Mit einer Gedenkfeier haben Politiker, Zeitzeugen und zahlreiche Besucher am Wochenende an die Vernichtung des mittelböhmischen Dorfes Lidice durch die Nationalsozialisten erinnert. Die Tragödie gilt bis heute als eines der bekanntesten NS-Verbrechen auf tschechischem Boden.
Im mittelböhmischen Lidice haben am Samstag, den 13. Juni 2026, zahlreiche Menschen der Opfer des NS-Terrors gedacht. Anlass war der 84. Jahrestag der Vernichtung des Dorfes durch die Nationalsozialisten. An der traditionellen Kranzniederlegung am Grab der ermordeten Lidicer Männer nahmen auch mehrere Überlebende der Tragödie sowie Vertreter aus Politik, Institutionen und Vereinen teil. Zu den Gästen gehörten unter anderem Senatspräsident Miloš Vystrčil (ODS) und Finanzministerin Alena Schillerová (ANO).
Die deutschen Besatzungsbehörden hatten Lidice am 10. Juni 1942 als Vergeltungsmaßnahme nach dem Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich zerstört – obwohl das Dorf nachweislich nichts mit dem Anschlag zu tun hatte. 173 Männer wurden erschossen, die Frauen in Konzentrationslager deportiert und die meisten Kinder ermordet oder verschleppt. Insgesamt forderte das Verbrechen 340 Menschenleben.
Die Gedenkveranstaltung begann mit einer Messe am Standort der ehemaligen Kirche des Dorfes. Anschließend folgten Kranzniederlegungen am Gemeinschaftsgrab der ermordeten Männer sowie eine weitere Gedenkfeier am Denkmal für die Kinder von Lidice.
Lidice gilt bis heute als Symbol für die nationalsozialistischen Verbrechen in den böhmischen Ländern und als Mahnung gegen Krieg und Gewalt.
Quelle: ČT24
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