Der Fernwanderweg Gunthersteig führt 160 Kilometer durch den Bayrischen und Böhmerwald und offenbart mit Sehenswürdigkeiten, die auf dem Weg liegen, die Geschichte des Heiligen Gunther.

Der deutsch-tschechische Pilger- und Fernwanderweg „Gunthersteig“ folgt den Spuren des Mönchs Gunther quer durch den Bayerischen Wald und Böhmerwald. Dieser erschloss damals diese noch unbekannten Wälder durch Rodung, weshalb die Wegmarkierung auf deutscher Seite eine Hacke darstellt. Auf tschechischer Seite wird sie von einem goldenen V abgelöst, welches auch eine Hacke darstellen soll und für Gunthers tschechischen Namen Vintíř steht.

Die Stadt Blatna (Blatná) ist Endstation des Pilgerwegs.

Die Stadt Blatna (Blatná) ist Endstation des Pilgerwegs.

160 Kilometer, neun Etappen

Der Gunthersteig umfasst insgesamt 160 Kilometer mit neun Tagesetappen, die von 14 bis 21 Kilometer reichen. Der Pilgerweg ermöglicht seinen Wanderern Orte zu besuchen, die von Gunthers Geschichte erzählen. Das Abenteuer startet im Kloster in Niederalteich an der Donau und endet in Blatna (Blatná) in Tschechien. Der Weg führt durch die Nationalparks Bayerns und Böhmens und es gibt immer wieder die Möglichkeit, Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke zu besuchen. Beispielsweise den Grenzübergang bei Gsenget, der viele Jahre bis 1989 nicht passierbar war, sowie regionale Kunstwerke, Museen, Burgen, Schlösser, Kirchen und Kapellen. Ein Höhepunkt ist unter anderem die Barockkirche St. Gunther in Gutwasser (Dobrá Voda) mit ihrem gläsernen Altar. Auch Städte wie Schüttenhofen (Sušice) und Horaschdowitz (Horažďovice) entdeckt man während seiner Wanderung, bis man den Endpunkt Blatná erreicht.

Schon zu Lebzeiten ein Heiliger

Steintafel von Gunther, Foto: Matěj Baťha, Gunther of Bohemia, CC BY-SA 2.5 Gunther (Vintíř) wurde wahrscheinlich 955 in Schwarzburg geboren. Er war ein thüringischer Graf, der sich mit 50 Jahren entschloss, das Weltliche hinter sich zu lassen, seinen Besitz der Abtei Hersfeld und dem Kloster Göllingen zu übertragen und dem Benediktinerkloster beizutreten. Zu dieser Zeit war vor allem der mittlere Teil des Bayrischen Waldes noch nicht erschlossen. Gunther bekam die Aufgabe, diesen zu besiedeln. So kam es, dass er 1011 den Ort Rinchnach gründete, der ein Ausgangspunkt für die Erschließung des Bayrischen und des Böhmerwalds wurde.

Gunther wurde wegen seiner Enthaltsamkeit und seines Wirkens schon zu Lebzeiten als Heiliger verehrt. Menschen kamen zu ihm, wenn sie seine Fürbitten an Gott brauchten.

In seinen letzten Jahren zog er als Einsiedler in die Wälder um Gutwasser. Seine sterblichen Überreste liegen heute im Kloster Breunau (Břevnov) in Prag.

Mehr Informationen zu Gunther sowie zu dem Pilgerweg finden sie hier. Dort finden Sie auch Tipps und Empfehlungen für den Weg samt Packliste.

Steintafel von Gunther, Foto Rechts: Matěj Baťha, Gunther of Bohemia, CC BY-SA 2.5