Nach mehr als viereinhalb Jahren Bauzeit ist die Sanierung des Industriepalasts auf dem Prager Messegelände abgeschlossen. Das bei einem Brand 2008 zerstörte linke Gebäudeensemble wurde wiederaufgebaut.

Der denkmalgeschützte Industriepalast (Průmyslový palác) auf dem Messegelände in Prag-Holešovice ist wieder vollständig hergestellt. Neben der Sanierung des rechten Flügels und der zentralen Halle wurde auch der linke Flügel neu errichtet, der bei einem Großbrand im Oktober 2008 vollständig ausgebrannt war. Seine neue Stahlkonstruktion orientiert sich am historischen Vorbild und entspricht in ihren Proportionen wieder dem erhaltenen rechten Flügel.

Besonders aufwendig war die Restaurierung der zentralen Halle. Unter anderem wurde die mehr als 2700 Quadratmeter große bemalte Holzdecke erneuert. Auch mehr als 2300 Quadratmeter historischer Glasfenster wurden restauriert oder rekonstruiert. In das Gebäude kehrten zudem historische Elemente wie Wappen, Verzierungen und die Wenzelskrone auf dem Uhrenturm zurück. Gleichzeitig erhielt der Palast moderne Veranstaltungs-, Technik- und Brandschutzeinrichtungen. Die Kosteten beliefen sich auf rund drei Milliarden Tschechische Kronen (ca. 123 Millionen Euro).

Der Industriepalast entstand für die Jubiläums-Landesausstellung von 1891 nach Plänen des Architekten Bedřich Münzberger und zählt zu den bedeutenden technischen Baudenkmälern Prags. Künftig soll er wieder vor allem für Messen, Kongresse, Ausstellungen und gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt werden. Seit dem 25. September und noch bis 11. Oktober kann der Industriepalast im Rahmen von kommentierten Führungen besichtigt werden. Die erste größere Veranstaltung nach der Wiedereröffnung ist Anfang Oktober das internationale Designfestival Designblok.

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