Insgesamt zwölf Gemeinden beidseits der bayerisch-tschechischen Grenze wollen in Zukunft stärker zusammenarbeiten. Nächste Woche ist die Unterzeichnung eines gemeinsamen Memorandums geplant.
Insgesamt zwölf Gemeinden auf beiden Seiten der bayerisch-tschechischen Grenze bei Tachau (Tachov) planen die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Entwicklung der grenzüberschreitenden Region. Am 24. März sollen Vertreter der zwölf Gemeinden aus Tschechien und Bayern in der Reithalle Světce bei Tachau ein Memorandum zur langfristigen Zusammenarbeit unterzeichnen. Ziel ist es, die Entwicklung der bayerisch-tschechischen Grenzregion stärker zu koordinieren und gemeinsame Initiativen dauerhaft abzusichern. An der Vereinbarung beteiligen sich die sieben tschechischen Gemeinden Tachau, Langendörflas (Dlouhý Újezd), Schönborn (Studánka), Promenhof (Broumov), Löschna (Lesná), Brand (Milíře) und Heiligenkreuz (Chodský Újezd) sowie die fünf bayerischen Gemeinden Tirschenreuth, Bärnau, Bad Neualbenreuth, Mähring und Plößberg. Insgesamt leben in der Region mehr als 35.000 Menschen.
Zusammenarbeit langfristig sichern
Das Memorandum soll laut dem stellvertretenden Vorsitzenden des Tschechisch-Bayerischen Freundschafts- und Kooperationsvereins, Matouš Horáček, einen stabilen Rahmen für grenzüberschreitende Kooperation schaffen, der auch bei politischen Veränderungen in einzelnen Gemeinden Bestand hat. Vorgesehen ist eine Zusammenarbeit in sechs zentralen Bereichen: Tourismus, Wirtschaft und Energie, Infrastruktur und Verkehr, Bildung, nachbarschaftliche Projekte sowie Kooperation im Rettungswesen. Ein Koordinator des Vereins Via Carolina – Goldene Straße soll künftig die gemeinsamen Aktivitäten bündeln. Diese Aufgabe übernimmt in Zukunft Ida Pětioká. Sie wird unter anderem Informationen zu Projekten, Veranstaltungen oder Verkehrsbeschränkungen in der Region sammeln und weitergeben.
Erste Projekte bereits in Vorbereitung
Zu den ersten konkreten Maßnahmen, die umgesetzt werden sollen, gehört eine neue Busverbindung zwischen Tachau, Bärnau und Tirschenreuth. Die Linie soll ab dem 14. Juni dreimal täglich verkehren und erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder eine regelmäßige öffentliche Verbindung zwischen diesen Orten schaffen. Neben Pendlern sollen auch Touristen von der Strecke profitieren, etwa durch eine bessere Anbindung an das Kulturdenkmal Jízdárna Světce, der zweitgrößten Reitschule in Mitteleuropa.
Ein weiteres geplantes Projekt betrifft die Modernisierung der rund zehn Kilometer langen Straße zwischen Hals (Halží) und Paulusbrunn (Pavlův Studenec) nahe der Grenze. Der Abschnitt gilt als schmal und stark belastet, weshalb sowohl tschechische als auch deutsche Gemeinden an einer Verbesserung interessiert sind.
Darüber hinaus wollen sich die Gemeinden künftig stärker über Projekte in Grenznähe abstimmen, etwa über geplante Windkraftanlagen auf deutscher Seite. Ziel ist es, mögliche Auswirkungen frühzeitig gemeinsam zu besprechen und Lösungen für die gesamte Region zu entwickeln.
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