolf Friedrich Engel (1883–1946) wirkte mehr als drei Jahrzehnte als Chor- und Kirchenmusikdirektor im nordböhmischen Brüx (Most). Nach Kriegsende musste er seine Heimat verlassen und kam nach Dresden, wo er am 6. Juni 1956 starb. Sein 80. Todestag in diesem Jahr ist Anlass für ein deutsch-tschechisches Gedenkprojekt, das die Musik Engels in den Mittelpunkt stellt.

Rudolf Engel hinterließ ein umfangreiches Werk mit zahlreichen Kompositionen. Genannt werden 38 Werke, darunter geistliche und weltliche Lieder, Klavier- und Orgelstücke, die Symphonie g-Moll, das Oratorium Jesus, die Operette Der Rajah und mehrere Messen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltungen steht jedoch die von Engel in lateinischer Sprache komponierte spätromantische Maria-Wörther-Messe.

Gedenken auf dem Dresdner Friedhof

Der Auftakt der Gedenkveranstaltungen fand bereits am 6. Juni 2026 um 11 Uhr in Dresden statt. Auf dem Neuen Katholischen Friedhof, wo Engels begraben liegt, fand an seinem 80. Todestag eine Gedenkfeier mit Gottesdienst statt. Dabei wurde die Maria-Wörther-Messe von Chören aus Brüx und Dresden aufgeführt. Zudem soll im Rahmen des INTERREG-Projekts ein Gedenkstein an Engels Grab aufgestellt werden.

Eine zweite Gedenkveranstaltung fand direkt am darauffolgenden Tag  um 9.30 Uhr in der Dresdener Auferstehungskirche mit einem weiteren Gottesdienst statt. Laut Bistum gestalteten Chöre und Jugendchöre aus beiden Städten die Aufführungen der Maria-Wörther-Messe im Juni und betrachten sie als Zeichen der deutsch-tschechischen Versöhnung.

Zurück an Engels Wirkungsstätte

Am Sonntag, den 6. September 2026, wird die nächste Messe dort erklingen, wo Engel über viele Jahre selbst musikalisch wirkte: in der Dekanatskirche Mariä Himmelfahrt in Brüx. Beginn ist um 12 Uhr, die musikalische Leitung übernimmt der Kirchenmusikdirektor Sandro Weigert aus Dresden. Das Bistum Dresden-Meißen lädt alle Interessierten herzlich zu der Veranstaltung ein. Der Eintritt ist frei.

An dem Gedenkprojekt wirken außerdem das Gymnasium Brüx, der Förderkreis zur Pflege der Kirchenmusik in der Auferstehungskirchgemeinde Dresden-Plauen e.V., der Schulchor SMoG des Gymnasiums Brüx, die Junge Kantorei der Auferstehungskirche Dresden und die Bischöfliche Zentralbibliothek Regensburg mit.

Die Idee für das Projekt kam von Jan Rudl, welcher in entfernter Verwandtschaft mit Rudolf Engel verbunden ist. Er koordiniert und organisiert die Veranstaltungen und wirkt an den Veranstaltungen selbst mit. Für Rudl steht dieses Projekt dafür, Menschen zusammenzubringen und ihre Verbindungen zu stärken: „Ich wünsche mir, dass die Menschen, die die Gedenkkonzerte miterleben, von der schönen Musik und der Intensität der Darbietung berührt sind. Es gibt so viel, was uns eint, und nur wenig, was uns trennt.“

Rudolf Engel Gedenkkonzert Maria-Wörther Messe
6. September 2026, 12 Uhr
Römisch-katholische Dekanatskirche Mariä Himmelfahrt
Kostelní 289, Brüx (Most)
Eintritt frei

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