Die Prager Bürgerinnen und Bürger haben sich auf einen Namen für die neue Brücke zwischen Podolí und Zlíchov geeinigt. Ende Januar hatte die tschechische Hauptstadt eine Bürgerabstimmung über den Namen der im Bau befindlichen Brücke gestartet. Die neue Brücke soll jetzt „Dvorecký most“ heißen.

Laut den Prager Bürgern soll die neue Brücke über die Moldau im Süden der tschechischen Hauptstadt den „Dvorecký most“ (Dworetz-Brücke) heißen. Der Name bezieht sich auf die Siedlung Dworetz (Dvorce), die heute zu Prag 4 gehört. Die Brücke zwischen Podolí und Zlíchov mündet auf der rechten Uferseite genau in diesem Gebiet. Insgesamt wurden 7595 Stimmen online und persönlich abgegeben – 5914 Personen ( ca. 77,9 Prozent) votierten für die Dworetz-Brücke, 1680 Wähler (ca. 22,1 Prozent) für die Agnes-von-Böhmen-Brücke (most Anežky České), eine Stimme war ungültig. Die Bürgerabstimmung wird in Kürze durch ein Gutachten der Topographischen Kommission des Hauptstadtrats von Prag ergänzt. Die Kommission überprüft die historische, sprachliche und topografische Korrektheit. Nach Abschluss der Abstimmung entscheidet der Prager Stadtrat auf Grundlage der Ergebnisse und der Empfehlungen der Topografischen Kommission über den endgültigen Namensvorschlag für die Brücke.

Online-Abstimmung als Mittel der Bürgerbeteiligung

„Die Möglichkeit, online über die Benennung der neuen Brücke abzustimmen, hat sich in der Praxis als praktikable Lösung erwiesen, um Bürgerinnen und Bürger an Entscheidungen zur Stadtentwicklung zu beteiligen“, so Jaromír Beránek (Piraten), stellvertretender Bürgermeister der Hauptstadt Prag für Verkehr. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, in den Prager Stadtbezirken 4 und 5 sowie im Prager Rathaus per Stimmzettel abzustimmen. „Ich freue mich, dass die Öffentlichkeit sich für einen topografischen Namen ausgesprochen hat. Der Name Dvorecký most wird seit Beginn der Projektvorbereitungen verwendet, er ist etabliert und eng mit dem Ort verbunden“, ergänzt Petr Hlaváček (STAN), stellvertretender Bürgermeister der Hauptstadt Prag für Raumplanung.

Dvorecký most bekommt einzigartigen Lampenpark

Mit dem Bau der Brücke wurde 2022 begonnen. Nach mehrmaliger Verzögerung plant die Stadt die Eröffnung Anfang April 2026. In Zukunft dient die Brücke als neue Verbindungsader für die Straßenbahn sowie für Fußgänger und Fahrradfahrer. Autos werden nicht über die Brücke fahren. An einem der Brückenenden ist im Uferbereich zudem ein Lampenpark mit Lampen aus über 80 Ländern des Künstlers Krištof Kintera geplant. „Der Lampenpark soll dazu beitragen, dass dieser Ort nicht nur eine Verbindung zwischen den Ufern der Moldau darstellt, sondern auch ein unverwechselbarer kultureller Anziehungspunkt auf der Stadtkarte wird“, erläutert Tomáš Slabihoudek (ODS), Prager Stadtrat für Kultur, Tourismus, Denkmalpflege, nationale Minderheiten, Ausstellungen und Tierschutz. Das Design der weißen Betonbrücke ist vom Kubismus und Brutalismus inspiriert und stammt von den Architekturbüros Atelier 6 und TUBES. Mit zusätzlichen Umgestaltungsmaßnahmen am Moldauufer, die neben der Einrichtung des Lampenparks unter anderem den Bau eines neuen Bootsanlegers in Podolí umfassen, werden die Kosten für das Brücken-Projekt am Ende über 1,97 Milliarden Kronen  (ca. 81 Millionen Euro) betragen und damit mehr als doppelt so viel wie ursprünglich geplant. 

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