Mitte März findet wieder die Leipziger Buchmesse statt. Auf der Veranstaltung ist auch in diesem Jahr wieder eine große Vielfalt tschechischer Literatur vertreten. Dabei ist die Buchmesse nicht das einzige literarische Highlight im März.

Unter dem Motto „Wo Geschichten uns verbinden“ kommt in Leipzig die Buch- und Medienbranche zu ihrem alljährlichen Frühjahrstreff zusammen: Gemeinsam mit der Manga-Comic-Con und dem Lesefestival Leipzig liest findet vom 19. bis zum 22. März wieder die Leipziger Buchmesse statt. Leserinnen und Leser, Autorinnen und Autoren, Verlage sowie Medienvertreter aus aller Welt kommen hier zusammen, um die Vielfalt der Literatur zu feiern, Neuerscheinungen zu entdecken und neue Perspektiven kennenzulernen.

Queere Repräsentation von tschechischer Seite 

Tschechien, das sich bereits 2019 als Gastland auf der Leipziger Buchmesse präsentierte und im Herbst 2026 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse sein wird, zeigt sich auch in diesem Jahr in Leipzig mit einem vielfältigen literarischen Programm mit Werken, die aus dem Tschechischen ins Deutsche übersetzt wurden. 

Zu den Höhepunkten der Leipziger Buchmesse zählt die Veranstaltung Queer Central Europe: Körper, Worte, Saunen, die am 21. März in der Schaubühne Lindenfels stattfindet. Im Rahmen dieser Veranstaltung stellt der Autor Vratislav Maňák seine siebenteilige Essayreihe Mit Wittgenstein in der Schwulensauna über Aspekte schwulen Lebens im heutigen Mitteleuropa vor. Ebenfalls beteiligt an der Veranstaltung ist der Autor Marek Torčík. In seinem Roman Was die Zeit nicht nimmt erzählt über von einem queeren Teenager, der Ausgrenzung und Scham erlebt. Gleichzeitig beschreibt der Roman die verletzliche Bindung zu seiner Mutter, die selbst mit den Verletzungen ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat.

Eine große Vielfalt an literarischen Inhalten 

Am tschechischen Messestand präsentiert zudem der Schriftsteller Michal Ajvaz sein Buch Passagen unter Glas, das von einer seltsamen Begegnung zwischen zwei Männern berichtet. Der Roman Die Krähe von Petra Dvořáková erzählt aus der Perspektive eines Mädchens und seiner Mutter von einem Familienleben, das von Angst und Gewalt geprägt ist, und zeigt die zerstörerische Seite von Beziehungen.

Außerdem wird Miroslav Hlaučo seinen Roman Pfingsten. Erinnerungen an ein Ende der Welt vorstellen. Das Buch spielt im Jahre 1903 und erzählt von einem magischen Dorf, in dem die Menschen besondere Fähigkeiten haben. Als die Hauptfigur Odysseus Pastyr in das Dorf zurückkehrt und moderne Dinge mitbringt, trifft die alte magische Welt auf die beginnende Moderne.

Mit Blick auf die Zukunft

Die tschechische Präsenz in Leipzig gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zum Gastlandauftritt Tschechiens bei der Frankfurter Buchmesse im kommenden Oktober. Das gesamte tschechische Programm der Leipziger Buchmesse wurde vom Tschechischen Literaturzentrum in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum Berlin konzipiert und auf den großen Auftritt im Herbst abgestimmt. Zahlreiche weitere Übersetzungen tschechischer Werke ins Deutsche sind in Vorbereitung, um tschechische Literatur im deutschsprachigen Raum noch sichtbarer zu machen.

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