Das gläserne Gebäude der Neuen Bühne des Nationaltheaters.
Das gläserne Gebäude der Neuen Bühne des Nationaltheaters. Credit: Národní divadlo

Die Sanierung der Neuen Bühne (Nová scéna) aus den 1980er Jahren hat diese Woche begonnen – bereits seit Juni letzten Jahres ist das Gebäude geschlossen.

Die Sanierung der Neuen Bühne (Nová scéna) des Nationaltheaters (Národní divadlo) Prag hat am Dienstag. den 24. März 2026 offiziell begonen. Im Rahmen der Bauarbeiten wird die berühmte brutalistische Bühne aus den frühen 1980er Jahren technisch modernisiert und eine moderne Spielstätte für zeitgenössische Theaterformen im Herzen Prags geschaffen.

Neue Technik und mehr Platz für Zuschauer 

Trotz ihrer ästhetischen Wirkung weist die Neue Bühne funktionale und akustische Mängel auf. Im Zuge der Rekonstruktion wird daher die technische Ausstattung umfassend erneuert. Geplant ist ein Theatersaal mit variabler Akustik und moderner Bühnentechnik. „Damit wird sich auch der Traum der ursprünglichen Schöpfer der Neuen Bühne erfüllen, die einfach nicht über die Technologien verfügten, die wir heute haben“, sagte Jan Burian, Generaldirektor des Nationaltheaters, in einem Interview mit dem tschechischen Nachrichtensender ČT24. Zudem wird auch die Kapazität der Neuen Bühne erweitert, die nach den Arbeiten bis zu 500 Zuschauer fassen soll. Die Bauarbeiten sind auf zwei Jahre angelegt und sollen rund 1,8 Millionen Kronen (etwa 74.000 Euro kosten).

Die Neue Bühne des Prager Nationaltheaters.
Die Neue Bühne des Prager Nationaltheaters. Credit: Martin Junge

Die gläserne Fassade bleibt

Die Renovierung wird unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes erfolgen. Ziel ist ein Kompromiss: Die historische Architektur soll bewahrt bleiben, gleichzeitig soll das Theater moderner und besser für Publikum und Betrieb nutzbar werden. Am äußeren Erscheinungsbild der Neuen Bühne wird sich nichts ändern – das Gebäude steht seit 2021 unter Denkmalschutz. Auch die Innenräume bleiben weitegehend erhalten: Die grüne Serpentin-Verkleidung, die zentrale Wendeltreppe aus kubanischem Marmor und die große Lichtskulptur aus Glas und Neonröhren von Pavel Hlava und Jaroslav Štursa werden restauriert. Erhalten bleibt zudem die markante Glasfassade aus 4306 Glaskacheln, die viele Zeitgenossen an Fernsehbildschirme erinnerten. Sie wurde von Karel Prager gemeinsam mit den Künstlern Stanislav Libenský und Jaroslava Brychtová entworfen.

Auch weitere Teile der Neuen Szene werden umgebaut und modernisiert. Dabei entstehen neue Räume, darunter ein kleiner Theatersaal, ein Proberaum sowie Bereiche für Bildungsprogramme. Geplant ist zudem ein Café, das das Theater mit dem Václav-Havel-Platz verbindet.

Die Neue Bühne (Nová scéna) des Nationaltheaters (Národní divadlo) in der Nationalstraße (Národní třída) gilt als bedeutendes Beispiel der tschechoslowakischen Brutalismus-Architektur. Entworfen wurde das Gebäude ursprünglich von Bohuslav Fuchs, realisiert jedoch nach einem überarbeiteten Konzept von Karel Prager und 1983 eröffnet. Es ist Teil eines größeren Theater- und Verwaltungsensembles am heutigen Václav-Havel-Platz.

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