Mark Ther hat in seiner Installation Werke bekannter und weniger bekannter deutscher Künstler aus Troppau und Umgebung integriert.
Mark Ther hat in seiner Installation Werke bekannter und weniger bekannter deutscher Künstler aus Troppau und Umgebung integriert. Credit: Kateřina Skalíková

Die Troppauer Kulturorganisation (OKO) präsentiert bis zum 19. April 2026 die Ausstellung  „Keine Glocken läuten (Kejne Gloka lojta ne) des tschechischen Künstlers Mark Ther. Die Ausstellung ist Teil der Veranstaltungsreihe zum 80. Jahrestag der Vertreibung von rund drei Millionen Deutschen aus der damaligen Tschechoslowakei.

Vom 19. Februar bis zum 19. April 2026 präsentiert das Haus der Künste in Troppau (Opava) die Ausstellung Keine Glocken läuten des tschechischen Künstlers und Jindřich-Chalupecký-Preisträgers Mark Ther.  „Mark Ther ist eine der prägenden Figuren der zeitgenössischen tschechischen Kunstszene. Er präsentiert im Haus der Künste eine Ausstellung, die sich mit der historischen Koexistenz zweier unterschiedlicher Kulturen und ihrer miteinander verbundenen, kulturell bereichernden Koexistenz auseinandersetzt“, erklärt OKO-Direktorin Eva Týlová.

Multimediale Ausstellung mit historischen Artefakten

„Das Ausstellungskonzept, das anlässlich des Jahrestages der Deportation böhmischer, schlesischer und mährischer Deutscher aus der Tschechoslowakei erarbeitet wurde, wird den aktuellen Ausstellungsraum des Hauses der Künste in einen Kultursalon der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert verwandeln“, erklärt Mark Ther. Der Künstler hat in seiner Installation Werke bekannter und weniger bekannter deutscher Künstler aus Troppau und Umgebung integriert. Die Leihgaben stammen vorwiegend aus den Sammlungen der Stadtmuseen in Freudenthal (Bruntál) und Jägerndorf (Krnov). 

Mit der Installation verknüpft der Künstler sein eigenes Werk und seine familiären Wurzeln mit einer Ausstellung vergessener Landschaften aus Braunau (Broumov) und Schlesien. Zu sehen sind beispielsweise Videoinstallationen und Kurzfilme sowie historische Artefakte und Requisiten. Auch die Klangkomponente wird eingesetzt, darunter Dialekte aus dem Riesengebirge und dem Sudetenland, die auf ein Volkslied verweisen. Die Phrase „Kejne Gloka lojta ne“ ist eine phonetische Transkription des deutschen Titels des Liedes und des tschechischen Textes Keine Glocken läuten. Der Eintrittspreis liegt zwischen 50 und 80 Kronen (ca. 2-3 Euro). Ein Familienticket kostet 180 Kronen (ca. 7,40 Euro).

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

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