Bereits den sechsten Tag kämpfen die Feuerwehrleute im Nationalpark Böhmische Schweiz unter größten Anstrengungen gegen die Flammen. Inzwischen hat sich die Lage etwas beruhigt und ein weiteres Ausbreiten des Brands konnte verhindert werden. Bei Herrnskretschen (Hřensko) ist der Brand laut Angaben der Feuerwehr unter Kontrolle. Das beliebte Ausflugsziel Prebischtor blieb offenbar größtenteils von den Flammen verschont.

Die Situation um den Waldbrand in der Böhmischen Schweiz ist auch weiterhin angespannt. Zwar konnte ein weiteres Ausbreiten des Brands verhindert werden. Doch immer wieder entstehen aufs Neue kleinere Brandherde, wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilte. Der bisher nicht evakuierte Ort Jonsdorf (Janov) sei aber weiterhin sicher und es drohe keine Evakuierung. In der Umgebung des Dorfes wurden u.a. Wiesen umgegraben, um dem Feuer den Weg zu erschweren.

Seit heute Nachmittag helfen zudem zwei Löschflugzeuge aus Schweden bei der Löschung des Brands in der Böhmischen Schweiz. Die beiden Löschflugzeuge von Canadair, die Italien gestern zur Verfügung gestellt hatte und die jeweils 6.000 Liter Wasser tragen können, mussten heute Morgen in ihre Heimat zurückkehren, um dort bei Bränden zu helfen. Die schwedischen Flugzeuge können nur halb so viel tragen. „Sie haben zwar eine geringere Kapazität, aber sie werden trotzdem einen Beitrag leisten“, zeigte sich Lukáš Marvan, Sprecher der Feuerwehr der Region Aussig (Ústecký kraj), sicher. Genauso wie auch die Löschflugzeuge von Canadair, holen die schwedischen Wasser vom See Milada in der Nähe von Aussig. Insgesamt sind bei den Löscharbeiten aktuell sieben Hubschrauber und fünf Flugzeuge im Einsatz.

Nach einem Treffen mit Tschechiens Präsident Miloš Zeman in Lány sagte der Chef der tschechischen Feuerwehren, Vladimír Vlček, dass die Feuerwehrleute bald von der sogenannten Brandabwehr zur Brandbekämpfung übergehen wollen. Aus diesem Grund soll am kommenden Wochenende zusätzliche Verstärkung in die Böhmische Schweiz kommen. Laut Vlček soll es sich um zusätzliche 280 Feuerwehrleute handeln. Bei dem Gespräch mit Zeman war auch Thema, wie man das Brandrisiko in Nationalparks künftig verringern kann. „Wir haben auch darüber gesprochen, wie wir die Nationalparks in Zukunft im Hinblick auf den Brandschutz sicherer machen können - nicht nur für die Menschen, die den Park betreten, sondern auch für die weitere Umgebung, denn dieser Brand ist in seinem Ausmaß beispiellos“, berichtete Vlček vom Treffen mit dem Staatsoberhaupt.

Prebischtor offenbar ohne großen Schaden

Das bei Ausflüglern beliebte Prebischtor (Pravčická brána), um das viele bangten, scheint den Flammen getrotzt zu haben. Wie Aufnahmen der Tschechischen Feuerwehr zeigen, ist die Sandsteinformation auch weiter in Takt. Daten von Wärmesensoren zeigten, dass das Prebischtor, keinen extremen Temperaturen ausgesetzt war. Auch das am Prebischtor gelegene Ausflugslokal „Sokolí hnízdo“ (dt. „Falkennest“) blieb größtenteils unbeschadet. Noch kann nicht ausgeschlossen werden, dass in der Umgebung des Prebischtors neue Feuer ausbrechen, aber laut Angaben des Tschechischen Fernsehens seien Schläuche zum Prebischtor verlegt worden, um nicht auf Hubschrauber warten zu müssen, sollte es dort neue Brandherde geben.

Die Feuerwehr teilte am Freitagnachmittag zudem mit, dass das Feuer bei Herrnskretschen (Hřensko) unter Kontrolle sei und man sich nun zunehmend auf kleinere Brandherde konzentriere, die tiefer im Nationalpark liegen.

Zutrittsverbot für Teile des Nationalparks Böhmische Schweiz

Die Stadtverwaltung von Tetschen (Děčín) hat das Betreten des Waldes in Teilen des Nationalparks Böhmische Schweiz verboten. Wanderer können weiterhin ausgewählte Wander- und Radwege im Park nutzen. Das Verbot wird um Mitternacht in Kraft treten. Ausnahmen gelten für Parkwächter, Jäger, Feuerwehrleute, Polizeibeamte und Sanitäter.

Die Behörde hat dazu auf ihrer Webseite eine Karte veröffentlicht:

Rot markiert sind die zugänglichen Rad- und Wanderwege. Grün markiert sind die Grenzen des Nationalparks. Foto: https://www.mmdecin.cz/uredni-deska

Rot markiert sind die zugänglichen Rad- und Wanderwege. Grün markiert sind die Grenzen des Nationalparks. Foto: https://www.mmdecin.cz/uredni-deska