Die Corona-Pandemie hat den Kulturbetrieb weitestgehend zum Stillstand gebracht. Auch das jährlich stattfindende Festival deutschsprachiger Filme „DAS FILMFEST“ musste aufgrund der Beschränkungen in diesem Jahr abgesagt werden. Gemeinsam mit dem Streaming-Dienst „Edisonline“ hat das Goethe-Institut Prag für alle Filmfans eine digitale Alternative geschaffen: #FilmDE.

Seit 2006 bereits eröffnet „DAS FILMFEST“ jedes Jahr im Oktober die Festivalsaison und präsentiert dem Publikum in Tschechien eine bunte Auswahl an deutschsprachigen Filmen. In diesem Jahr musste das Filmfestival aufgrund der Maßnahmen gegen die Ausbreitung von COVID-19 ausfallen.

Dennoch kommen Liebhaber der deutschen Filmkunst auch im Corona-Jahr auf ihre Kosten. Gemeinsam mit dem tschechisch-slowakischen Streaming-Dienst „Edisonline“ hat das Goethe-Institut Prag eine abwechslungsreiche Sammlung von 30 deutschsprachigen Filmen zusammengestellt und macht diese im Rahmen der Online-Veranstaltung #FilmDE einem breiten Publikum zugänglich. Vom 10. bis zum 12. Dezember sind die Filme in Echtzeit im virtuellen Kino des Programmkinos „Edison Filmhub“ in Prag abrufbar. Darüber hinaus ermöglicht die Streaming-Plattform den Zugriff auf mehr als zwei Dutzend weitere in Deutschland produzierte Filme. Tickets sind seit dem 1. Dezember auf der Website des Streaming-Anbieters erhältlich. Ein Tagesticket kostet 100 Tschechische Kronen (ca. 3,77 Euro), für alle drei Tage beträgt der Ticketpreis 250 Kronen (ca. 9,43 Euro). Dabei lohnt sich das Ticket auch über die Grenzen der Veranstaltung hinaus: 14 Tage lang steht Besitzern einer Tageskarte der Zugang zum virtuellen Kino „Edisonline“ mit 300 Filmen offen, Besitzer einer Dreitageskarte können das Angebot zusätzlich für 30 Tage nutzen. Alle Filme werden in Originalsprache mit tschechischen Untertiteln gezeigt.

Vom modernen Mythos bis zur zarten Romanze

In die Auswahl geschafft hat es unter anderem der deutsch-französische Spielfilm „Undine“. Unter der Regie von Christian Petzold wird der Mythos des jungfräulichen Wassergeistes Undine in das Berlin des 21. Jahrhunderts übersetzt. Auch die zeitgenössische Undine muss sich nach einer gescheiterten Liebe dem Fluch der zerstörten Liebe stellen. Gemeinsam mit einem neuen Mann taucht sie ähnlich wie ihr mythologisches Vorbild in die versunkene Welt eines Berliner Stausees ab und kämpft um ihre neue Liebe.

Auch im Film „In den Gängen“ erwächst zwischen den Protagonisten Christian und Marion eine Liebesgeschichte. Der Regisseur Thomas Stuber schuf eine zarte Romanze, die sich innerhalb des geschützten Kosmos eines Großmarktes entwickelt. Christian, der gerade eine Stelle als Hilfskraft im Großmarkt antritt, wird von seinem erfahrenen Kollegen Bruno in die Regeln und Gesetzmäßigkeiten seines neuen Arbeitsplatzes eingeführt bis er in einer Pause Marion trifft.

In der Komödie „Das perfekte Geheimnis“ wird es schonungslos ehrlich: Sieben Freunde versammeln sich zum Abendessen an einem Tisch. Um die Ehrlichkeit der Anwesenden unter Beweis zu stellen, entschließen sie sich dazu, ein Spiel zu spielen: Alle eingehenden Anrufe und Nachrichten werden mit den anderen geteilt. Der Abend nimmt eine spannende Wende. Regie führte Bora Dağtekin.

Im Drama „All my loving“ erzählt der Regisseur Edward Berger die Geschichte von drei Geschwistern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie treffen in einem Restaurant aufeinander, um ihre Pläne für die nahe Zukunft zu besprechen. Dabei werden sie nicht nur mit ihren individuellen Problemen konfrontiert, sondern müssen sich auch mit der Frage auseinandersetzen, wer die Betreuung des kranken Vaters auf sich nimmt.

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