In Tschechien befinden sich derzeit rund zweieinhalb Milliarden Kronen in Münzen im Umlauf. Die meisten Münzen werden nicht zum Bezahlen genutzt, sondern befinden sich als Notgroschen auf der hohen Kante.

Nach dem zuletzt deutlichen Anstieg von Falschgeld sorgt nun erneut der Bargeldumlauf für Aufmerksamkeit: In Tschechien befinden sich derzeit rund zweieinhalb Milliarden Kronenmünzen im Umlauf – viele der Münzen werden nicht zum Bezahlen genutzt, sondern befinden sich als Notgroschen auf der hohen Kante. Gleichzeitig wird es für Verbraucher zunehmend komplizierter, Kleingeld wieder in Banknoten umzutauschen. Innerhalb der letzten zehn Jahre ist die Zahl der Münzen, die im Sparstrumpf verschwinden statt ausgegeben zu werden, um etwa ein Drittel gestiegen.

Viele Münzen, wenig Nutzung

Ein Großteil der Münzen wird laut Zentralbank zu Hause aufbewahrt. Gleichzeitig gelten im Alltag klare Grenzen: Händler dürfen Zahlungen mit mehr als 50 Münzen ablehnen. Banken wiederum nehmen zwar grundsätzlich bis zu 100 Münzen pro Stückelung kostenlos an, verlangen jedoch eine Sortierung. Andernfalls fallen Gebühren an.

Besonders verbreitet sind Ein-Kronen-Münzen, von denen mehr als 700 Millionen Stück im Umlauf sind. Deutlich seltener sind Fünfzig-Kronen-Stücke mit 181 Millionen Exemplaren. Trotz der großen Gesamtmenge bleibt ein erheblicher Teil des Kleingelds außerhalb des täglichen Zahlungsverkehrs.

Münzautomaten verschwinden zunehmend

Auch die Infrastruktur für den Umtausch schrumpft. Einige Banken reduzieren ihr Angebot an Münzautomaten deutlich. Während die Moneta Money Bank noch sogenannte Mincomaten betreibt, mit denen Kunden auch unsortierte Münzen einzahlen können, ziehen sich andere Institute zurück. Die ČSOB etwa will ihre verbliebenen Geräte bis Jahresende außer Betrieb nehmen. Die Alternativen bleiben begrenzt: In Filialen oder ausgewählten Postämtern können Kunden Münzen tauschen, allerdings meist nur unter bestimmten Bedingungen. Für größere Mengen wird der Umgang mit Kleingeld damit zunehmend umständlich.

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