In der Felsenstadt bei Tyssa (Tisá) ist erstmals seit Jahrzehnten ein neuer Naturlehrpfad entstanden. Er soll aber keine zusätzlichen Gäste anlocken, sondern vor allem den Umgang mit der stark frequentierten Landschaft verbessern.

Nach rund 40 Jahren hat die nordböhmische Gemeinde den bestehenden Pfad durch die Tyssaer Wände (Tiské stěny) grundlegend überarbeitet. Statt alter Kunststofftafeln informieren seit Samstag, den 18. April 2026, Elemente aus Lärchenholz mit QR-Codes über Natur, Geschichte und richtiges Verhalten in der Natur. Ergänzt wird das Angebot durch interaktive Details entlang des Weges – etwa versteckte Tierfiguren, die besonders Kinder ansprechen sollen.

Bürgermeister Jiří Turek betont, dass die klassische Wissensvermittlung zu Geologie oder Geschichte nicht im Vordergrund steht: „In Form von Comics versuchen wir auf spielerische Weise zu vermitteln, was gut und was schlecht ist und was man in der Natur auf keinen Fall tun sollte.“ Ziel sei es, Besucher gezielt zu lenken und Schäden in der sensiblen Sandsteinlandschaft zu vermeiden.

Hoher Andrang erfordert Regeln

Die Resonanz vor Ort ist überwiegend positiv. Viele Anwohner sehen in dem Projekt eine notwendige Reaktion auf den steigenden Besucherandrang, der zwar wirtschaftliche Impulse für die Region setzt, zugleich aber auch Herausforderungen für die Infrastruktur mit sich bringt.

Rund 100.000 Menschen besuchen die Felsenstadt jedes Jahr, besonders stark frequentiert ist die Region in den Frühlingsmonaten. Um die Belastung besser zu verteilen, setzt die Gemeinde bereits zusätzlich auf ein Online-Reservierungssystem. Dieses zeigt die aktuelle Auslastung an und begrenzt die tägliche Besucherzahl auf 2000 Personen. Langfristig will die Gemeinde die Besucherströme stärker über das Jahr verteilen und so Spitzenzeiten zu entzerren – ohne die Natur weiter zu belasten.

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