Tschechien wird im kommenden Jahr nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen. Der öffentlich-rechtliche Sender Česká televize (ČT) begründet die Entscheidung mit notwendigen Einsparungen infolge der geplanten Neuordnung seiner Finanzierung. Eine Rückkehr in den Folgejahren bleibt möglich.

„2027 wird die tschechische Flagge nicht auf der Bühne zu sehen sein“, teilte das Tschechische Fernsehen mit. Der Eurovision Song Contest sei ein Großprojekt, das einen hohen Programm-, Produktions- und Organisationsaufwand erfordere. Wegen der derzeitigen Anpassungen des Budgets habe sich der Sender daher gegen eine Teilnahme entschieden und plane auch nicht, die Übertragungsrechte zu erwerben. Die Absage gilt zunächst nur für 2027. Ob und wann Tschechien zurückkehrt, will das Tschechische Fernsehen jedes Jahr neu entscheiden.

Sender plant Einsparungen von 350 Millionen Kronen

Hintergrund ist die geplante Neuordnung der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Regierungskoalition aus ANO, SPD und Motoristen will die Rundfunkgebühren abschaffen und das Tschechische Fernsehen sowie den Tschechien Rundfunk (ČRo) künftig aus dem Staatshaushalt finanzieren. Für das Tschechische Fernsehen könnte die Änderung einen Einnahmeverlust von rund einer Milliarde Kronen (ca. 41 Millionen Euro) bedeuten. Der Sender hat deshalb Sparmaßnahmen von insgesamt 350 Millionen Kronen (ca 14 Millionen Euro) angekündigt. Vorgesehen sind unter anderem weniger Investitionen, die Streichung einzelner Programme und ein Stellenabbau.

Tschechien nimmt seit 2007 am ESC teil

Tschechien war 2007 erstmals beim Eurovision Song Contest vertreten. Bei der diesjährigen Ausgabe in Wien erreichte Daniel Žižka den 16. Platz. Der nächste Wettbewerb findet im Mai 2027 im bulgarischen Burgas statt. Der Eurovision Song Contest gehört zu den meistgesehenen Musiksendungen Europas und wurde vor 70 Jahren erstmals ausgetragen.

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