Mit einem neuen bayerisch-tschechischen Stipendienprogramm für Sprachassistenzen ("Nachbarsprache im O-Ton") soll der Tschechischunterricht in Bayern und Deutschunterricht in Tschechien gestärkt werden. Bis Ende Mai können sich Studierende aus Tschechien und Bayern bewerben.

Sprachunterricht lebt von der Kommunikation mit Muttersprachlern. Um diesen wichtigen Aspekt des Sprachunterrichts zu stärken, ruft der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds, der Freistaat Bayern sowie das tschechische Bildungsministerium ein neues Pilotprogramm für Sprachassistenz im Nachbarland aus. Bewerben sollen sich Studierende aus Tschechien und Deutschland, die in das jeweils andere Land gehen, um dort als Muttersprachler den Sprachunterricht zu unterstützen.

Das langfristige Ziel des Projektes ist es, die deutsch-tschechischen Sprachbarrieren weiter abzubauen. „Leider bleibt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wegen der Sprachbarriere vielfach noch an der Oberfläche“, heißt es aus dem Vorstand des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds. Vor allem auf der deutschen Seite der Grenze sind Kenntnisse in der Sprache des Nachbarlandes noch immer eine Seltenheit. „Das gegenseitige Verstehen verstärkt die Basis für das gegenseitige Verständnis. Mit dem Abbau der Sprachbarriere bauen wir die bayerisch-tschechische Zusammenarbeit weiter aus“, erklärte Bayerns Europaministerin Melanie Huml (CSU) (im Bild oben).

Für die Studierenden ist das Programm eine Chance, intensiv mit dem Nachbarland in Kontakt zu treten. Die Dauer des Stipendiums kann zwischen 3-10 Monaten variieren, die monatliche Stipendienrate beträgt 850 Euro. Die Tätigkeit auf der anderen Seite der Grenze wird begleitet von gemeinsamen Treffen der Stipendiaten aus beiden Ländern.

Die tschechische Regierung begrüßt diesen Impuls aus dem Nachbarland. „Wir freuen uns über den innovativen Ansatz dieses Programms, durch das erstmals auch bayerische Studierende an tschechischen Schulen tätig sein werden und nicht nur umgekehrt, tschechische Studierende in Bayern“, erklärte der tschechische Bildungsminister Petr Gazdík (STAN).

Interessierte aus Bayern können sich noch bis Ende Mai über die Webseite des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds bewerben, Studierende aus Tschechien bei dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus.