Tschechien liefert offenbar Panzer aus alten Beständen an die Ukraine zur Verteidigung gegen Russland. Das tschechische Verteidigungsministerium wollte die Berichte aus Sicherheitsgründen nicht direkt bestätigen.

Bei dem gelieferten Material soll es sich um Panzer aus sowjetischer Entwicklung handeln: Schützenpanzer der Baureihe BMP-1 sowie T-72-Panzer. Diese stammen ursprünglich aus alten DDR-Beständen. Die Lieferung an die Ukraine muss daher von Deutschland genehmigt worden sein.

Ondřej Benešík, Abgeordneter von KDU-ČSL, teilte Berichte und Fotos auf Twitter, die zeigen sollen, wie das Material bereits gestern auf Güterzüge verladen wurde. Laut Augenzeugenberichten soll die Verladung direkt von einem Lager im südböhmischen Ranzern (Rancířov) erfolgt sein. Ein Zug mit einer solchen Ladung wurde auch von einem Team des Tschechischen Fernsehens im Bahnhof von Iglau (Jihlava) gesichtet.

Die tschechische Verteidigungsministerin Jana Černochová (ODS) wollte diese Berichte aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich bestätigen. Aber auf Twitter gestand sie ein, dass man die Ukraine mit militärischem Gerät unterstütze. „Neugier ist menschlich, und ich verstehe diejenigen, die wissen wollen, was wir der Ukraine anbieten. Es tut mir leid, mehr kann ich Ihnen nicht sagen. Dort tobt ein Krieg, und wir werden es den Mördern mit dem Buchstaben Z nicht leicht machen! Glauben Sie mir, wir schicken unseren ukrainischen Freunden lebenswichtiges Militärmaterial. Und wir werden dies auch weiterhin tun“, teilte Černochová auf dem Kurznachrichtendienst mit und fügte unter ihrem Beitrag den Hashtag #SlavaUkraini hinzu.

Ein Sprecher des tschechischen Verteidigungsministeriums gab weiterhin bekannt, dass man die Ukraine seit dem ersten Tag der russischen Invasion mit Waffen und Ausrüstungen unterstütze, und zwar bisher im Wert von insgesamt fast einer Milliarde Kronen (ca. 40,8 Millionen Euro).

Tschechien wäre damit weltweit der erste Staat, der Panzer und schweres Gerät an die Ukraine zur Verteidigung gegen Russland liefert.