Mit internationalen Stars, Weltpremieren und einem besonderen Jubiläum startete das Internationale Filmfestival Karlsbad in seine 60. Ausgabe. Das traditionsreiche Festival bringt erneut Filmschaffende aus aller Welt nach Westböhmen und präsentiert zahlreiche Produktionen, die erstmals vor Publikum zu sehen sind.
Wenn sich Anfang Juli der rote Teppich vor dem Thermalhotel füllt, beginnt in Karlsbad (Karlovy Vary) wieder eines der wichtigsten Filmfestivals Europas. Das Festival gehört neben Berlin, Cannes und Venedig zu den traditionsreichsten Veranstaltungen seiner Art und ist das bedeutendste Filmereignis in Mitteleuropa. In diesem Jahr feiert das zweitältestes Filmfestival der Welt gleich zwei bedeutende Jubiläen: 80 Jahre seit der ersten Ausgabe und das 60. Jubiläum des Festivals. Neun Tage lang stehen vom 3. bis 11. Juli rund 200 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus aller Welt auf dem Programm. Viele davon feiern in Karlsbad ihre Premiere.
Dustin Hoffmann erinnert an Filmklassiker
Zu den prominentesten Gästen zählt in diesem Jahr Oscar-Preisträger Dustin Hoffman. Er erhielt zur Festivaleröffnung den Kristallglobus für seinen herausragenden Beitrag zum Weltkino und präsentiert den Film Die Reifeprüfung, der ihn 1967 international bekannt machte. Bei der Abschlussgala wird dieselbe Auszeichnung an die französische Oscar-Preisträgerin Juliette Binoche verliehen. Aus Anlass der Ehrung zeigt das Festival ihre Filme Die Liebesfälscher, Drei Farben: Blau und In-I in Motion.
Darüber hinaus nehmen unter anderem Jeffrey Wright, Jesse Eisenberg, Maggie Gyllenhaal sowie der Kameramann Robert Richardson an dem Festival teil. Richardson wird ebenfalls mit einem Kristallglobus ausgezeichnet, während Wright, Eisenberg und Gyllenhaal den Präsidentenpreis des Festivals erhielten.
Weltpremieren und tschechische Beiträge
Im Hauptwettbewerb konkurrieren zwölf Filme um den Kristallglobus, die wichtigste Auszeichnung des Festivals. Traditionell setzt Karlsbad weniger auf große Studioproduktionen als auf internationale Autorenfilme und neue Regietalente.
Auch Produktionen aus Tschechien und der Slowakei sind vertreten. Dazu gehört das Drama Chica Checa von Regisseur Šimon Holý, das die Geschichte einer verwitweten Tschechin erzählt, die sich zwischen Identität, Freiheit und den Erwartungen ihres Umfelds neu orientieren muss. Es gibt nur schöne Dinge zu betrachten (tsch. Pramen) von Ivan Ostrochovský greift die staatlich angeordneten Sterilisationen von Roma-Frauen in der Tschechoslowakei der 1980er Jahre auf – ein bis heute sensibles Kapitel der gemeinsamen Geschichte.
Treffpunkt für die Filmbranche
Neben den Wettbewerben umfasst das Festival zahlreiche Sonderreihen mit restaurierten Filmklassikern, Dokumentarfilmen und Werken junger Filmschaffender. Hinzu kommen Diskussionen mit Regisseuren, Produzenten und Schauspielern sowie Publikumsgespräche.
Die Kombination aus internationalem Programm, prominenten Gästen und der besonderen Atmosphäre des Kurorts macht das Festival zu einem der kulturellen Höhepunkte des Sommers in Tschechien. Für viele Filmfans beginnt hier bereits die Kinosaison der kommenden Monate – lange bevor die Filme regulär auf die Leinwand kommen.
Mehr über das Internationale Filmfestival in Karlsbad und das Programm erfahren Sie hier.
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