Über eine Million Menschen leben als Deutschstämmige im Ausland. Von ihrer Geschichte und Gegenwart erzählt die jetzt auch online verfügbare Ausstellung „In zwei Welten – Deutsche Minderheiten stellen sich vor“.

Die Wanderausstellung „In zwei Welten – Deutsche Minderheiten stellen sich vor“ der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) ist seit Kurzem auch digital verfügbar. Sie zeigt, wie deutsche Minderheiten im Ausland leben und erzählt von ihrem sprach- und kulturpolitischen Engagement sowie der Beziehung zur Mehrheitsgesellschaft in den jeweiligen Ländern.

Von 2017 bis Anfang 2020 wanderte die Ausstellung durch Deutschland, Europa und die Welt. Im Frühjahr 2019 machte sie auch in Prag, im Haus der nationalen Minderheiten, halt. „Aktuell muss sie aufgrund der Corona-Pandemie pausieren“, heißt es jedoch auf der AGDM-Website. Doch dafür lässt sie sich nun auch online auf einer eigens eingerichteten Website besuchen. Die AGDM organisiert deutsche Minderheiten und deren Zusammenschlüsse in einem gemeinsamen Verbund. Sie ist zudem Mitglied in der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN), dem größten Dachverband nationaler Minderheiten in Europa.Plakat zur Ausstellung "In zwei Welten". Foto: AGDM

Der wohl prominenteste Minderheits-Deutsche

Die Geschichte der deutschen Minderheiten ist eng mit den historischen Verwerfungen des 19. und 20. Jahrhunderts verknüpft, weswegen die Themen der Ausstellung immer wieder auf die Geschichte zu sprechen kommen. Doch auch der Gegenwart wird genügend Raum gegeben. Schließlich stellen sich den Minderheiten wichtige Fragen im 21. Jahrhundert: Wie gelingt das Leben mit der Mehrheitsgesellschaft in den jeweiligen Ländern? Oder: Welche Bedeutung hat die deutsche Minderheit für die junge Generation?

Die Ausstellung „In zwei Welten“ beleuchtet neben Themen wie Herkunft und Traditionen auch aktuelle Verbandstätigkeiten deutschstämmiger Volksgruppen im Ausland, die in 25 Ländern in Europa und Zentralasien leben. Darunter eine bunte Auswahl an Ländern wie Tadschikistan, Dänemark und Georgien, um nur einige wenige zu nennen. Der wohl prominenteste Angehörige der deutschen Minderheiten im Ausland ist Klaus Johannis, der seit 2014 amtierender Staatspräsident Rumäniens ist. Insgesamt wird die Anzahl Deutschstämmiger im Ausland auf etwas mehr als eine Million geschätzt. Besonders groß sind die Minderheiten in Russland, Polen und Ungarn.

Ein Teil der Ausstellung widmet sich auch der deutschen Minderheit in Tschechien, der bis zu 20.000 Menschen zugehörig sind. Im Menü der Website lässt sich ganz einfach ein Land auswählen. Auf der Unterseite der deutschen Minderheit in Tschechien finden sich verschiedene Beiträge zu deren Geschichte und Kultur. Ein Video stellt Angehörige der Minderheit vor, die in traditioneller Mundart Geschichten von ihrer Kindheit und dem Leben als Deutsche in Tschechien erzählen. Und auch darüber, wie die Landesversammlung der deutschen Vereine in Tschechien mit dem Projekt MundArt genau diese Dialekte bewahren möchte, finden sich Informationen in der Ausstellung.

Die Wanderausstellung „In zwei Welten – Deutsche Minderheiten stellen sich vor“ findet sich im Internet unter folgender Adresse: https://in2welten-agdm.fuen.org/