Peter Demetz ist einer der wenigen, der die Erste Republik noch aus eigenem Erleben kennt. Am 21. Oktober wurde der Germanist 100 Jahre alt.

Die Stimme ist, wen wundert’s, nicht mehr so kräftig wie früher. Die Antworten kommen langsamer und mit Pausen. Aber wenn Peter Demetz spricht, dann hört man auch nach den vielen Jahrzehnten in den USA immer noch jenes Deutsch mit dem angenehmen Tonfall, dieses Prager Deutsch, wie es Max Brod und vermutlich auch Franz Kafka gesprochen haben. Am 21. Oktober wird der Germanist und Literaturwissenschaftler mit Prager Wurzeln 100 Jahre alt; einer der letzten, wenn nicht sogar der letzte Zeitzeuge, der über die Erste Tschechoslowakische Republik aus eigenem Erleben und Erinnern berichten kann. Sein in Prag lebender Cousin Petr Brod war so freundlich und hat mir den Kontakt vermittelt nach Highland Park, New Jersey, auf halbem Weg zwischen Manhattan und Princeton. Und Demetz‘ Ehefrau Paola Gambarota hat auf meine Anfrage hin dankenswerterweise ein Zoom-Gespräch mit ihrem Mann organisiert und eingerichtet. Die erste Frage an einen fast Hundertjährigen: Wie es ihm geht. „Ich darf nicht klagen. Ich erledige viel Korrespondenz. Aber sonst bin ich eigentlich unbeschäftigt.“ Seine früheste Kindheitserinnerung? „Wahrscheinlich eine Straße und ein Garten in Brünn oder in Prag. Wir hatten eine Villa gemietet.“ Und was assoziiert er als erstes, wenn er an Prag denkt? „Die Brücken. Vor allem die Karlsbrücke. Die kann ich auswendig.“

Im deutsch-tschechisch-jüdischen Prag

Als Peter Demetz am 21. Oktober 1922 zur Welt kommt, ist die Tschechoslowakei noch keine vier Jahre alt. Seine Geburtsstadt Prag ist damals, wie Demetz später einmal sagt, das „New York Europas“, die nicht unkomplizierte Metropole eines neuen Staats mit einem gesellschaftlichen Reizklima, in dem sich verschiedene Kulturen aneinander reiben in Konsens, Kooperation und Konflikt. „Die erste Republik ist in meiner Erinnerung noch ein sehr redlicher Staat, der sich bemüht, die verschiedenen Nationen, die in dieser Republik leben, zufriedenzustellen, also Deutsche, Tschechen und Juden und viele andere ethnische Minderheiten.“

Den kompletten Beitrag lesen Sie in unserer Oktober-Ausgabe.


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