Die Stadt Prag plant über die kommenden sechs Jahre die Sanierung der Karlín-Kaserne. Die Gesamtkosten werden auf rund zwei Milliarden Kronen geschätzt.
Die 1848 erbaute Kasárna Karlín diente über 150 Jahre lang als größte Militärkaserne Prags, zuerst für die österreichisch-ungarische, später für die tschechoslowakische sowie die tschechische Armee. Seit 2017 wird das Areal als Kultur- und Begegnungszentrum genutzt. In den kommenden sechs Jahren soll das Areal umfassend saniert werden. Neben Geschäften und Büros soll die Kaserne auch weiterhin Platz für künstlerische und kulturelle Aktivitäten bieten. Die Gesamtkosten werden auf rund 1,93 Milliarden Kronen (ca. 80 Millionen Euro) geschätzt. Der Wettbewerb um den Projektauftrag soll im Januar 2027 enden. Die Hauptstadt rechnet damit, dass die Bauarbeiten im Jahr 2028 beginnen und etwa vier Jahre dauern werden.
Kultur- und Begegnungszentrum
Nach Jahren des Leerstandes entwickelte sich die Kaserne zwischen 2017 und 2023 zu einem lebendigen Kultur- und Freizeitzentrum. Der Innenhof und die Räume beherbergten unter anderem ein Open-Air-Kino, Cafés und Ausstellungsflächen. Im Jahr 2024 wurde die Kaserne vorübergehend geschlossen, da die Innenräume ohne Baugenehmigung genutzt wurden. Seit letztem Jahr finden im Innenhof wieder Veranstaltungen wie z. B. ein Sommerkino statt. Das Gebäude, mittlerweile im Besitz der Stadt Prag, wird verwaltet von der städtischen Gesellschaft Trade Centre Praha (TCP), während der Kultur- und Veranstaltungsbetrieb vom Verein Pražské centrum auf Mietbasis betrieben wird.
Denkmalschutz schränkt Nutzungsmöglichkeiten ein
Das fünfstöckige, denkmalgeschützte Gebäude in der Nähe vom Busbahnhof Florenc verfällt seit Jahren. Laut Stadtrat Adam Zábranský (Piraten) liege der Schwerpunkt zunächst auf der Sanierung der technischen Versorgungssysteme (Wasser, Strom, Abfallentsorgung) und der Gewerbeflächen im Erdgeschoss. Der Umbau der oberen Stockwerke erfolgt in späteren Phasen.
Zábranský betonte, dass die Räume so flexibel wie möglich gestaltet werden sollen und erst später über ihre genaue Nutzung entschieden wird. Ein Hindernis hierbei ist der Denkmalschutz. „Es werden ähnliche Einheiten wie die jetzigen benötigt, was hinsichtlich der Raumaufteilung nicht optimal ist. Es gibt einen breiten Korridor und kleinere Kammern. Wir werden versuchen, die Räume so gut wie möglich miteinander zu verbinden“, erklärte Zábranský. Geplant seien unter anderem ein Studentenwohnheim, Studio- und Büroräume sowie ein Wissenschafts- und Technologiepark.




