Wie sah das Leben der Mammuts vor 30.000 Jahren aus? Die Frage stellen sich Forscherinnen und Forscher im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts in Wisternitz (Věstonice) im Obermährischen Tal.

Im Rahmen des Forschungsprojekts MAMBA untersucht ein Forscherteam im tschechischen Wisternitz (Věstonice), im Obermährischen Tal, ausgegrabene Mammutknochen. Das Forscherteam will das Leben der Mammuts in Mitteleuropa, sowie die Beziehungen zwischen Mammuts und den ersten in Mitteleuropa lebenden Menschen vor 30.000 Jahren nachvollziehen. 

Mähren als Knotenpunkt

Die Ausgrabungsstätte in Wisternitz spielt eine besondere Rolle bei der Erforschung des Lebens der Mammuts. Im Obermährischen Tal (Hornomoravský Úval) befanden sich vor 25.000 bis 35.000 Jahren, in der sogenannten Altsteinzeit (Palaölithikum), Mammutherden, die innerhalb Mitteleuropas von Norden bis Süden wanderten. „Und der entscheidende Knotenpunkt, über den sich die Mammuts bewegten, war Mähren. Genauer gesagt Wisternitz (Věstonice), das auf halbem Weg zwischen zwei weiteren Orten lag, die in unserem Projekt untersucht werden“, so der tschechische Wissenschaftler Martin Novak gegenüber ČT24.

Bei den in Wisternitz gefundenen Mammutknochen handelt es sich um Überreste von Mammuts, die von frühen Menschen erlegt wurden – um Überreste der Mammutjagd. Das Leben der Menschen der damaligen Zeit war eng mit denen der Mammuts verknüpft: Die damaligen Wohnsiedlungen der Jäger und Sammler wurden meist entlang der Wanderrouten der Mammuts gebaut. Anhand der Mammutknochen können die Forscherinnen und Forscher das Zusammenleben von Menschen und Mammuts untersuchen und wie sich diese an Klima- und Umweltveränderungen anpassten. Dazu werden die Mammutknochen ausgegraben und im Labor analysiert.

Europäische Länder beteiligt

Nicht nur in Mähren, auch in Polen und Österreich werden Knochenfunde untersucht. Der Europäische Forschungsrat fördert das MAMBA-Projekt, das auf fünf Jahre ausgelegt ist und noch bis 2027 läuft, mit circa 1,9 Millionen Euro (ca. 46 Millionen Tschechische Kronen). Zu den teilnehmenden Institutionen gehören unter anderem das Archäologische Institut der Tschechischen Akademie der Wissenschaften (Archeologický ústav Akademie věd České republiky) und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung aus Deutschland. Weitere beteiligte Länder sind Schweden und Großbritannien. Koordiniert wird das Projekt vom Institut für Systematik und Evolution der Tiere der polnischen Akademie der Wissenschaften.

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