Der Zoologische und Botanische Garten in Pilsen (Plzeň) feiert in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen. Zum Jubiläum kündigte der zweitälteste Zoo Tschechiens mehrere Großprojekte an – darunter ein neues Tropenhaus und den seit Jahrzehnten geplanten Pavillon für indische Elefanten. 

Mit fast einer halben Million Besuchern pro Jahr zählt der Pilsener Zoo heute zu den bekanntesten zoologischen Gärten des Landes und verbindet als einer der wenigen in Tschechien einen klassischen Zoo mit einem Botanischen Garten. Seine Anfänge waren dagegen deutlich bescheidener: Gegründet wurde er ursprünglich im Stadtteil Doudlevce auf einer Fläche von nur wenigen Hektar. Wegen einer Milzbrandinfektion musste der damalige Tiergarten jedoch geschlossen werden. Seit 1963 befindet sich der Zoo im Stadtteil Lochotín. 

Inzwischen leben dort auf mehr als zwanzig Hektar rund 6500 Tiere. Der Zoo beteiligt sich außerdem an mehreren internationalen Programmen zum Schutz bedrohter Tierarten. Nach Angaben des Chefzoologen Tomáš Jirásek fließt dafür ein Teil der Eintrittsgelder direkt in Naturschutzprojekte. 

Tropenhaus und neue Tierbereiche geplant

Zu den wichtigsten Projekten der Jubiläumssaison gehört der neue Gewächshauspavillon „Seychellen“. Geplant sind dort ein tropischer Wald sowie die Ansiedelung von Riesenschildkröten und afrikanischen Schmetterlingen. Zusätzlich soll ein eigener Bereich für Quallen entstehen. 

Der Zoo erweitert zugleich sein Gelände. Auf der Fläche einer früheren Hunde-Station sollen unter anderem Geier, Rote Pandas und weitere Tierarten untergebracht werden. Parallel investiert die Stadt Pilsen einen zweistelligen Millionenbetrag in die Modernisierung des Hauptgebäudes des Zoologischen und Botanischen Gartens. Die Sanierung soll die Energiekosten senken und die Arbeitsbedingungen verbessern. 

„Traumprojekt“ für indische Elefanten

Besonders im Mittelpunkt steht jedoch die geplante Elefantenanlage. Der Zoo arbeitet seit Ende 2022 konkret an einem Pavillon für indische Elefanten, der auf einem 13 Hektar großen Areal gegenüber des heutigen Geländes entstehen soll. Das Projekt wird seit fast zwei Jahrzehnten vorbereitet und könnte rund eine Milliarde Kronen (ca. 41 Millionen Euro) kosten. Der Wunsch nach Elefanten reicht in Pilsen allerdings deutlich weiter zurück. Bereits Ende der 1960er Jahre gab es erste Versuche, Tiere aus Indien in die westböhmische Stadt zu holen. Damals fehlten jedoch geeignete Anlagen für die Elefantenzucht. 

Geplant sind ein großer Elefantenbereich, zusätzliche Tiergehege, botanische Flächen, neue Wege sowie ein Restaurant. Künftig sollen in Pilsen ein Elefantenbulle und mehrere Elefantenkühe leben. Die Tiere sollen im Rahmen eines internationalen Rettungsprogramms in den Zoo kommen.

Mehr Informationen auf der Website des Pilsener Zoos.

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