Jiří Trnka war ein weltbekannter Zeichentrick-Künstler, der auch für seine Marionetten bekannt ist. Auf einer audiovisuellen Entdeckungstour in der Mittelböhmischen Galerie GASK in Kuttenberg kann man in die „Gärten der Imagination“ eintauchen und bisher nie gezeigte Exponate aus seinen Filmen bestaunen. Außerdem in den Kulturtipps: moderne Oper über Dealer in der Prager Georg-Samsa-Buchhandlung und das Filmfest Película in Prag, Königgrätz, Brünn und Ostrau.

Trnkas Garten blüht im GASK

Gleich zwei Räumlichkeiten des ehemaligen Barockklosters, wo die Mittelböhmische Galerie GASK in Kuttenberg (Kutná Hora) ihren Sitz hat, führen in die poetische Welt des weltbekannten tschechischen Zeichentrick-Künstlers Jiří Trnka (1912-1969).Im Dachgeschoss wartet der phantasievolle "Garten 2" auf die jüngeren Besucher - Foto: GASK

Die umfangreiche Schau „In den Gärten der Imagination“ („V zahradách imaginace“), die sich über die Galerie IV und den Konferenzsaal mit dem Turm von GASK erstreckt, zeigt einerseits Exponate, die bisher noch nie präsentiert wurden. Es sind u.a. restaurierte Marionetten aus Trnkas legendärem und preisgekrönten Ganzabendfilm „Ein Sommernachtstraum“ („Sen noci svatojánské“) von 1959, oder auch seine einzigartigen Holzplastiken. Geliehen wurden sie von Trnkas Erben, Privatsammlern und Institutionen, zu denen vor allem das Nationale Filmarchiv (NFA) gehört.

Andererseits beinhaltet die Trnka-Ausstellung audiovisuelle Projektionen und interaktive Elemente. Diese zielen vordergründig auf Kinder, wobei man sie im Dachgeschoss von GASK in Trnkas phantasievollen „Garten 2“ entführt. Es handelt sich um eine dreidimensionale Adaptation seines legendären Kinderbuches, die Trnkas Enkel Matyáš Trnka eigens für GASK um viele weitere Gegenstände bereicherte. „Für GASK haben wir unsere Installation sogar verdoppelt, so dass die Menschen, die unseren ‚Garten 1‘ bei verschiedenen Anlässen in vielen tschechischen Städten bereits gesehen haben, ähnlich wie völlig neue Besucher auf ihre Kosten kommen werden. Auf alle warten jedenfalls ein neuer Flohzirkus, eine Fledermaus-Schießbude, ein Labyrinth sowie andere Überraschungen“, verrät Matyáš Trnka. Die Ausstellung wird ergänzt durch ein Begleitprogramm für Kinder und Erwachsene. Sie findet bis zum 22. März 2020 statt.

Mehr auf der Webseite der Mittelböhmischen Galerie GASK

Theater ohne Vorhang und Kostüme

"Ein Spiel um die Himbeere" - Foto: Hausopera Dass unsere Umwelt als Theaterbühne aufzufassen sei, wo man auch ohne Kostüme und Theatervorhang auskommen könnte, beweist das originelle Brünner Ensemble „Hausopera“. Seine Künstler setzen auf die ortsspezifische Kunst (auf Englisch „site specific art“), indem sie ihre Opernstücke nicht etwa auf der Bühne, sondern innerhalb eines völlig unerwarteten Milieus aufführen. Ihr Debüt „Das letzte Polo“ („Poslední pólo“) feierten sie sogar in einer Brünner Schwimmhalle mit Kunstschwimmerinnen. Das neuste Stück, „Ein Spiel um die Himbeere“ („Hra o malinu“), wird ebenfalls nicht im Theatersaal stattfinden. Denn die absurde Komödie über einen betrogenen Buchhändler nach dem Libreto von Josef Škarka, mit Musik des Komponisten Lukáš Sommer, zeigt die Hausopera in der Buchhandlung Gregor Samsa (Knihkupectví Řehoře Samsy) im Prager Stadtzentrum. Die Prager Vorpremiere wird am Sonntag, den 16. Februar, gleich zweimal stattfinden – um 17 und 19 Uhr. Als das betrogene Ehepaar und der Dealer treten Andrea Široká, Josef Škarka und Marek Olbrzymek auf. Das Akkordeon spielt Žaneta Vítová. Die Erstaufführung des Stückes wird in Brünn im Herbst gegeben, und zwar im Café Zeman in der Josefstraße und in der Buchhandlung von Michal Ženíšek in der Passage Alfa. Die Prager Vorpremiere steht dazu auf dem Programm des „14. Festivals des Musiktheaters 2020“, das das Beste von böhmischen, mährischen und slowakischen Opernbühnen in die tschechische Metropole bringt. Das Festival 2020 findet bis Montag, den 2. März, statt.

Mehr zum Programm auf www.festival-opera.cz und www.hausopera.cz

Filme, die Spanisch sprechen

Die aktuelle spanische Kinematografie, und vor allem einige lateinamerikanische Filmemacher sowie die Geschichte Kubas, kann man vom Dienstag, den 18. bis Montag, den 24. Februar, in Prag im Rahmen der 15. Filmschau „La Película“ sehen. Dann zieht das Filmfest bis zum Donnerstag, den 27. Februar, in die Kinosäle von Königgrätz (Hradec Králové), Ostrau (Ostrava) und Brünn (Brno) weiter.„Buñuel en el laberinto de las tortugas“ („Buñuel in the Labyrinth of the Turtles“) von Salvador Simó Busom - Foto: La Película

Das 15. Fest des spanischen Films startet am 18. Februar im Prager Kino Světozor mit dem psychologischen Drama Madre (Mother) vom Regisseur Rodrigo Sorogoyen. Gemeinsam mit der Hauptdarstellerin Marta Nieto werden sie zu den ersten Filmgästen werden. Bis zum 27. Februar wird die spanische Kinematografie neuste Werke präsentieren, darunter den mit sieben Goya-Preisen gekrönten Film „Dolor y gloria“ („Leid und Herrlichkeit“) Pedro Almodóvars und das mysteriöse Werk „Ventajas para viajar en tren“ („Advantages of Travelling By Train“) des spanischen Filmemachers Aritz Moreno. Ein besonderes Kinoereignis verspricht die Projektion des teilweise animierten Dokuments „Buñuel en el laberinto de las tortugas“ („Buñuel in the Labyrinth of the Turtles“) von Salvador Simó Busom.

Zum ersten Mal in seiner langjährigen Geschichte präsentiert „La Película“ auch unabhängige spanische Kinematografie, wie den experimentellen Film „Ver a una mujer“ von Mònica Rovira, die ihr Werk vor der Projektion persönlich einleitet. Originelle Blicke auf die komplizierte Geschichte Kubas vermitteln der Spielfilm „Marina“ und das französische Dokument „La mémoire libérée“, dessen Autorin Ghiselaine Graillet sich auf die Suche nach ihren eigenen kubanischen Wurzeln und der Geschichte der dortigen Zuckerindustrie begibt.

Die Filmprojektionen finden in Spanisch, bzw. Französisch mit englischen und tschechischen Untertiteln statt.

Mehr auf der Webseite des Festivals