Kateřina Vašicová, Nora Habová und Magdaléna Sakalová (v.l.) führten Hoffmanns „Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug“ auf.

Nach einer pandemiebedingten Pause stellten erneut Jugendliche ihr Talent im Rezitier-Wettbewerb „Rabe Ralph“ in Pardubitz unter Beweis.

Am 5. April kehrte der Wettbewerb „Rabe Ralph – E. A. Poes´s Raven“ wieder in den Musiksaal des Pardubitzer Rathauses zurück. Vorausgegangen war dem Finale erstmals ein virtueller Vorentscheid. Knapp 40 Schulen hatten ihre Bewerbungsvideos bis Anfang März eingesandt, die anschließend von einer Jury gesichtet wurden. Ins Finale schafften es Teilnehmerinnen und Teilnehmer von circa zehn Schulen in ganz Tschechien, die auf Englisch oder Deutsch in den Kategorien Einzelrezitation, darstellendes Spiel, sowie Gesang auftraten. Für die siebenköpfige Fachjury zählten in ihrer Bewertung vor allem die Auswahl des Textes, die Aussprache sowie der Ausdruck. „Es ist wichtig, dass die Auswahl des Textes auch zur Persönlichkeit der Vortragenden passt“, betonte die Organisatorin der Veranstaltung, Marie Albrechtová.

Von Morgenstern bis Schiller

In den deutschen Teil des Finales schafften es acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Der erste Platz in der Altersgruppe unter 15 Jahren ging an Veronika Sáblová (14) vom Dvořák-Gymnasium in Kralup an der Moldau (Kralupy nad Vltavou) mit dem Text „Was ich liebe“ von Till Lindemann, gefolgt von Richard Kalousek (15) von der Guth-Jarkovský Grundschule in Adlerkosteletz (Kostelec nad Orlici) mit einem Gedicht von Max Kruse. Bei den Älteren sicherte sich Natálie Vlčková (16) ebenfalls vom Dvořák-Gymnasium den Sieg. Sie rezitierte Kurt Tucholskys „Augen in der Großstadt”. Mit dem Gedicht „Das Mondschaf“ vom Namensgeber des Wettbewerbs, Christian Morgenstern, belegte Pavel Brokl (16) von der hiesigen Industriellen Mittelschule für Elektrotechnik und Höhere Berufsfachschule Pardubitz (SPŠE a VOŠ Pardubice) den zweiten Platz, vor der siebzehnjährigen Natálie Šindelařová vom Dvořák-Gymnasium mit Schillers Ballade „Der Handschuh“.

Der Preis für eine originelle Interpretation ging ebenfalls an dieses Gymnasium. Nora Habová (14), Kateřina Vašicová (13) und Magdaléna Sakalová (14) führten hier in der Kategorie darstellendes Spiel Heinrich Hoffmanns „Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug“ auf. Auch musikalisch war die Schule im Finale mit zwei Chören vertreten, die jeweils mit einer Choreographie Lieder von Max Giesinger aufführten. Dafür erhielt die 7.G mit „Wenn sie tanzt“ den zweiten Preis, gefolgt von der 1.P mit „80 Millionen“.

Die Preisträgerinnen und Preisträger erhielten neben einer Urkunde auch Bücher in deutscher oder englischer Sprache. Die Gewinnerinnen und Gewinner der jeweiligen Kategorie durften sich zusätzlich über einen großen Lebkuchen, glasiert mit dem Titel des Wettbewerbs „Rabe Ralph“ freuen.

Der Wettbewerb findet bereits seit 18 Jahren statt und wird von der Jugendorganisation der deutschen Minderheit, JUKON, der Landesversammlung, der SPŠE und dem British Centre veranstaltet.


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