Mitarbeiter des Tschechischen Fernsehens (Česká televize, ČT) und des Tschechischen Rundfunks (Český rozhlas, ČRo) sind am Montag in einen eintägigen Warnstreik getreten. Sie protestieren damit gegen die von der Regierung geplante Abschaffung der Rundfunkgebühren und die künftige Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien aus dem Staatshaushalt.

Der Streik wirkt sich auf das Programm beider Medienhäuser aus. Beim Tschechischen Fernsehen beginnen zahlreiche Sendungen, darunter Nachrichtensendungen und politische Magazine, mit einer Verzögerung von einer Minute. Auf den Internetseiten, im Teletext und in den sozialen Netzwerken wird zudem ein reduziertes Informationsangebot bereitgestellt. Die Kinderprogramme ČT Déčko und Radio Junior sind von den Maßnahmen ausgenommen.

Auch beim Tschechischen Rundfunk kommt es zu Änderungen im Programmablauf. Mehrmals täglich werden die Programme zusammengeschaltet, außerdem sind Schweigeminuten und Hinweise auf die Hintergründe des Streiks vorgesehen. Der grundlegende Nachrichten- und Krisendienst soll jedoch weiterhin gewährleistet bleiben.

Begleitet wird der Protest von Kundgebungen vor den Gebäuden von ČRo und ČT in Prag. Die Organisatoren riefen die Beschäftigten dazu auf, in schwarzer Kleidung zur Arbeit zu erscheinen. Das Motto der Protestaktion lautet: „Für Sie. Nicht für Politiker.“

Hintergrund ist ein von der Regierung gebilligter Gesetzentwurf, der die bisherigen Rundfunkgebühren abschaffen und durch eine Finanzierung aus dem Staatshaushalt ersetzen soll. Kritiker befürchten, dass die öffentlich-rechtlichen Medien dadurch stärker von politischen Entscheidungen abhängig würden und zugleich mit geringeren finanziellen Mitteln auskommen müssten.

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