Der Film „Franz“ von Regisseurin Agnieszka Holland zählt zu den großen Favoriten bei der diesjährigen Verleihung der Böhmischen Löwen. Mit 15 Nominierungen ist das Kafka-inspirierte Drama einer der diesjährigen Favoriten bei Tschechiens wichtigstem Filmpreis.

Die Tschechische Film- und Fernsehakademie (ČFTA) hat die Nominierungen für die 33. Verleihung der Böhmischen Löwen bekanntgegeben, die mitte März in Prag stattfinden wird. Insgesamt schafften es 32 Filme, Serien und Miniserien aus 94 Produktionen, die 2025 Premiere feierten, in die engere Auswahl. Vergeben werden Preise in 24 Kategorien.

Starke Konkurrenz aus Kino und Fernsehen

Franz ist gleich in mehreren Kategorien für den Böhmischen Löwen nominiert. In den Hauptkategorien Bester Spielfilm, Beste Regie und Bestes Drehbuch. Neben Franz gehören Sbormistr (dt.: Der Chorleiter) von Ondřej Provazník mit 13, sowie Karavan (dt.: Wohnwagen) von Zuzana Kirchnerová mit elf Nominierungen zu den aussichtsreichsten Produktionen.

Franz, als Werk von Agnieszka Holland nähert sich dem Schriftsteller Franz Kafka jenseits einer klassischen Biografie und verbindet historische Motive mit literarischer Imagination. Bei Sbormistr von Ondřej Provazník handelt es sich hingegen um ein eindringliches Drama über Machtmissbrauch und institutionelles Versagen in einem international renommierten Mädchenchor. Karavan von Zuzana Kirchnerová ist wiederum ein poetischer Roadmovie über Selbstbestimmung, unterschiedliche Formen von Liebe und dem Wunsch nach einem Neuanfang. 

Preisverleihung erstmals im Prager Kongresszentrum

Die feierliche Preisverleihung findet am 14. März 2026 erstmals im Kongresszentrum Prag statt. Der Fernsehsender ČT1 überträgt die Verleihung live. Begleitend zur Preisverleihung bietet die ČFTA in Kooperation mit der Streamingplattform DAFilms vom 2. bis 22. März eine Auswahl der nominierten Filme online an.

Der Böhmische Löwe wird seit 1993 vergeben. Über die Preisträger entscheidet die Tschechische Film- und Fernsehakademie (ČFTA), ein Zusammenschluss von Filmschaffenden aus Kino und Fernsehen. Die Akademie wurde 1995 gegründet und setzt sich hauptsächlich für die Förderung und internationale Sichtbarkeit des tschechischen Films ein.

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