Nach rund 30 Jahren zieht sich die britische Supermarktkette Tesco aus Tschechien zurück. Der niederländische Handelskonzern Ahold Delhaize, zu dem die Albert-Märkte gehören, übernimmt die Filialen in Tschechien und der Slowakei für rund 1,7 Milliarden Euro. Auch die tschechischen Žabka-Filialen sind Teil des Verkaufs.
Mit dem Zukauf will Ahold seine Marktposition in Mitteleuropa ausbauen und erstmals in der Slowakei Fuß fassen. Die Übernahme soll im vierten Quartal 2027 abgeschlossen werden. Zuvor müssen allerdings die Aufsichtsbehörden zustimmen. Beim tschechischen Kartellamt ist bislang noch kein entsprechender Antrag eingegangen.
Experten erwarten keine höheren Preise
Obwohl Albert durch den Zusammenschluss zur größten Einzelhandelskette Tschechiens aufsteigen dürfte, rechnen Branchenvertreter nicht mit einer Verteuerung der Lebensmittel infolge der Übernahme. Agraranalyst Petr Havel verweist auf den weiterhin starken Wettbewerb zwischen den Handelsunternehmen.
Auch Tomáš Prouza, Präsident des tschechischen Handels- und Tourismusverbandes, bewertet den Eigentümerwechsel positiv. Er erwartet unter anderem Investitionen in die Modernisierung der Tesco-Märkte.
Tesco verabschiedet sich nach drei Jahrzehnten
Seit 1996 ist Tesco auf dem tschechischen Markt vertreten. Heute betreibt die Kette dort 184 Geschäfte sowie einen Online-Shop. Hinzu kommen 113 Filialen der Marke Žabka. Insgesamt umfasst das zum Verkauf stehende Geschäft in Tschechien und der Slowakei mehr als 360 eigene Märkte und über 100 Franchise-Standorte.
Albert verfügt in Tschechien bereits über knapp 350 Super- und Hypermärkte und erreicht mit seinem Umsatz den dritten Platz hinter den deutschen Marken Lidl und Kaufland. Tesco will sich nach dem Verkauf stärker auf seine Geschäfte in Großbritannien und Irland konzentrieren. In Ungarn bleibt die britische Kette weiterhin aktiv.
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