Anlässlich des 130. Jubiläums der tschechischen Fotografen Josef Sudek und Jaromír Funke präsentiert das Goethe-Institut in Prag eine fotografische Ausstellung. Im Mittelpunkt steht der Einfluss künstlicher Intelligenz und das Vertrauen in Bilder.
Unter dem Titel Pixel und Poetik: Sudek, Funke und der Einfluss neuer Technologien auf die Entwicklung der Fotografie eröffnet am Donnerstag, den 21. Mai 2026, eine fotografische Ausstellung in den Räumlichkeiten des Goethe-Instituts in Prag. Aus Anlass des 130. Jubiläums von zwei zentralen Persönlichkeiten der tschechischen Fotografie, Josef Sudek und Jaromír Funke, organisieren die Tschechischen Zentren in Unterstützung der PPF-Stiftung ein Projekt, das die Werke der Fotografen mit Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler verbindet.
Künstliche Intelligenz beeinflusst Fotografie
„Die Ausstellung verbindet herausragende Persönlichkeiten der tschechischen fotografischen Tradition mit Themen, die heute weltweit diskutiert werden – von künstlicher Intelligenz bis hin zur Frage, ob wir Bildern überhaupt noch vertrauen können“, so Jitka Pánek Jurková, Generaldirektorin der Tschechischen Zentren. In diesem Kontext stellen die Kunstwerke dar, dass Fotografie nie ein Abdruck der Realität ist und hinterfragen die Manipulation von Wirklichkeit. Die Ausstellung präsentiert den Wandel von Fotografien als Medium und wie künstlerische Entscheidungen wie Komposition und Licht von einer künstlichen Intelligenz bestehend aus Daten und Algorithmen abgelöst werden.
Nachdem die Ausstellung in London und Paris eröffnet wurde, findet sie nun auch in Prag ihren Standort. „Gerade solche Projekte zeigen, dass die tschechische Kultur auch in der globalen Gegenwartsdebatte etwas zu sagen hat“, so Jurková. Die Tschechischen Zentren wollen mit dem Projekt tschechische Kultur im internationalen Rahmen präsentieren, aber gleichzeitig dem heimischen Publikum zugänglich machen. In Zukunft wird die Ausstellung in Belgrad und New York zu sehen sein.
Zusammenarbeit von Sudek und Funke
Josef Sudek (1896–1976) fokussierte sich nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg auf die Fotografie. Er arbeitete eng mit Jaromír Funke zusammen und war bekannt für seine Gestaltung von Licht und Atmosphäre, die das Schöne im Alltäglichen sichtbar machte. Jaromír Funke (1896–1945) war einer der bekanntesten Vertreter der tschechoslowakischen Zwischenkriegsfotografie und wandte sich ebenfalls nach dem Ersten Weltkrieg der Fotografie zu. Seine komponierten Stillleben mit dem Einsatz von elementaren Formen, Licht und Schatten zeichneten ihn als Künstler aus.


Die Vernissage im Goethe-Institut Prag findet am 21. Mai 2026 um 19 Uhr statt. Die Ausstellung ist bis zum 14. August 2026 zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Goethe-Instituts.
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