Zum 87. Gedenktag wird mit einer Ausstellung an den Brand der Großen Synagoge in Brünn erinnert. Das Projekt wird vom ŠTETL -Zentrum für jüdische Kultur organisiert.
Die Große Synagoge in Brünn (Brno) an der Kreuzung zwischen den Straßen Spálená und Přízova bekommt nach Jahrzehnten ein würdiges Denkmal an der Stelle, wo sie vor ihrem Brand im März 1939 stand. Zum 87. Gedenken am 17./18. März gestaltet das ŠTETL-Zentrum für jüdische Kultur die Ausstellung Die Synagoge in Brünn steht in Flammen. Die Eröffnung erfolgte am 18. März. Für das gesamte Jahr sind zudem weitere Veranstaltungen geplant, mit denen an die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Brünn erinnert wird.
Die Vernissage des Archäologen und Politikers Michal Doležel, den die Geschichte Brünns schon seit vielen Jahren interessiert, begann mit einer Führung über das Gelände der ehemaligen Synagoge, welches bis heute aus Erde und Steinüberresten besteht. Danach konnten sich Besucherinnen und Besucher Projektionen von historischen Materialien und eine Präsentation der Synagoge als 3D-Modell ansehen, während die Leiterin des ŠTETL-Zentrums, Barbora Dočkalová, an die historische und gemeinschaftliche Bedeutung der jüdischen Gemeinde erinnerte.
Synagoge von Nationalsozialisten niedergebrannt
Im Jahr 1853 begann der Bau der damaligen ersten modernen Synagoge in Brünn, die 1855 fertiggestellt wurde. Mit der Errichtung und der Gründung eines jüdischen Vereins begann die moderne Geschichte der Juden in Brünn, wenn auch eine anhaltende antijüdische Stimmung herrschte. In der Zwischenkriegszeit erreichte die Gemeinde 1938 mit rund 12.000 Mitgliedern ihren Höhepunkt. Zu ihr gehörten auch zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten wie der Komponist Pavel Haas. Kurz nach der Besetzung des Landes durch die Nationalsozialisten wurde die Große Synagoge in der Nacht vom 16. auf den 17. März 1939 niedergebrannt.
Ausstellungen erinnern ganzjährig an die jüdische Kultur Brünns
Seit 2021 fungiert der Verein ŠTETL als Zentrum jüdischer Kultur in Brünn. Er führt ganzjährig Lesungen, Konzerte und Theateraufführungen in der Stadt und ihrer Umgebung durch und organisiert Führungen durch Synagogen und andere Orte jüdischen Lebens, wobei sich Besucherinnen und Besucher auf die Spuren jüdischer Persönlichkeiten und Architekten begeben.
Ende August findet in diesem Jahr das ŠTETL-Fest, das internationale Festival der jüdischen Kultur, als Höhepunkt des ganzjährigen Programms statt. Im Mittelpunkt steht dabei erneut die Große Synagoge, deren ehemaliges Gelände als einer der Hauptveranstaltungsorte dient.
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