Ein 76 Milliarden Kronen teurer Eisenbahntunnel zwischen Prag und Beraun (Beroun) soll für Reisende die Fahrt nach Pilsen (Plzeň) beschleunigen und umliegende Strecken entlasten. Der Baubeginn für den fast 25 Kilometer langen Tunnel ist für 2032 geplant.
Bereits im Jahr 2018 hat sich durch die Fertigstellung des Ejpovice-Tunnels die Zugfahrt von Prag nach Pilsen (Plzeň) um ungefähr zehn Minuten verkürzt. Aktuell dauert eine Zugfahrt von Prag nach Pilsen etwa 80 bis 90 Minuten. Mit dem Bau des neuen Tunnels soll man in Zukunft nun insgesamt nur noch 45 Minuten bis zu seinem Ziel brauchen. Auch der internationale Verkehr zwischen Prag und München bzw. Nürnberg soll durch den Bau beschleunigt werden.
Bauplanung
Während der Projektvorbereitungen des Tunnels wurden die Kosten für den Bau auf rund 47 Milliarden Kronen (ca. 1,9 Milliarden Euro) geschätzt. Nach heutigen Berechnungen wird das Projekt mit knapp 76 Milliarden Kronen (ca. 3,1 Milliarden Euro) fast ein Drittel mehr kosten. Zurzeit werden vorbereitend eine Projektdokumentation erstellt und geologische Untersuchungen durchgeführt. Der Generaldirektor der Eisenbahnverwaltung, Tomáš Tóth, gibt außerdem an, dass der geplante Bau des 25 Kilometer langen Tunnels um 2032 startet und etwa Zwölf Jahre bis zur Fertigstellung benötigen wird.
Aktuell gehört der Tunnelbau zu einem der größten Verkehrsprojekte Tschechiens. Mit einem neuen zweigleisigen Abschnitt der Strecke sollen Reisen von Prag in den Westen Tschechiens und nach Deutschland beschleunigt werden. Außerdem werden existierende Strecken nahe des Flusses Beraun (Berounka) für den Nahverkehr entlastet.
Voraussichtliche Fertigstellung 2044
Laut Verkehrsminister Ivan Bednárik (parteilos, für SPD) sollen die Vorbereitungen wie geplant weiterlaufen. Die Regierung glaube fest daran, dass der Tunnelbau langfristig eine sinnvolle Lösung ist und die Verkehrssituation in Tschechien stark entlasten wird. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Bau des neuen Tunnels 2044 abgeschlossen sein. Dafür muss bis Ende 2028/ Anfang 2029 der Bauantrag vorliegen und ein Bauunternehmen engagiert werden.
das könnte sie auch interessieren
Neuer D3-Abschnitt erreicht österreichische Grenze
Die Autobahn D3 ist um ein weiteres Stück gewachsen: Seit letzten Freitag ist der Abschnitt zwischen Einsiedl (Nažidly) und Unterhaid (Dolní Dvořiště) für den Verkehr freigegeben. Damit verfügt Tschechien erstmals über eine Autobahn, die bis an die Grenze zu Österreich führt. Im Nachbarland fehlt allerdings noch der Anschluss.
Mehr…



