Dünner Teig, eine kräftig-fruchtige Powidlfüllung und reichlich Butter: Powidl-Taschen sind ein Klassiker der böhmischen Küche.
Zutaten für 4 Portionen
Für die Teigtaschen:
- 300 g Weizenmehl (Typ 550)
- 2 Eier
- 60 ml Wasser
- 1 Prise Salz
- 250 g Pflaumenmus (Powidl)
- 1 Eiweiß zum Bestreichen
Zum Servieren:
- 150 g Butter
- 60 g Semmelbrösel
- Puderzucker
Zubereitung
- Teig zubereiten:
Das Mehl auf die Arbeitsfläche geben und in der Mitte eine Mulde formen. Eier, Wasser und eine Prise Salz hineingeben und alles zu einem festen, glatten Teig verkneten. Seine Konsistenz sollte ungefähr einem Nudelteig entsprechen. - Teigtaschen vorbereiten:
Den Teig dünn ausrollen und in etwa 7 × 7 cm große Quadrate schneiden. - Füllen:
Jeweils einen kleinen Teelöffel Powidl in die Mitte geben. Die Teigränder dünn mit Eiweiß bestreichen, die Quadrate zusammenklappen und die Ränder sorgfältig verschließen. Mit einer Gabel lassen sie sich zusätzlich festdrücken. - Kochen:
In einem großen Topf leicht gesalzenes Wasser zum Kochen bringen. Die Teigtaschen hineingeben und etwa 7 min garen. Anschließend vorsichtig herausheben und abtropfen lassen. - Semmelbrösel rösten:
Etwa 30 g Butter in einer Pfanne zerlassen. Die Semmelbrösel hineingeben und bei mäßiger Hitze unter Rühren goldbraun rösten. - Anrichten:
Die restliche Butter schmelzen. Die noch warmen Powidl-Taschen mit den gerösteten Semmelbröseln und etwas Puderzucker bestreuen und großzügig mit zerlassener Butter beträufeln.
Tipp
Beim Verschließen sollte möglichst keine Luft zwischen Füllung und Teig eingeschlossen werden. So sinkt die Gefahr, dass die Taschen beim Kochen aufplatzen. Auch der Powidl sollte möglichst dick sein – eine dünnflüssige Pflaumenkonfitüre eignet sich weniger gut.
Mehr als nur Pflaumenmus
- Powidl, tschechisch povidla, ist ein besonders dick eingekochtes Mus, traditionell vor allem aus reifen Zwetschgen. Seine konzentrierte Konsistenz macht es ideal als Füllung für böhmische Mehlspeisen.
- Das Wort „Powidl“ wurde aus dem Tschechischen ins österreichische Deutsch übernommen – ein schönes Beispiel dafür, wie eng die Küchen und Sprachen Böhmens und Österreichs über Jahrhunderte miteinander verbunden waren.
- Powidl begegnet einem in der tschechischen Küche in zahlreichen Klassikern: Er füllt etwa Buchteln (buchty), Kolatschen (koláče) oder Vdolky und natürlich die Powidl-Taschen.
- Bei den Teigtaschen gibt es zahlreiche Familienvarianten. Statt gerösteter Semmelbrösel können sie beispielsweise mit gemahlenem Mohn, geriebenem Lebkuchen oder Nüssen bestreut werden.
Powidl selbstgemacht
Für klassischen Powidl (švestková povidla) braucht es vor allem reife Zwetschgen und Zeit. Durch langes Einkochen entsteht ein dunkles, dickes Mus mit intensivem Fruchtgeschmack.
Für etwa 2–3 Gläser:
- 2 kg sehr reife Zwetschgen
- 100–200 g Zucker, je nach Süße der Früchte
- 2 EL Zitronensaft
- optional: 1 TL Zimt oder 2 EL Rum
So geht’s:
Zwetschgen waschen, halbieren und entsteinen. In einen großen Topf geben und zunächst bei niedriger Hitze erwärmen, bis die Früchte Saft abgeben. Anschließend unter gelegentlichem Rühren mehrere Stunden langsam einkochen, bis eine sehr dicke, dunkelviolette Masse entsteht. Je länger der Powidl kocht, desto intensiver wird sein Geschmack.
Erst gegen Ende nach Geschmack Zucker und Zitronensaft hinzufügen. Wer mag, verfeinert den fertigen Powidl mit Zimt oder etwas Rum. Noch heiß in saubere Gläser füllen und sofort verschließen.
Tipp: Sehr reife, süße Zwetschgen benötigen kaum zusätzlichen Zucker. Traditioneller Powidl unterscheidet sich gerade dadurch von gewöhnlicher Konfitüre: Seine Süße und feste Konsistenz entstehen vor allem durch das starke Einkochen der Früchte.
Quelle: www.apetitonline.cz
Dieser Beitrag erschien zuerst in der LandesEcho-Ausgabe 9/2026
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