Das Unternehmen Vejce Kosičky in der Region Königgrätz (Hradec Králové) muss nach Ausbruch der Vogelgrippe über 230.000 Legehennen töten. Das Unternehmen beliefert den tschechischen Markt täglich mit rund einer halben Million Eiern, wovon etwa ein Drittel auf dem eigenen Geflügelhof in Kosice produziert wird.
Das Unternehmen Vejce Kosičky aus Großkositz (Kosice) muss nach dem Ausbruch der Vogelgrippe über 236.000 Legehennen töten. Im benachbarten Kleinkositz (Kosičky) hatten Tierärzte vor zwei Wochen einen Ausbruch der Vogelgrippe in einem kommerziellen Geflügelzuchtbetrieb bestätigt. Die Entenfarm Perena, wo am Freitag, den 13. Februar, 6800 Tiere aufgrund der Vogelgrippe gekeult wurden, liegt etwa 500 Meter von den Hühnerställen entfernt. In Tschechien wurden laut der Staatlichen Veterinärverwaltung in diesem Jahr bereits 13 Vogelgrippe-Ausbrüche bei in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln registriert, von denen insgesamt 682 Tiere betroffen waren. Zudem wurde in diesem Jahr die Vogelgrippe bei toten Wildvögeln an über zwanzig Orten in Tschechien nachgewiesen.
Starke Verbreitung der Infektion
„Die Infektion wurde über die Luft übertragen. Zuerst starben Schwäne am Teich, dann Enten in der kommerziellen Zucht in Kosičky-Třesice. In unserem Land begannen die Todesfälle in den beiden Hallen, die Třesice und dem Teich am nächsten liegen“, erklärte Geschäftsführer Jan Pozdílek. Ihm zufolge starben am vergangenen Donnerstagmorgen Dutzende Vögel, später dann Hunderte bis Tausende von Hennen. Eine anschließende Untersuchung im staatlichen Veterinärinstitut bestätigte die Vogelgrippe. In dieser Woche startete die Keulung, die Tötung der über 236.000 Legehennen. Die Tiere werden dabei eingefangen, in Behälter gesteckt und durch Kohlenstoffdioxid erstickt. Die Kadaver werden anschließend in einem Krematorium eingeäschert.
Was passiert nun?
Die Tierärzte werden eine Schutzzone von drei Kilometern und eine Überwachungszone von zehn Kilometern um den betroffenen Bereich einrichten. „In diesen Zonen werden außerordentliche veterinärmedizinische Maßnahmen angekündigt, die den Transport von Geflügel einschränken, Inventuren aller Geflügelbetriebe werden durchgeführt und Massenveranstaltungen wie Vogelmessen oder Ausstellungen, die ein großes Risiko für die Verbreitung von Geflügelkrankheiten darstellen, werden verboten“, erklärte Petr Vorlíček, Sprecher der Veterinärverwaltung. Laut Geschäftsführer Jan Pozdílek werde der Bestandsrückgang das Unternehmen nicht in den Ruin treiben. Bereits im Frühjahr 2021 war die Zucht in Kosičky aufgrund der Vogelgrippe stark dezimiert worden; damals waren 170.000 Hennen von dem Virus betroffen. Das Unternehmen beabsichtigt, seine Kunden während des Ausfalls mit Eiern von kooperierenden Geflügelbetrieben zu beliefern. Ein Teil der Versorgung müsse durch aus dem Ausland importierte Eier gedeckt werden. Gemäß dem Veterinärgesetz haben Züchter Anspruch auf eine Entschädigung pro betroffenem Tier in Höhe des Marktpreises eines gesunden Tieres. Wurden die Tiere nicht gegen die Vogelgrippe geimpft, sinkt dieser Anspruch um 20 Prozent.
Die Vogelgrippe ist eine Viruserkrankung von Tieren, insbesondere von Vögeln, die aber auch bei Schweinen, Hunden und Katzen vorkommt. Von den Wildvögeln sind am häufigsten Schwäne und Wildenten betroffen, die seit Jahrhunderten Überträger des Virus sind. Laut Tierärzten bestehe die wichtigste Präventionsmaßnahme gegen die Einschleppung der Vogelgrippe darin, Geflügel in geschlossenen Ställen zu halten und den Kontakt mit Wildvögeln zu verhindern. Die Konzentration der Legehennen auf kleinem Raum, in kommerziellen Betrieben, fördert wiederum die Ausbreitung des Virus. Tierärzte entdeckten den bislang größten Ausbruch der Krankheit in Tschechien Ende Dezember 2022 auf einem großen Hühnerhof in Bruck am Hammer (Brod nad Tichou) in der Region Tachov, wo alle 742.000 Hühner aufgrund des Virus gekeult werden mussten.
das könnte sie auch interessieren
Eier-Prozession auf der Karlsbrücke 2025: Von Welwarn nach Prag
Bei der Eier-Prozession auf der Prager Karlsbrücke feierten auch an diesem Palmsonntag Hunderte eine kuriose Legende, die sich über das Örtchen Welwarn erzählt wird.
Mehr…Utopenci – ein echt tschechisches Gericht
Nirgendwo sonst ist das Bier so gut wie in der Tschechischen Republik. Und was könnte besser dazu passen als Utopenci (wörtlich „Ertrunkene“)? Unsere LandesBloggerin Kseniia ist fasziniert von diesem beliebten tschechischen Snack und verrät, wie man sie am besten zubereitet. Die Legende über den Ursprung der „Utopenci“ ist recht unterhaltsam. Sie erzählt, dass der Müller…
Mehr…Harald Saul: Neue Geschichten & alte Rezepte aus der Sudetendeutschen Küche
Sechs Familien, zahlreiche Rezepte, viele Erinnerungen: Harald Saul sammelt in seinem neuen Buch kulinarische Traditionen aus Böhmen und erzählt dabei auch die Geschichten dahinter. Es sollte Sauls letztes Buch werden.
Mehr…



