Der Geschäftsführer der Landesversammlung der deutschen Vereine erhielt in Prag das Silberne Ehrenzeichen der Republik Österreich – eine Würdigung jahrzehntelangen Engagements für Sprache, Kultur und Verständigung.
In feierlichem Rahmen hat die Republik Österreich den Geschäftsführer der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik, Martin Herbert Dzingel, mit dem Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Das Ehrenzeichen war ihm 2025 vom österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen verliehen worden. Die Überreichung erfolgte nun am 15. April in der Residenz der Österreichischen Botschaft in Prag.
Einsatz für deutsche Minderheit in Tschechien
Botschafterin Bettina Kirnbauer würdigte in ihrer Ansprache Dzingels langjähriges Engagement für die deutschsprachige Minderheit. „Martin Dzingel setzt sich seit Jahren mit großem Engagement für die Anliegen der deutschsprachigen Minderheit in der Tschechischen Republik ein“, sagte sie und betonte zugleich seine Rolle im institutionellen Minderheitenschutz.
Dzingel, 1975 im schlesischen Freudenthal (Bruntál) geboren, prägt seit Jahrzehnten die Arbeit der Landesversammlung. Bereits früh engagierte er sich für die deutsche Minderheit, gründete die Jugendorganisation JUKON und ist seit 2001 hauptamtlicher Geschäftsführer der Landesversammlung. Von 2010 bis 2025 stand er der Organisation zudem als Präsident vor.
„Ein wertvoller Ansprechpartner für Österreich“
In ihrer Begründung hob Kirnbauer insbesondere Dzingels Beitrag zur Umsetzung der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen hervor. Sein Engagement habe maßgeblich dazu beigetragen, „die deutsche Sprache in Tschechien zu erhalten, zu pflegen und den Spracherwerb zu fördern“. Auch für Österreich sei er ein „langjähriger, wertvoller Ansprechpartner“.
In seiner Dankesrede zeigte sich Dzingel sichtbar bewegt. „Ich fühle mich natürlich sehr geehrt“, sagte er und verwies zugleich auf die historische Dimension der Auszeichnung in seiner Familie. Besonders betonte er jedoch den gemeinschaftlichen Charakter seines Wirkens: „Dieser Verdienst um die deutsche Sprache ist natürlich auch Verdienst von Ihnen, von Euch allen.“
Sein Engagement habe er stets aus innerer Überzeugung heraus geleistet: „Ich habe mich wirklich sehr bemüht, auch um die deutsche Sprache. Und das Schöne daran ist, dass ich das nicht musste. Ich wurde dafür nicht bezahlt, ich habe das ehrenamtlich gemacht.“ Die Auszeichnung nehme er daher „sehr gerne und mit Würde und Demut“ an.
Mit der Verleihung des Ehrenzeichens würdigt Österreich nicht nur Dzingels persönliches Engagement, sondern auch die Fortschritte im Minderheitenschutz und bei der Förderung der deutschen Sprache in Tschechien, an denen er maßgeblich beteiligt war.




