Die Premierminister Tschechiens und der Slowakei, Andrej Babiš (ANO) und Robert Fico, haben gestern in Prag eine Statue als Zeichen der Verbundenheit beider Länder eingeweiht. Die Zeremonie fand einen Tag vor dem 108. Jahrestag der Gründung der unabhängigen Tschechoslowakei statt.

Im Garten der Straka-Akademie, dem Sitz der tschechischen Regierung, steht seit Dienstag ein neues Kunstwerk. Die Skulptur „Medzi nami“ (Zwischen uns) des Künstlers Vladimír Durbák zeigt die Umrisse Tschechiens und der Slowakei als dreidimensionale Formen. Zwei ausgestreckte Hände verbinden die beiden Länder durch einen Händedruck. Für den gebürtigen Slowaken Babiš steht das Denkmal sinnbildlich für eine Beziehung, die weit über die politische Zusammenarbeit hinausgeht.

Gemeinsame Geschichte verbindet

Bei der Enthüllung bezeichnete Babiš Tschechen und Slowaken als eine Familie. Beide Völker teilten nicht nur Erinnerungen und kulturelle Gemeinsamkeiten, sondern seien auch durch persönliche Beziehungen und wirtschaftliche Interessen eng miteinander verbunden. Die Zusammenarbeit erstrecke sich unter anderem auf Industrie, Verkehr, Energieversorgung, Verteidigung und Bildung.

Auch Fico betonte die besondere Verbindung zwischen den Nachbarstaaten. Er gratulierte zum tschechischen Nationalfeiertag am 28. Oktober und erinnerte an die gemeinsame Vergangenheit. Mit der friedlichen Trennung im Jahr 1993 hätten beide Länder gezeigt, dass politische Eigenständigkeit und enge Partnerschaft kein Widerspruch seien. Angesichts von Ölkrisen und militärischen Bedrohungen gewinne diese Zusammenarbeit weiter an Bedeutung.

Die neue Statue ergänzt den Skulpturenweg „Weg der Diplomatie“ im Garten des Regierungssitzes. Dort erinnert bereits seit 2021 das Werk „Löwe mit Wölfin“ des Künstlers Adam Fejfar, ein Geschenk der italienischen Botschaft, an internationale Beziehungen.

Nächstes Regierungstreffen im November

Die Außenpolitik Bratislavas hatte in der Vergangenheit zu Spannungen zwischen den beiden Regierungen geführt. Unter Babišs Vorgänger Petr Fiala (ODS) waren die gemeinsamen Regierungskonsultationen ausgesetzt worden. Hintergrund waren insbesondere unterschiedliche Positionen gegenüber Russland und bei der Unterstützung der Ukraine.

Seit Babišs Amtsantritt haben sich die Beziehungen zwischen Prag und Bratislava wieder intensiviert. Seine erste offizielle Auslandsreise führte den tschechischen Premier in die Slowakei. Im März kamen beide Staaten erstmals nach drei Jahren wieder zu gemeinsamen Beratungen zusammen.

Bei der Zeremonie kündigte Babiš nun ein weiteres Regierungstreffen für den 10. November an. Dabei sollen die bisherigen Fortschritte bei der Umsetzung eines Memorandums zur engeren Zusammenarbeit überprüft und die nächsten gemeinsamen Schritte besprochen werden.

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