Bei der Gedenkfeier in Theresienstadt (Terezín) zum 81. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs warnte der Präsident des tschechischen Verfassungsgerichts Josef Baxa in einer Rede vor autoritären Tendenzen. Rund 3000 Menschen gedachten dort der Opfer des Nationalsozialismus.
Auf dem Nationalfriedhof in Theresienstadt (Terezín) sagte Baxa, die heutige Zeit erinnere „auf schmerzhafte Weise an die Welt vor neunzig Jahren“. Er warnte vor Desinformation, wachsendem Misstrauen und politischen Kräften, die Geschichte umschreiben oder Aggressionen rechtfertigen wollen. Zugleich rief er die Bevölkerung auf, demokratische Werte und rechtsstaatliche Institutionen zu verteidigen. Die 89-jährige Holocaust-Überlebende Michaela Vidláková erinnerte zudem an die Bedeutung von Menschlichkeit und Widerstandskraft.
An der „Tryzna“ (dt.: ,„Trauerfeier“), die traditionell am dritten Sonntag im Mai stattfindet, nahmen unter anderem Präsident Petr Pavel und der deutsche Botschafter Peter Reuss teil. Die Deutsche Botschaft in Prag schrieb auf Instagram: „Theresienstadt wird für immer ein Symbol für das menschliche Leid sein, das Tausende unschuldiger Opfer hier erlitten haben.“ Deutschland übernehme Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg und sei sich seiner Schuld bewusst. Die Ereignisse, die sich nicht nur in Theresienstadt zugetragen haben, dürfen sich niemals wiederholen. Im Ghetto Theresienstadt starben schätzungsweise 35.ooo Menschen an den katastrophalen Haftbedingungen.
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