Die Autobahn D3 ist um ein weiteres Stück gewachsen: Seit letzten Freitag ist der Abschnitt zwischen Einsiedl (Nažidly) und Unterhaid (Dolní Dvořiště) für den Verkehr freigegeben. Damit verfügt Tschechien erstmals über eine Autobahn, die bis an die Grenze zu Österreich führt. Im Nachbarland fehlt allerdings noch der Anschluss.
Mit der Freigabe des rund 3,2 Kilometer lange Teilstücks schließt Tschechien eine weitere Lücke auf einer seiner wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen. Der neue Abschnitt verbessert vor allem die Anbindung Südböhmens an Österreich und gilt als weiterer Fortschritt beim Ausbau der D3, die künftig Prag und Österreich verbinden soll. Derzeit endet die Autobahn jedoch vor dem Grenzübergang an einer provisorischen Ausfahrt, da auf österreichischer Seite die Anbindung über die Schnellstraße S10 fehlt.

Durchgehende Verbindung bis 2027 geplant
Mit dem neuen Abschnitt verläuft die D3 nun von Mezno in Mittelböhmen bis Kaplitz (Kaplice). Von dort führt der Verkehr vorübergehend über die bestehende Straße I/3, bevor die Autobahn kurz vor der Grenze wieder aufgenommen wird. Noch in diesem Jahr soll ein weiterer Abschnitt zwischen Kaplitz und Einsiedl (Nažidly) eröffnet werden. Damit würde auch der viel befahrene Bahnübergang bei Kaplitz entlastet.
Nach Angaben der Straßen- und Autobahndirektion (ŘSD) soll der gesamte südböhmische Abschnitt der D3 im Sommer 2027 fertiggestellt sein. Die vollständige Autobahn zwischen Prag und der österreichischen Grenze soll laut dem tschechischen Verkehrsministerium bis 2032 abgeschlossen werden. Verkehrsminister Ivan Bednárik (parteilos, für SPD) erklärte, er habe den weiteren Ausbau bereits mit seinem österreichischen Amtskollegen besprochen.

Seit Jahrzehnten im Bau
Die D3 gehört zu den jüngeren tschechischen Autobahnprojekten. Im ursprünglichen Autobahnkonzept der Tschechoslowakei aus dem Jahr 1963 war sie noch nicht vorgesehen und wurde erst 1987 in die Planungen aufgenommen. Auch fast 40 Jahre später ist die Verbindung noch immer nicht vollständig ausgebaut. Nach ihrer Fertigstellung soll sie rund 170 Kilometer lang sein und die stark belastete Straße I/3 ersetzen, auf der es insbesondere im Raum Beneschau (Benešov) regelmäßig zu Staus kommt. Während der Ausbau in Südböhmen inzwischen weit fortgeschritten ist, hat der Bau der D3 in Mittelböhmen bislang noch nicht begonnen.
Der nun eröffnete Abschnitt zwischen Einsiedl und Unterhaid (Dolní Dvořiště) wurde rund einen Monat früher als geplant fertiggestellt. Die Baukosten beliefen sich auf etwa 1,04 Milliarden Kronen (ca. 43 Millionen Euro).
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