2026 findet erstmals ein Sudetendeutscher Tag in Tschechien statt, und zwar vom 22. bis 25. Mai in der mährischen Metropole Brünn (Brno).

Das Motto dieses jährlichen Haupttreffens der nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebenen und weltweit verstreut lebenden Sudetendeutschen lautet diesmal: „Alles Leben ist Begegnung – Život je setkávání“. Bernd Posselt, der Sprecher und oberste politische Repräsentant der sudetendeutschen Volksgruppe sowie langjähriger CSU-Europaabgeordnete, nannte dieses besondere Ereignis in einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung ein „Fest der gemeinsamen Kultur, der Vielfalt, des Dialogs und der Verständigung, zu dem nicht nur alle Generationen der Sudetendeutschen, sondern auch deren tschechische und internationale Freunde herzlich eingeladen sind.“

Posselt dankte auch der tschechischen Bürgerinitiative „Meeting Brno“ für ihre Unterstützung. Diese organsiert seit zehn Jahren den Brünner Versöhnungsmarsch zum Gedenken an die Vertreibung der Brünner Deutschen. Beim letzten Sudetendeutschen Tag in Regensburg hatte die Organisation eine Einladung zur Ausrichtung des Sudetendeutschen Tags im mährischen Brünn ausgesprochen. 80 Jahre nach 1946, dem Jahr, in dem die Masse der Sudetendeutschen ihre jahrhundertelange Heimat verlassen mußte, setze diese Begegnung „ein einzigartiges europaweites Zeichen, daß es möglich ist, Gräben, die der Nationalismus und totalitäre Ideologien aufgerissen haben, zu überbrücken und die Weichen für eine bessere Zukunft in einem geeinten Europa zu stellen.“

Brünn als Raum für Erinnerung und neue Perspektiven

Erst vor wenigen Tagen hatte die Bürgerinitiative Meeting Brno eine Petition zur Unterstützung des Sudetendeutschen Tages 2026 in Brünn gestartet. Die Organisatoren betonten, dass Brünn ein Ort sei, an dem sich Vergangenheit und Zukunft begegnen: Eine Stadt, die früher von tschechischen und deutschsprachigen Bürgern gemeinsam geprägt wurde und heute bewusst Räume für Dialog schafft. Mit der Einladung an die Sudetendeutsche Landsmannschaft, ihr traditionelles Pfingsttreffen erstmals in Tschechien abzuhalten, möchte die Initiative den eingeschlagenen Weg fortsetzen.

Die Petition verweist zudem auf jüngste Unterstützungsbekundungen aus Kultur, Politik und Zivilgesellschaft sowie auf die Auszeichnung des Festivals Meeting Brno mit dem Menschenrechtspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft im Jahr 2025. Den Preis erhielt Meeting Brno für sein Engagement, historische Ereignisse aufzuarbeiten, seinen Mut zum Dialog und dafür, in einer Zeit zunehmenden Nationalismus ein klares Zeichen für ein friedliches, menschenrechtsorientiertes Europa zu setzen.

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