Lichtprojektionen auf historischen Fassaden, Laserstrahlen über der Moldau und Kunstwerke, die auf ihre Besucher reagieren: Vom 15. bis 18. Oktober verwandelt das Signal Festival die tschechische Hauptstadt wieder in eine Bühne für digitale Kunst. Die 14. Ausgabe führt erstmals auch durch den Stadtteil Dejvice. Insgesamt stehen 21 Installationen auf dem Programm.
Unter dem Motto „Dream On! Träume und Visionen“ („Dream On! Sny a vize“) verbindet die meistbesuchte Kulturveranstaltung Tschechiens moderne Technik mit ungewöhnlichen Schauplätzen. Internationale Künstler gestalten öffentliche Plätze, historische Gebäude und Innenräume neu. Neben bekannten Namen der digitalen Kunst erhalten in diesem Jahr erstmals auch Studierende von Prager Hochschulen eine eigene Ausstellungsplattform. Zwei Rundgänge führen durch das Stadtzentrum und Dejvice.
Spaziergang durch Dejvice
Erstmals beteiligt sich der Stadtteil Dejvice mit einer eigenen Route am Festival. Am Erzbischöflichen Seminar verwandelt der deutsche Künstler Felix Frank die Fassade mit seinem Werk „Missing Interval“ in eine bewegte Lichtlandschaft.

Auf dem Hochschulcampus zeigen Studierende der Technischen Universität Prag und der Hochschule für Chemie und Technologie erstmals im Rahmen des Festivals ihre Projekte. Besucher können unter anderem ihre Gesichtsausdrücke in digitale Porträts verwandeln lassen, eine Lichtinstallation erleben oder bei einer Chemievorführung farbige Flammen und leuchtende Reaktionen beobachten.
Installationen mit und auf Wasser
Eine besonders ungewöhnliche Kulisse bietet die historische Kläranlage in Bubeneč, die seit 2010 unter Denkmalschutz steht. Dort präsentiert das Ensemble Laterna magika seine Inszenierung Voda, die zu den kostenpflichtigen Angeboten des Festivals gehört. Ganz in der Nähe lässt der taiwanesische Künstler Aka Chang seine Installation Multimmersion_Upside Down entstehen. Ein zehn Meter hohes Lasergebilde spiegelt sich dann auf einem Altarm der Moldau. Durch die Reflexionen entsteht ein optisches Spiel, bei dem die Grenzen zwischen Wasseroberfläche und Lichtkunst verschwimmen.

Menschen aus Licht
Der amerikanische Künstler Jim Campbell bringt mit Scattered Light eine der größten Installationen in der Geschichte des Signal Festivals nach Prag. Aus 1500 LEDs entstehen im ebenfalls in Bubeneč gelegenen General-Lázaro-Cárdenas-Park schemenhafte menschliche Gestalten, die je nach Bewegung und Blickwinkel auftauchen und wieder verschwinden. Campbell beschäftigt sich seit langem mit den Grenzen zwischen Bild und Abstraktion sowie der menschlichen Fähigkeit, Informationen zu ergänzen, die das Auge nicht erfassen kann.
Würdigung zum Václav-Havel-Jahr
Am Altstädter Rathaus widmet die ukrainische Künstlerin Svitlana Reinish dem früheren tschechischen Präsidenten Václav Havel eine Lichtprojektion. Ihr Werk Leben in der Wahrheit greift Gedanken aus Havels Essay Die Macht der Machtlosen auf. Begriffe wie Freiheit, Demokratie und Wahrheit erscheinen auf zwei Fassaden des Gebäudes, verändern ihre Gestalt und lösen sich schließlich auf. Die Musik dazu stammt vom ukrainischen Komponisten Anton Dehtiarov.

Kunst für Kinder
Auch für Familien bietet das Festival ein eigenes Programm. Beim Workshop „Tal der Quallen“ des griechischen Künstlers Yiannis Kranidiotis gestalten Kinder auf dem Campus Hybernská in der Prager Neustadt leuchtende Meeresbewohner. Während die Jüngeren Animationen ausprobieren, können ältere Teilnehmer LED-Streifen programmieren und löten. Die interaktive Installation Der Klangroboter von Ján Šick lädt außerdem dazu ein, mit Geräuschen und Melodien zu experimentieren.
Acht Installationen nur mit Ticket
Von den insgesamt 21 Kunstwerken gehören acht zum kostenpflichtigen Programm Signal INSIDE, das den Schwerpunkt auf die architektonisch interessanten Innenräume Prags und ein intensiveres Besuchererlebnis legt. Dazu zählen neben der Laterna-magika-Aufführung auch immersive Arbeiten wie FLUX des österreichischen Künstlers Kurt Hentschläger, der mit Dunkelheit und extrem kurzen Lichtimpulsen arbeitet. Tickets für die kostenpflichtigen Bereiche sind bereits erhältlich.
Weitere Informationen zum Programm gibt es unter www.signalfestival.com.




