Auf der 15. Prager germanistischen Studierendentagung (PRAGESTT) konnten Besucherinnen und Besucher verschiedensten literatur- und sprachwissenschaftlichen Vorträgen zuhören.
Am 20. und 21. März 2026 fand an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität der bereits 15. Jahrgang der Prager germanistischen Studierendentagung (PRAGESTT) statt, die seit ihrer Gründung unter der Schirmherrschaft des Instituts für Germanische und Nordische Studien steht. In diesem Jubiläumsjahr stellten insgesamt 43 TeilnehmerInnen aus zehn europäischen Ländern und 28 Universitäten ihre Beiträge vor. In dem Eröffnungsvortrag mit dem Titel Das große ẞ– Zur Einführung eines neuen Großbuchstabens und den Reaktionen darauf thematisierte Prof. Dr. Paul Rössler von der Universität Regensburg die Einführung des Großbuchstabens ẞ ins deutsche Alphabet, der vor knapp zehn Jahren erfolgte und einen ungewöhnlichen Eingriff in das normierte Schriftsystem darstellte.
Studierende diskutieren über Literatur und Sprache
Nach der offiziellen Eröffnung begannen die Vorträge der Studierenden, die in 16 Sektionen gegliedert waren. Jeweils fanden zwei Sektionen parallel statt, wobei eine Sektion literaturwissenschaftlichen Themen gewidmet war, während die andere sich auf Linguistik, Translatologie oder Didaktik fokussierte. Nach jedem Beitrag folgte eine Diskussion, die sich oft zu einem spannenden Austausch entwickelte.
Die literaturwissenschaftlichen Sektionen widmeten sich unter anderem den Dichtern aus Prag, der deutschen Literatur aus Mitteleuropa, der Literatur des Mittelalters sowie narrativ- und identitätsbildenden Mitteln. Im Rahmen der linguistischen Sektionen wurden Themen des Sprachkontakts und Sprachvergleichs, des Übersetzens sowie der linguistischen Perspektiven auf Literatur behandelt. Weitere Themen umfassten die Probleme und kreative Zugänge zum Fremdsprachenunterricht und die pragmatischen Aspekte der Sprache.

Prager Altstadt als Kulisse Rilkes
PRAGESTT bot neben den oben genannten Vorträgen ein vielfältiges Begleitprogramm an. Unter anderem fand am Freitagabend im Österreichischen Kulturforum eine Autorenlesung statt, bei der Reinhard Kaiser-Mühlecker aus seinem Roman Brennende Felder vorlas. Am Samstagabend wiederum begleitete Kristina Boučková den traditionellen literarischen Spaziergang unter dem Titel Larenopfer. Prag in Gedichten. In den von Studierenden vorgelesenen Rilke-Gedichten gelang es ihr, die ambivalente Beziehung Rilkes zu seiner Heimatstadt sowie das verflochtene kulturelle Leben des multinationalen Prags zu demonstrieren – das alles vor den Kulissen der Prager Altstadt.
Die Konferenz wurde mit dem traditionellen Schlusswort von Professor Manfred Weinberg beendet. In seiner Rede hob er die Bedeutung von Veranstaltungen wie der PRAGESTT hervor, die es jungen Menschen ermöglichen, internationale Kontakte zu knüpfen und zu festigen, was er gerade in der heutigen Welt für besonders wichtig hält. Abschließend äußerte er die Hoffnung, dass die Konferenz auch künftig eine wichtige Plattform für den wissenschaftlichen Austausch bleiben werde.
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