Ende Juni beschloss der Begleitausschuss des Programms Interreg Sachsen-Tschechien in Chemnitz eine weitere Förderung in Höhe von 11,07 Millionen Euro für grenzüberschreitende Projekte.
Ende Juni beschloss der Begleitausschuss des Programms Interreg Sachsen-Tschechien in Chemnitz eine weitere Förderung in Höhe von 11,07 Millionen Euro für grenzüberschreitende Projekte. Credit: TU Dresden

Der Begleitausschuss des Programms Interreg Sachsen-Tschechien hat die Förderung von 13 neuen grenzüberschreitenden Projekten beschlossen. Die Vorhaben reichen von Wasserstofftechnologie über Grundwasserschutz bis hin zu Umweltbildung und Katastrophenschutz.

Ende Juni beschloss der Begleitausschuss des Programms Interreg Sachsen-Tschechien in Chemnitz eine weitere Förderung in Höhe von 11,07 Millionen Euro für grenzüberschreitende Projekte. Unterstützt werden Projekte in den Bereichen Innovation, Klimaanpassung und Nachhaltigkeit, Bildung, Kultur, Tourismus sowie partnerschaftliche Zusammenarbeit. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Über die Vergabe entscheidet ein Begleitausschuss mit Vertretern beider Länder.

Zusammenarbeit in Forschung und Bildung

Laut Staatsministerin Regina Kraushaar (CDU) helfe das Programm dabei, Akteure zu verbinden und gemeinsame Lösungen für Zukunftsfragen und Herausforderungen, die auf beiden Seiten der Grenze relevant sind, zu finden. Das Projekt ReH2gion verbindet den Wirtschafts- und Sozialrat der Region Aussig (Ústí) und das Innovationsnetzwerk HZwo e. V. Das Ziel ist ein Ausbau der Wasserstoffwirtschaft im Grenzgebiet. In Aussig und Chemnitz entstehen dafür zwei miteinander verbundene Wasserstoffzentren als Anlaufstellen für Unternehmen, Forschung und Verwaltung. Das Vorhaben wird mit rund 490.000 Euro unterstützt.

Im Rahmen des Projektes Inge-PDZ sollen mithilfe eines grenzübergreifenden Geoinformationssystems sowie eines gemeinsamen 3D-Modells tektonische Strukturen und Grundwasserverhältnisse besser bewertet werden. Die Ergebnisse sollen künftig helfen, mögliche Auswirkungen großer Infrastruktur- und Bergbauvorhaben auf die Trinkwasserversorgung frühzeitig einzuschätzen. Dafür untersuchen unter der Leitung der TU Bergakademie Freiberg die Karls-Universität in Prag und der Tschechische Geologische Dienst die Petrovice-Döbra-Zone im Osterzgebirge. 

Auch im Bereich der grenzüberschreitenden Bildung planen die Länder eine stärkere Zusammenarbeit. Das Zentrum für ökologische Bildung in der Region Reichenberg (Liberec) und das Naturschutzzentrum Zittauer Gebirge gGmbH möchten im Projekt EnvEdu2026+ Umweltbildungseinrichtungen, Schulen, Hochschulen und öffentliche Verwaltung besser miteinander vernetzten.

Ministerin wirbt für Fortsetzung 

Bei der Bekanntgabe der Förderung betonte Staatsministerin Regina Kraushaar (CDU) die Bedeutung einer Fortsetzung des Programms: „Damit diese erfolgreiche Zusammenarbeit fortgesetzt wird, braucht es auch künftig starke Programme wie Interreg – und vor allem ausreichend regionalen Gestaltungsspielraum in der europäischen Förderpolitik.“ Im Förderzeitraum 2021 bis 2027 wurden bislang 122 Projekte mit rund 133 Millionen Euro unterstützt. Damit sind die im aktuellen Interreg-Programm verfügbaren Mittel in Höhe von 190 Millionen Euro nahezu ausgeschöpft. 

das könnte sie auch interessieren

Werden Sie noch heute LandesECHO-Leser.

Mit einem Abo des LandesECHO sind Sie immer auf dem Laufenden, was sich in den deutsch-tschechischen Beziehungen tut - in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft oder Kultur. Sie unterstützen eine unabhängige, nichtkommerzielle und meinungsfreudige Zeitschrift. Außerdem erfahren Sie mehr über die deutsche Minderheit, ihre Geschichte und ihr Leben in der Tschechischen Republik. Für weitere Informationen klicken Sie hier.