Der Verein ŽOK lädt an diesem Wochenende zur feierlichen Enthüllung einer Gedenktafel für Maria Treben ein. In ihrem Geburtsort Saaz (Žatec) wird in Zukunft an die Kräuterkundige und Schriftstellerin erinnert.
Zur Erinnerung an die Kräuterkundige und Schriftstellerin Maria Treben wird in ihrem Geburtsort Saaz (Žatec) eine Gedenktafel angebracht. Zur feierlichen Enthüllung lädt der Verein Žatecký okrašlovací kolektiv – ŽOK (Saazer Verschönerungskollektiv) am kommenden Samstag, den 18. April, ein. Ab 15 Uhr können Besucherinnen und Besucher an der Veranstaltung vor dem Haus Nr. 251 in der Straße U Odborů teilnehmen.
Die Finanzierung ermöglicht die Stiftung ČEZ, die Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität in der Tschechischen Republik unterstützt. Der Verein ŽOK, der sich für den Schutz und die Verbesserung des öffentlichen Raums insbesondere in Saaz einsetzt, reichte das Projekt innerhalb der Förderinitiative Pomáhej pohybemder Stiftung ČEZ ein. Vorerst plante der Verein ein großflächiges Wandgemälde an der Trafostation in der Straße Pod Střelnicí, was nach einer Verhandlung mit dem Eigentümer nicht umgesetzt werden konnte. „In Abstimmung mit der Nadace ČEZ entschieden wir uns daher für eine alternative Lösung in Form einer Gedenktafel“, so der Vorsitzende des Vereins, Vladimír Vlach. Das Andenken wird nun dort angebracht, wo Trebens Vater von Maria Treben seine damalige Druckerei betrieb.
Maria Treben belebte Naturheilkunde in Europa
Maria Treben wurde 1907 im damaligen Österreich-Ungarn geboren und verbrachte dort ihre frühe Kindheit, in der sie schon die ersten Erfahrungen im Umgang mit Heilpflanzen sammelte. Trebens Familie zog nach dem Ersten Weltkrieg nach Prag, wo sie bei der Tageszeitung Prager Tagblatt tätig war. Einige Jahre arbeitete sie zudem als persönliche Sekretärin für den Schriftsteller Max Brod. Laut dem Bundesarchiv trat sie im Januar 1939 in die NSDAP ein, die Hintergründe dafür scheinen unklar.
Infolge des Zweiten Weltkrieges wurde sie aus der Tschechoslowakei vertrieben und lebte einige Jahre unter schwierigen Lebensbedingungen. Sie wurde unter anderem in einem Sammellager auf der Wülzburg untergebracht, bevor man sie wegen einer Typhuserkrankung in ein Krankenhaus nach Weißenberg verlegte. Nachdem Treben sich endgültig in Österreich niedergelassen hatte, widmete sie sich der Kräuterkunde und erreichte internationale Anerkennung. Zu ihren bekanntesten Werken zählt das Buch Gesundheit aus der Apotheke Gottes. Die Tätigkeit der Schriftstellerin und Kräuterkundigen mit böhmischer Herkunft belebte das Interesse an traditioneller Naturheilkunde in Europa gegen Ende des 20. Jahrhunderts. Viele ihrer Behandlungsmethoden, z.B. gegen Krebs, gelten heute allerdings als umstritten.

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