Čauky mňauky, allerseits! Und Ihnen allen ein gutes Neues Jahr! So viel Zeit muss sein, auch wenn Sie die erste Ausgabe dieses wundervollen Magazins für vierbeinige Katzen und zweibeinige Minderheitenangehörige in diesem Jahr erst gegen Ende Januar in den Händen halten.
Dass Sie gut reingerutscht sind, ahne ich. Mit verbundenen Händen, die bei der blöden alljährlichen Silvesterböllerei – zurecht – etwas abbekommen haben, könnten sie ja dieses Heft nur schwer halten. Was sagen Sie? Sie gehören zu den Zweibeinern, die auf das Knallzeug verzichten – wegen uns Vierbeinern, am Ende sogar meinetwegen? Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Aber Sie bekommen schon mal das erste Sternchen im Jahr 2026.
Andererseits haben wir Fellnasen die besondere Rücksichtnahme auch mehr als verdient. Schließlich sind wir sehr besonders. Ich habe noch im alten Jahr auf der Facebook-Seite meines Butlers, des Herrn Schmidt, eine Geschichte gefunden, die viele Menschenkinder vermutlich umgehauen hat, mir und meinen mauzenden Kumpelinen und Kumpeln aber natürlich längst bekannt war, nun aber von zweibeinigen Forschern noch einmal ganz treffend zusammengefasst wurde: „Die moderne Forschung zeigt, dass Hauskatzen zu den biologisch nahezu perfektesten Lebewesen zählen. Eine Wirbelsäule, die sich im Sprung fast um 180 Grad verdrehen kann, Reflexe wie ein Blitz, ein Nachtsehen bis zu sechsmal stärker als unseres und ein Gehör, das Frequenzen wahrnimmt, die den meisten Säugetieren entgehen – Katzen sind Naturdesign in Reinform. Ihr Herz schlägt wie das eines Athleten, und die Architektur ihres Gehirns weist bemerkenswerte Parallelen zu unserem auf – vielleicht der Grund, warum die Bindung zwischen Mensch und Katze so tief geht. Doch ihre Genialität ist nicht nur körperlich. Katzen bewegen sich mit Präzision und leiser emotionaler Intelligenz durchs Leben – sie wissen, wann sie trösten, wann sie beobachten und wann sie sich in würdiger Unabhängigkeit zurückziehen. Jäger, Wächter, Seelentröster – alles in einem Wesen, das Instinkt und Intuition auf seltene Weise ausbalanciert. Für Forschende verkörpern Katzen einen evolutionären Höhepunkt: Stärke, Beweglichkeit und Sensibilität – vereint in einem geheimnisvollen Geschöpf.“
Na, da kann man doch nicht wirklich groß meckern als Kater, oder was sagen Sie? Ich bin mehr oder weniger einig mit der aktuellen Wissenschaft und Forschung. Freilich habe ich eine Kleinigkeit zu verbessern: Es ist richtig, dass die Architektur des kätzischen und menschlichen Gehirns bemerkenswerte Parallelen aufweist. Allerdings ist unser Katzenhirn zwar kleiner und leichter, aber rein von der Funktion her deutlich leistungsfähiger als das menschliche „Oberstübchen“. Das hätten Sie jetzt nicht gedacht, sagen Sie? Nun, es reicht ja aus, dass wir Katzen das wissen. Wir machen damit ja auch nicht so wahnsinnig viel Reklame. Das haben wir nicht nötig. Wir hören ja nicht auf den Namen Donald. Und schon ganz und gar nicht auf den Namen Trump. Sie wissen schon, wie der zweibeinige Obermacker im fernen Amerika, der sich jeden Tag selbst für seine unglaublichen Leistungen würdigt, weil es sonst keiner für seine Bedürfnisse ausreichend tut. Und der die Europäer für Schlappschwänze hält und sie auseinander dividieren möchte. Da hat er aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht, wie man so schön sagt.
Ich als gebürtiger Tscheche und mein Butler als gebürtiger Deutscher haben uns jedenfalls fürs neue Jahr fest vorgenommen, uns nicht auseinanderdividieren zu lassen. Das wird sogar der altneue Herr Premier Babiš zu verhindern wissen, das mit einer Entzweiung von Tschechen und Deutschen. Schließlich hat der Herr Babiš beachtliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland. Zwar hat er seine Firma aufgegeben, aber er wird schon darauf achten, dass sie weiter profitabel bleibt. Schließlich will er seinen Kindern keine Schulden, sondern ein ordentliches Erbe hinterlassen, wenn er selbst irgendwann ins Gras beißen muss. Sie, liebe Leserinnen und Leser, könnten auch etwas für das nette Zusammenleben von Tschechen und Deutschen tun. Wäre doch eine schöne Aufgabe für 2026, oder? Čauky mňauky!
Schmidts Kater Loisl und sein Butler Hans-Jörg Schmidt
Dieser beitrag erschien zuerst in der landesecho-ausgabe 1/2026
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