Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgeber haben sich bei einer Beratung nicht auf die künftige Ausgestaltung des Rentensystems einigen können. Uneinigkeit herrscht sowohl bei der Altersgrenze für den Ruhestand als auch bei Sonderregelungen für körperlich belastende Berufe.
Bei den Verhandlungen der sogenannten Tripartita (ein Gremium bestehend aus Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden) zur Rentenreform am Montag blieb eine Einigung aus. Diskutiert wurde unter anderem, ob das Renteneintrittsalter künftig weiter angehoben oder dauerhaft bei 65 Jahren eingefroren werden soll. Die aktuelle Regierung aus ANO, SPD und Motoristen hatte angekündigt, die Grenze bei 65 Jahren festzusetzen. Nach den Plänen der vorherigen Regierung wäre sie schrittweise bis auf 67 Jahre angehoben worden. Arbeitsminister Aleš Juchelka (ANO) erklärte nach den Gesprächen, dass die Verhandlungen fortgesetzt werden.
Arbeitgeber warnen vor hohen Kosten
Arbeitgeber kritisieren die geplante Altersgrenze scharf und verweisen auf die alternde Bevölkerung sowie steigende Belastungen für den Staatshaushalt. Nach Berechnungen des Arbeitsministeriums könnten die zusätzlichen Rentenausgaben bis Mitte des Jahrhunderts von 2,2 Milliarden Kronen (ca. 90 Millionen Euro) auf 128,7 Milliarden Kronen (ca. 5,2 Milliarden Euro) deutlich anwachsen.
Gewerkschaften sprechen sich wiederum klar gegen eine weitere Erhöhung des Rentenalters aus und halten eine Begrenzung auch in Zukunft für finanzierbar. Ihrer Ansicht nach müsse der Staat die Renten langfristig absichern, ohne Beschäftigte zu einem längeren Arbeitsleben zu zwingen.
Belastende Berufe bleiben Streitpunkt
Keine Einigung gab es auch bei der Frage, wie Menschen in körperlich besonders belastenden Berufen früher in Rente gehen können. Diskutiert wurden sowohl frühere Renteneintritte als auch verpflichtende Zusatzbeiträge zur betrieblichen Altersvorsorge. Die Regierung wollte entsprechende Änderungen ursprünglich ab 2027 umsetzen.
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