Wegen illegaler Abfalltransporte nach Tschechien und Polen hat ein Gericht im bayerischen Weiden den ehemaligen Geschäftsführer des Entsorgungsunternehmens Roth International zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Ein beteiligter tschechischer Lkw-Fahrer erhielt eine zweijährige Bewährungsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Nach Überzeugung des Gerichts ließ der 43-jährige Unternehmer seit 2024 insgesamt 760 Tonnen Abfall ohne die erforderlichen Genehmigungen über die Grenze bringen. Darunter befanden sich 620 Tonnen glas- und kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe sowie 140 Tonnen Batterien und damit verbundene Abfälle. Teile davon wurden auf illegalen Lagerplätzen im nordböhmischen Georgswalde (Jiříkov) und im Brünner Stadtteil Ober Gerspitz (Horní Heršpice) entdeckt.
Insgesamt 30 illegale Transporte
Das Gericht sprach den früheren Geschäftsführer in 30 Fällen schuldig, darunter 13 Transporte mit gefährlichen Abfällen. Der 57-jährige Tscheche soll als Vermittler weitere Beteiligte koordiniert und in 20 Fällen Transporte organisiert haben. Auch er wurde wegen unerlaubter Ausfuhren verurteilt. Die Ermittlungen der deutschen Behörden hatten im vergangenen Jahr zur Festnahme beider Männer geführt. Während der ehemalige Geschäftsführer in Untersuchungshaft blieb, kam der Fahrer wieder frei.
Bayern fordert Entsorgungskosten zurück
Die bayerischen Behörden haben inzwischen einen Großteil des in Tschechien abgelagerten Mülls beseitigen lassen. Rund 300 Tonnen wurden aus Georgswalde abtransportiert, weitere 317 Tonnen aus Brünn. Die Kosten für die Rückholung will die Landesregierung der Oberpfalz von Roth International zurückfordern. Das auf die Zerlegung von Flugzeugen und Windkraftanlagen spezialisierte Unternehmen ist seit März vergangenen Jahres insolvent.
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